Brettens OB Martin Wolff (r.) und Wittenbergs OB Torsten Zugehör haben nach 30 Jahren die Städtepartnerschaft symbolisch erneuert. Foto: Oleg Alimov

Brettens OB Martin Wolff (r.) und Wittenbergs OB Torsten Zugehör haben nach 30 Jahren die Städtepartnerschaft symbolisch erneuert. Foto: Oleg Alimov

04.10.2020

Brettens OB Martin Wolff: „Wir leben die Deutsche Einheit“

30 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Bretten und Wittenberg

Wittenberg (wg). „Wir hätten uns bereits zu DDR-Zeiten eine Städtepartnerschaft mit der Melanchthonstadt Bretten gewünscht“, berichtete Wittenbergs Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) am Sonnabend beim Festakt im Stadthaus, der nicht nur dem 30. Jahrestag der Deutschen Einheit, sondern auch 30 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Wittenberg und Bretten gewidmet war.

Zwar habe es vor der Wende Kontakte zwischen den beiden Melanchthon-Häusern und den beiden Melanchthon-Gymnasien gegeben, aber eine Partnerschaft wie mit Göttingen, die bereits in 1988 geschlossen werden konnte, sei damals von der SED nicht gewünscht worden. Erst mit dem Fall der Mauer sei der Weg frei geworden, das Verhältnis seither ein sehr freundschaftliches. 

„Die Partnerschaft zwischen Bretten und Wittenberg brauchte keine Administration seitens der Verwaltungen, sondern wurde von Anfang an von den Bürgerinnen und Bürgern getragen“, erklärte Zugehör. Wittenberger seien zum Peter-und-Paul-Fest nach Bretten, Brettener zum Stadtfest „Luthers Hochzeit“ nach Wittenberg gefahren. 

„Wir haben in den vergangenen 30 Jahren wie in einer guten Ehe keinen Tag bereut“, so Zugehör, und deshalb werde man im Rahmen des Festaktes die Partnerschaft symbolisch mit Unterschriften der beiden Stadtoberhäupter erneuern. Für seinen Amtskollegen Martin Wolff (parteilos) hatte Zugehör eine Lutherrose als Geschenk, der Brettener revanchierte sich mit Melanchthons Wappen. 

Zugehör zitierte aus dem Buch „Das Leben des Philipp Melanchthons“, von Joachim Camerarius (1500-1574), das der viel zu früh verstorbene Wittenberger Stadtrat Dr. Volker Werner aus dem Lateinischen übersetzt hatte. Dort heißt es über die Stadt Bretten: Sie besitze eine „sehr liebliche natürliche Lage“ und sei „sehr ansehnlich gebaut“. Den Einwohnern bescheinigt Camerarius eine sehr große Freundlichkeit, gute Sitten und große Begabungen. Das, so Zugehör, träfe auch heute noch zu. „Der Tag der Deutschen Einheit ist ein Tag zum Feiern“, erklärte Brettens Oberbürgermeister Wolff. Eine Wiedervereinigung zu Lebzeiten habe er trotz des Gebots im Grundgesetz nicht für möglich gehalten. Die Einheit habe viele Väter, sie sei aber letztlich das Verdienst der vielen, die 1989 in Ostdeutschland auf die Straße gingen. 

Die Frage, was die Deutsche Einheit wert sei, dürfe man auf keinen Fall von kühlen Rechnern beantworten lassen, denn: „Die Einheit ist unbezahlbar.“ Bei aller Freude über den Fall der Mauer dürften jene nicht vergessen werden, die ihre Sehnsucht nach Freiheit mit dem Leben bezahlen mussten. 

„Wir haben uns kennen und schätzen gelernt und wir haben auch voneinander gelernt“, resümierte Wolff, „Wittenberg und Bretten leben die Deutsche Einheit.“ Wolff erinnerte daran, dass am 3. Oktober 1990 rund 200 Brettener mit ihrem damaligen OB Paul Metzger der Lutherstadt ihren Besuch abstatteten und einen Rebstock im Garten des Melanchthonhauses pflanzten. 

Zur 700 Jahrfeier Wittenbergs sei man sogar mit 350 Brettenern zu Besuch gewesen und wäre gern auch heute mit einer großen Delegation erschienen, aber die Corona-Pandemie lasse dies leider nicht zu. 

Zum Festakt waren auch einige Gäste aus Göttingen mit OB Rolf-Georg Köhler (SPD) an der Spitze erschienen.




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