Vizelandrat Jörg Hartmann vorbildlich mit Mund-Nasenmaske: In der Kreisverwaltung ist das Tragen von Schutzmasken außerhalb der Büros Pflicht. Foto: Wolfgang Gorsboth

Vizelandrat Jörg Hartmann vorbildlich mit Mund-Nasenmaske: In der Kreisverwaltung ist das Tragen von Schutzmasken außerhalb der Büros Pflicht. Foto: Wolfgang Gorsboth

22.08.2020

Der Bund stellt vier Milliarden Euro bereit - Wann kommt das Geld?

Gesundheitsdienst: Jörg Hartmann fordert schnelle Mittel-Auszahlung

Wittenberg (wg). „In der gegenwärtigen Corona-Krise zeigt sich, wie wichtig Gesundheitsämter sind“, begrüßt Vizelandrat Jörg Hartmann (CDU) den vom Bund angekündigten Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst: Vier Milliarden Euro gibt es in den nächsten fünf Jahren für die personelle Verstärkung sowie die bessere technische und digitale Ausstattungen. „Die ersten Mittel sollen aber erst zum 1. Juli 2021 an die Länder ausgezahlt werden und wann diese Mittel bei den Kommunen ankommen, steht in den Sternen“, kritisiert Hartmann, „wir haben jetzt die Pandemie, im Herbst kann die zweite Welle kommen, deshalb brauchen wir das Geld sofort.“ 

Dem Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) komme in der Eindämmung des Virus eine führende Rolle zu: Ohne Gesundheitsämter gebe es keine Kontaktnachverfolgung und niemanden, der notwendige Isolierungsmaßnahmen anordnet, Abstrichzentren organisiert, Altenpflegeheimen, Krankenhäusern, Kitas und Schulen bei den Hygienemaßnahmen beratend zur Seite steht. „Gesundheitsämter sind als dritte Säule des Gesundheitswesens unverzichtbar“, betont Hartmann, „wobei der Infektionsschutz zu den klassischen Arbeitsfeldern gehört.“ 

Es werde immer schwerer, Personal für den ÖGD zu gewinnen, dazu zählten nicht nur Ärzte, sondern auch Psychologen, medizinisch-technisches Personal, Hygieneaufseher und Sozialarbeiter. „Die Bezahlung muss mit den Gehältern in anderen Bereichen des Gesundheitswesens mithalten können“, sagt Hartmann, „auch wir haben Probleme, offene Stellen zu besetzen.“ In den nächsten zehn Jahren gingen fast zwei Drittel der heute im ÖGD aktiven Ärzte in den Ruhestand, deshalb müssten endlich die Weichen gestellt werden, um das Berufsfeld attraktiver zu gestalten. Dazu gehöre auch, Medizinstudenten nicht nur in Pandemie-Zeiten, sondern regulär in den Gesundheitsämtern einzusetzen und die Approbationsordnung so zu ändern, dass das Praktische Jahr und die Famulatur im ÖGD absolviert werden können. 

„Das Gesundheitsamt ist auch für die Prävention nichtübertragbarer Krankheiten zuständig, die trotz Corona für die größte Krankheitslast in Deutsch- land verantwortlich sind und zugleich die Risikofaktoren für Tod und schwere Krankheitsverläufe bei Covid-19 darstellen“, erklärt Hartmann. Selbst während einer Pandemie müsse man Schuleingangsuntersuchungen personell abdecken können, Gesundheitsaufklärung in Kitas und Grundschulen betreiben, den Impfstatus von Schülern überprüfen und psychisch Kranken im Sozialpsychiatrischen Dienst mit Rat und Tat zur Seite stehen: „Gesundheitsämter leisten im Sinne der kommunalen Daseinsvorsorge einen wichtigen Beitrag zum Schutz und der Förderung der Gesundheit der Bevölkerung.“ 

Hintergrund 

Bis zum 30. August wollen Bund und Länder die Inhalte des im Rahmen des Konjunkturpakets beschlossenen „Pakts“ im Detail vorlegen und am 8. September soll es eine virtuelle Konferenz der Bundesregierung mit Vertretern des ÖGD sowie Landräten und Oberbürgermeistern kreisfreier Städte geben. Der Bund will den Ländern die Gelder in Form von Umsatzsteuerfestbeträgen zur Verfügung stellen.





Videos Stimmen aus der Region

Oberbürgermeister Zugehör

Videos Kultur

Schlosskirche Wittenberg Sarah Herzer an der Orgel
Schlosskirche
Alaris Schmetterlingspark
Kommunaler Bildungsbericht im Kreistag vorgestellt
Kreistag beschließt mehr Geld für die Sporthalle im Volkspark


FIW mbH & Co. KG, Wittenberger Sonntag/Freizeit Magazin, 06886 Lutherstadt Wittenberg, Coswiger Straße 30 A, E-Mail: