Stiftungsdirektor Dr. Stefan Rhein vor der Stahl-Skulptur (Ausschnitt) auf dem Lutherhof, die als bislang einziges Denkmal in Deutschland an die Friedliche Revolution 1989 erinnert. Foto: Wolfgang Gorsboth

Stiftungsdirektor Dr. Stefan Rhein vor der Stahl-Skulptur (Ausschnitt) auf dem Lutherhof, die als bislang einziges Denkmal in Deutschland an die Friedliche Revolution 1989 erinnert. Foto: Wolfgang Gorsboth

19.09.2020

Stiftung Luthergedenkstätten hofft auf Fördermittel aus dem Braunkohleausstieg

Großes Projekt: Das Lutherhaus in Wittenberg energetisch sanieren

Wittenberg (wg). Die energetische Sanierung des Lutherhauses und der Aufbau einer neuen Dauerausstellung sind in den nächsten Jahren die größten Aufgaben für die Stiftung Luthergedenkstätten. Eine Förderung aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus 2020“, wie sie die Stadt Wittenberg auch für das Lutherhaus beantragt hatte, wurde von der Jury mit Verweis auf fehlende Haushaltsmittel abgelehnt. Jetzt wünscht sich die Stiftung Mittel aus dem Braunkohle-Transformationsprogramm. 

Die Lutherstätten sind aufgrund ihre Bedeutung für Sachsen-Anhalt als förderfähig gelistet. „Ein ökologischer Umbau des Lutherhauses im Sinne der nachhaltigen Ertüchtigung und der Energieeinsparung passt inhaltlich zum Förderprogramm“, betont Stiftungsdirektor Dr. Stefan Rhein.

Rückenwind könnte zudem von einer langfristig angelegten Marketing-Kampagne kommen: Es gilt, Sachsen-Anhalt als „Unesco-Welterbe-Land“ zu vermarkten, dabei rangieren Luther und die Lutherstädte Wittenberg und Eisleben ganz oben. „Wer Werbung macht, muss dafür sorgen, dass die angepriesenen Produkte auch stimmig und attraktiv sind“, sagt Rhein. 

Für die neue Dauerausstellung setzt Rhein deshalb auf Mittel aus dem Kulturetat des Bundes und auf Landesgelder. Am Fernziel, die neue Exposition im April 2024 zu eröffnen, hält er fest, denn: „Nach rund 20 Jahren braucht das Lutherhaus eine neue Ausstellung, weil sich die Sehgewohnheiten unserer Besucher deutlich verändert haben“, so Rhein.

Wegen Corona weniger Besucher 

Im Vergleich zum Vorjahr gab es von Januar bis Ende August 2020 einen Besucherrückgang um bis zu 50 Prozent, sieben Wochen lang waren die Museen in Wittenberg, Eisleben und Mansfeld, geschlossen. Gruppenreisende fehlen gänzlich, ebenso Touristen aus den USA, Süd-Korea sowie Europa. 

Mehr öffentliche Führungen 

„Das Lutherhaus gehörte Anfang Mai zu den ersten Museen in Deutschland, das aufgrund des vom Gesundheitsamt genehmigten Hygienekonzepts unter Corona-bedingten Auflagen wieder öffnen durfte“, berichtet Nina Mütze, Leiterin Kommunikation und Marketing. Nun kommen verstärkt Einzelreisende, Paare und Familien: „Für sie haben wir die Anzahl der öffentlichen Führungen auf zehn pro Woche erhöht und die museumspädagogischen Angebote erweitert“, erklärt Mütze, die Resonanz sei groß. Wittenberg-Touristen verweilten in Corona-Zeiten länger und nähmen sich mehr Zeit für die Sehenswürdigkeiten in Stadt und Region. 

Aufgrund des umfassenden Hygienekonzepts darf die Stiftung auch Gruppen und Schulklassen betreuen, erste Anfragen gibt es. „Trotzdem wird auch 2021 ein schweres Jahr werden“, verweist Dr. Rhein auf Prognosen der Tourismusexperten: Der Auslandtourismus werde lediglich 30 Prozent des Niveaus von 2019 erreichen, der Inlandtourismus 70 Prozent, sagen die Fachleute voraus.




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