SPZ-Geschäftsführer Matthias Henschel (l.) führt seine kommunalpolitischen Gäste durch einen der neuen Flachbauten, in dem ein Gemeinschaftsraum entstehen soll. Foto: Wolfgang Gorsboth

SPZ-Geschäftsführer Matthias Henschel (l.) führt seine kommunalpolitischen Gäste durch einen der neuen Flachbauten, in dem ein Gemeinschaftsraum entstehen soll. Foto: Wolfgang Gorsboth

04.08.2020

SPZ errichtet drei Gebäude für Wohngemeinschaften und Tagespflege

Demenz bedeutet den Spagat zwischen Freiheit und Sicherheit

Wittenberg (wg). Das kleine „Demenzdorf“ vor dem Senioren- und Pflegezentrum (SPZ) nimmt Gestalt an: Am Montag, dem 3. August, informierte SPZ-Geschäftsführer Matthias Henschel die CDU-Stadtratsfraktion auf der Baustelle über das Projekt. 

Das Richtfest ist Corona zum Opfer gefallen, statt dessen können Interessierte das Objekt im September besichtigen. Alle Arbeiten befinden sich auch dank des milden Winters im Zeitplan und sollen im Februar 2021 beendet werden. 

Auf der circa 5.000 Quadratmeter großen Fläche an der Schulstraße entstehen drei barrierefreie Flachbauten für zwei Wohngruppen à zwölf dementiell erkrankte Bewohner sowie für eine Tagespflege mit 40 Plätzen. Das SPZ hatte die Grundstücke von Wiwog und WBG erworben, die alten Plattenbauten waren im Zuge des Stadtumbaus Ost abgerissen worden, der Baumbestand bleibt jedoch erhalten. 

Das SPZ investiert 5,3 Millionen Euro in das Vorhaben und reagiert damit auf „eine immer älter werdende Gesellschaft, in welcher der Anteil von Menschen steigt, die zwar körperlich fit sind, aber große Probleme haben, sich im Alltag zurecht zu finden“, erklärte Henschel, „die Bewohner können sich im Gebäude sowie im Außengelände frei bewegen, wobei es bei Demenz immer einen Spagat zwischen Freiheit und Sicherheit gibt.“ 

Gut aufgehoben in der Gemeinschaft 

Jeder Bewohner hat ein Zimmer, das individuell mit eigenen Möbeln ausgestattet werden kann, Bad und Toilette müssen sich jeweils zwei Parteien teilen. Das Zusammenleben gleicht dem einer betreuten Wohngemeinschaft, wobei sich der Alltag im großen Gemeinschaftsraum abspielen wird. „Dementiell Erkrankte sind oft nicht pflegebedürftig im Sinne des Pflegegesetzes, aber sie benötigen Betreuung, Anleitung und Lenkung“, berichtete Henschel, „um die Bewohner durch den Tag zu begleiten, müssen wir zusätzliches Personal einstellen.“ 

Das Farbkonzept des SPZ wird im Demenzdorf übernommen: „Pflegeeinrichtungen müssen nicht grau sein, außerdem erleichtert die Farbe den Bewohnern die Orientierung, weshalb wir in den Gebäuden auch auf Flure verzichten“, sagt Henschel. Das Außengelände wird ohne Zäune gestaltet, alternativ sollen Spalierobst, Hochbeete und Hecken natürliche Barrieren schaffen, auch ein kleines Gewächshaus ist geplant.

In der Tagespflege entstehen ein großer Gemeinschaftsraum mit Küche, Essensausgabe, Café und einem kleinen Tante-Emma-Laden; außerdem Ruheräume, Therapieräume sowie eine kleine Werkstatt, in der sich die Bewohner betätigen können. Die Tagespflege ist ein ambulantes Angebot, das an sieben Tagen in der Woche geöffnet hat und als Besonderheit auch einen Nachtdienst gewährleistet für solche Demenzpatienten, deren Tag-Nacht-Rhythmus verschoben ist. Dieser neue Service bedeutet für die pflegenden Angehörigen eine große Entlastung. Alle Angebote der Tagespflege können auch von den Bewohnern der beiden Wohngemeinschaften genutzt werden. 

„Mit der Konzentration von stationärer Pflege, häuslicher Tagespflege sowie den neuen stationären und ambulanten Angeboten für Menschen mit Demenz an einem Standort haben wir in Sachsen-Anhalt ein Alleinstellungsmerkmal“, freut sich Henschel. Das Land Sachsen-Anhalt schreibe vor, dass es an einem Standort nur zwei Demenz-WG geben dürfe, sollte sich das Gesetz einmal ändern, habe man ausreichend Platz für einen weiteren Neubau. 

Die Investition müsse ohne Fördermittel gestemmt werden und stelle einen weiterer Meilenstein in der 36-jährigen Geschichte der Einrichtung dar, betont Henschel.





Videos Stimmen aus der Region

Oberbürgermeister Zugehör

Videos Kultur

Schlosskirche Wittenberg Sarah Herzer an der Orgel
Schlosskirche
Alaris Schmetterlingspark
Kommunaler Bildungsbericht im Kreistag vorgestellt
Kreistag beschließt mehr Geld für die Sporthalle im Volkspark


FIW mbH & Co. KG, Wittenberger Sonntag/Freizeit Magazin, 06886 Lutherstadt Wittenberg, Coswiger Straße 30 A, E-Mail: