OB Torsten Zugehör (l.), Jenny Strümpel (3.v.l.), Sachgebietsleiterin Stadtplanung und die vier Mitarbeiter des Planungsbüros, die sich künftig mit dem Citymanagement der Lutherstadt befassen werden. Foto: Wolfgang Gorsboth

OB Torsten Zugehör (l.), Jenny Strümpel (3.v.l.), Sachgebietsleiterin Stadtplanung und die vier Mitarbeiter des Planungsbüros, die sich künftig mit dem Citymanagement der Lutherstadt befassen werden. Foto: Wolfgang Gorsboth

22.08.2020

Jury wählte ein Leipziger Planungsbüro für das Citymanagement

Mit Offline-Strategien für eine lebendige Wittenberger Altstadt

Wittenberg (wg). „Es geht um den Erhalt der Altstadt als multifunktionelles Zentrum“, betont Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) bei der Vorstellung des neuen Planungsbüros, welches in den nächsten drei Jahren im Auftrag der Stadt das Citymanagement vorantreiben soll. Der Leerstand von Ladengeschäften (aktuell: 45 Einheiten mit insgesamt 3.560 Quadratmetern) sei dabei das sichtbare Problem, dieser Trading-Down-Effekt werde sich durch die Corona-Pandemie noch verschärfen, weil immer mehr Kunden den bequemen Weg der Online-Bestellung wählten. 

Außer der Behebung des Leerstandes müsse die Nutzungsvielfalt der Altstadt erhalten und weiter entwickelt werden zu einem Standort, der für Bürger attraktiv sei und Menschen aus dem Umland in die „City“ lockt. Bisherige Bemühungen der Stadt, ungenutzte Ladenlokale zu reaktivieren, seien nur bedingt erfolgreich gewesen. „Bunte Luftballons machen die Altstadt nicht attraktiver und uns hilft es auch nicht, Modelle anderer Städte zu kopieren“, erklärt Zugehör, „wir müssen unseren eigenen Weg finden und da ist die Sicht von außen oft hilfreich.“ 

Deshalb habe man das Citymanagement öffentlich ausgeschrieben, eine mit Vertretern der Stadtverwaltung, des Gewerbevereins und des Sanierungsträgers Saleg besetzte Jury habe sich für das Büro Stadt + Handel Beckmann und Föhrer Stadtplaner PartGmbH aus Leipzig entschieden. Das Büro berate bundesweit 25 Städte in Fragen des City- und Quartiersmanagements und bringe eine große Expertise ein. Finanziert wird das Büro bis zum 31. Juli 2023 über Mittel aus dem Förderprogramm „Lebendige Zentren“, weitere Anträge hat die Stadt gestellt, um das Budget aufstocken und das Citymanagement über 2023 hinaus fortführen zu können. 

„Citymarketing ist ein strategischer Ansatz, um Innenstädte zu profilieren vor dem Hintergrund eines veränderten Einkaufsverhalten sowie sich wandelnder Ansprüche an Wohnen und den öffentlichen Raum“, erläutert Teamleiterin Ute Marks und empfiehlt Offline-Strategien: Die Menschen wollten mehr als nur den digitalen Konsum und dieses „Mehr“, wie das Bedürfnis nach Erlebnis, Emotionalität und Authentizität, müssten die urbanen Zentren bieten – mit den richtigen Strategien im lokalen Kontext. 

Vor Ort werden sich Annika Heinlein und Carolin Bernhardt als Citymanagerinnen, Partnerinnen der innerstädtischen Akteure und Anlaufstelle für Gewerbetreibende betätigen. Im Oktober soll es eine erste öffentliche Veranstaltung geben, auf der sich das Planungsbüro mit seinen Zielvorstellungen präsentiert und das Gespräch mit der Stadtgesellschaft sucht. Anschließend ist ein öffentlicher Stadtspaziergang geplant und im November der erste Workshop. Projektassistent Benjamin Konstant erfasst derzeit die in der Altstadt vorhandenen Angebote als Grundlage für die weitere Arbeit.





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