Alltagsdesign am Beispiel von verschiedenen Küchengeräten: Für eine lebendige Museumskultur braucht das Haus der Geschichte einen umfangreichen Sachzeugenfundus. Foto: Wolfgang Gorsboth/A

Alltagsdesign am Beispiel von verschiedenen Küchengeräten: Für eine lebendige Museumskultur braucht das Haus der Geschichte einen umfangreichen Sachzeugenfundus. Foto: Wolfgang Gorsboth/A

14.09.2020

CDU-Stadträtin Haseloff kritisiert hohe Kosten für den Fundus

Im Kulturausschuss: Diskussion über die Zukunft von Pflug e.V.

Wittenberg (wg). Der Pflug e.V., Träger des Hauses der Geschichte, erhält für 2020 einen Miet- und Betriebskostenzuschuss für den Sachzeugenfundus in Höhe von knapp 10.400 Euro, hat der Kulturausschuss einstimmig beschlossen. In der Diskussion kündigt OB Zugehör für 2021 eine Entscheidung zur Zukunft des Hauses der Geschichte an. 

CDU-Stadträtin Gabriele Haseloff sprach sich mit Blick auf die hohen Kosten dafür aus, dass der Pflug e.V. seinen Fundus verkleinern müsse, Linken-Stadtrat Florian Thomas hielt dagegen, dass viele Sammlungsobjekte inzwischen hohe Marktpreise erzielten, mithin wertvoll und „Teil unserer Geschichte“ seien. Überdies seien die Bedingungen im Fundus im ehemaligen Ärztehaus in Piesteritz problematisch, weil im Winter die Heizung häufiger ausfalle. 

„Das Thema Pflug e.V., Haus der Geschichte und Sachzeugenfundus ist sehr komplex“, erklärte Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos), das Museum sei bei Touristen und Einheimsuchen attraktiv und habe sich einen guten Ruf über die Stadtgrenzen hinaus erarbeitet. „Jedes Museum braucht einen Fundus und jedes Museum braucht mehr Objekte, als es in seinen aktuellen Ausstellungen zeigen kann“, betonte der OB, „zum Sammeln gehört aber auch das ‚Entsammeln‘, sonst wird man zum Messi.“ 

Weil Dr. Klaus-Alexander Panzig als Vorsitzender des Vereins und Dr. Christel Panzig als Museumschefin über 70 Jahre alt seien, stelle sich die Frage, ob die bisherige Vereinsstruktur beibehalten oder neue Lösungen gefunden werden sollen. Nicht nur für den Pflug e.V., sondern auch für Teile der Sammlungen von Julius Riemer suche die Stadt nach einem geeigneten Depot, diese Suche gestalte sich äußerst schwierig. 

Für 2021 kündigte Zugehör eine Entscheidung an, der wissenschaftliche Beirat des Pflug e.V. müsse daran beteiligt werden. Norbert Biermann (Freie Wähler), neuer Vorsitzender des Kulturausschusses, kündigte an, dass Ehepaar Panzig in den Ausschuss einzuladen, um über die Zukunftsperspektiven von Verein, Haus der Geschichte und Fundus zu sprechen. 

Die Stadtverwaltung hatte den Antrag auf Förderung der Miet- und Betriebskosten befürwortet, weil der Pflug e.V. auch Ziele des Stadtentwicklungskonzepts erfülle, nämlich die Profilierung der Lutherstadt als Wissenschaftsstandort: Seit 2000 entwickelt der Verein das „Forschungs- und Dokumentationszentrum für DDR-Alltagskultur und Alltagsgeschichte des 20. Jahrhunderts“.




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