22.09.2020

Wittenberger Sonntag liest die Badische Zeitung

Warnstreiks in Corona-Zeiten: Zum Ausstand gezwungen

Freiburg (ots) Mitten in der Pandemie könne man doch nicht streiken, schon gar nicht im öffentlichen Dienst – sagen die Arbeitgeber in Bund und Kommunen. Sie stützen sich auf eine eigentümliche Logik. Schließlich waren sie es, die zwei Verhandlungsrunden haben verstreichen lassen, ohne ein belastbares Angebot vorzulegen. Damit haben sie, wie es eigentlich der Corona-Krise angemessen wäre, eine geräuschlose Turbo-Einigung verhindert. Die Arbeitgeber haben Verdi & Co in den Warnstreik gezwungen. 

Auch sagen die Arbeitgeber, sie hätten wegen der angespannten Haushaltslage nichts zu verteilen. Dabei hat der Staat zuletzt einen nach dem anderen milliardenschweren Fördertopf ersonnen, um die Folgen des Lockdowns für möglichst viele abzufedern. Und nun soll für eine reguläre Tarifrunde nicht mehr genug Geld da sein ausgerechnet für jene Beschäftigte vieler Branchen, die man gern schwülstig als Corona-Helden glorifiziert und von Balkonen beklatscht, die aber weniger mit Heldentum als schlicht mit Arbeit dazu beigetragen haben, dass dieses Land gut durch die Krise kommt? 

Man täte gut daran, die einzigartige deutsche Tarifautonomie samt moderaten Arbeitskämpfen als tragenden Pfeiler eines funktionierenden Wirtschaftsmodells wertzuschätzen. Das sollte auch der bedenken, der sich bald ärgert, dass der Müll mal nicht abgeholt wird oder die Kita wieder einen Tag zu ist.




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