Blick in das Quartier Kupfergasse mit der großen Brache auf der westlichen Seite. Foto: Wolfgang Gorsboth

Blick in das Quartier Kupfergasse mit der großen Brache auf der westlichen Seite. Foto: Wolfgang Gorsboth

08.09.2020

Der letzte große Schandfleck in der Altstadt soll verschwinden

Bebauungsplan für ein neues Wohnquartier Kupferstraße

Wittenberg (wg). Mit deutlicher Mehrheit - nur drei Enthaltungen - hat der Bauausschuss am Montag auf seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause die Beschlussvorlage „Bebauungsplan I 3 – Wohnquartier Kupferstraße – Aufstellungsbeschluss“ gebilligt. 

Das 1,52 Hektar große Areal mitten in der Altstadt zwischen Fleischer- und Mittelstraße stellt seit Jahren, wie es im Integrierten Stadtentwicklungskonzept ISEK 2030 heißt, einen „gravierenden städtebaulichen Missstand“ dar: „Wir haben hier hohen Handlungsbedarf“, betonte Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos).

Westlich der Kupferstraße befindet sich nach dem Abbruch der völlig verfallenen Bausubstanz Anfang 2017 eine große, ungenutzte Brache, östlich Grundstücke, die teilweise gewerblich genutzt wurden und nun „für eine innenstadtverträglichen Entwicklung umstrukturiert werden müssen.“ 

Ziel sei es, ein „differenziertes, marktgerechtes Wohnraumangebot durch Bestandsentwicklung und Integration neuer Wohnformen in der Altstadt“ zu schaffen, wie Jenny Strümpel vom Fachbereich Stadtentwicklung erläuterte. Man wolle damit das Wohnen in der Altstadt profilieren und Zuzügler gewinnen. Auch wenn in 2021 die Sanierungssatzung für die Altstadt aufgehoben werde, sollen die in der Erhaltungs- und Gestaltungssatzung definierten Ziele für die Altstadt im B-Plan gesichert werden. 

Laut ISEK sollen in der Altstadt vor allem Wohnformen für junge Familien und für höherwertige Ansprüche entstehen, inklusive „qualitätsvoller wohnungsnaher Freiräume“. Das Wohnquartier Kupferstraße ist zentral gelegen und durch die stadttechnische Infrastruktur gut erschlossen – ein Areal mit hohen Entwicklungspotenzialen. Auf Nachfrage von Ronny Zegarek (Freie Wähler) versicherte die Stadt, dass die Grundstückseigentümer in die Planungen einbezogen werden. 

Die Aufstellung des B-Plans soll im beschleunigten Verfahren ohne Umweltprüfung erfolgen: Durch die Bebauung einer innerstädtischen Brache und der damit verbundenen Nachverdichtung wird ein sparsamer und schonender Umgang mit Grund und Boden im Sinne der Nachhaltigkeit gesichert. Für die Erarbeitung des B-Plans stehen in diesem Jahr 130.000 Euro, in 2021 weitere 23.000 Euro zur Verfügung.





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