Bürgermeister Jochen Kirchner (r.), Ortsbürgermeister Klaus Eckert (l.) und Uwe Branschke, Sachgebietsleiter Tiefbau – im Hintergrund die Baustelle des Gehwegs an der L 123. Foto: Wolfgang Gorsboth

Bürgermeister Jochen Kirchner (r.), Ortsbürgermeister Klaus Eckert (l.) und Uwe Branschke, Sachgebietsleiter Tiefbau – im Hintergrund die Baustelle des Gehwegs an der L 123. Foto: Wolfgang Gorsboth

31.07.2020

Fenster und Orgel der Kirche werden saniert, Kritik an fehlendem Radweg

„Landpartie“ mit Bürgermeister Jochen Kirchner in Straach

Wittenberg-Straach (wg). Nach der langen, coronabedingten Unterbrechung hat die Stadtverwaltung die „Landpartie“ genannten Besuche in den 12 Ortschaften der Stadt Wittenberg wieder aufgenommen. Am Freitag wurde Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) von Straachs Ortsbürgermeister Klaus Eckert (Freie Wähler), Hans-Jakob Schröter, Pfarrer des Kirchspiels Dobien sowie Vertretern des Ortschaftsrates vor der Kirche begrüßt. 

Die unter Denkmalschutz stehende Backsteinkirche, die 1884 bis 1886 errichtet wurde, der Stadt Wittenberg gehört und damit im wahrsten Wortsinn eine „Stadt-Kirche“ ist, war eines der drei Themen der „Landpartie“. 110.000 Euro fließen in die Sanierung der bleiverglasten, bunten Fenster des Gotteshauses, deren Turm eine weithin sichtbare Landmarke darstellt. Aktuell wird der zweite Bauabschnitt realisiert, der dritte folgt 2021. 

„Die Kirche ist auch ein Symbol der Zusammengehörigkeit von Straach und Nudersdorf“, betonte Pfarrer Schröter, der sich besonders darüber freut, dass die 45.000 Euro für die Generalsanierung der Orgel ausschließlich durch Spenden finanziert werden können. Die Orgel ist so alt wie die Kirche selbst, die Restaurierung fast abgeschlossen, nur der Elektromotor fehlt noch. Am 29. August soll sie um 15 Uhr erstmalig wieder erklingen im Rahmen eines Konzerts, bei dem Marianne Schröter, die Ehefrau des Pfarrers und Geschäftsführerin der Stiftung Leucorea, die Orgel spielt. 

Zweites Thema war der fehlende Radweg, der entlang der L 124 Straach via Nudersdorf und Reinsdorf mit Wittenberg verbinden soll und immer wieder von den Bürgern der drei Ortschaften mit guten Argumenten und mehr als 1.200 Unterschriften auf einer Petitionsliste eingefordert wird, denn das Radeln entlang der von LKW viel befahrenen, kurvenreichen Straße ist vor allem für Kinder und Ältere lebensgefährlich. 

„Im Radewegebedarfsplan des Landes rangiert dieser Radweg unter ferner liefen“, erklärte Bürgermeister Kirchner, „die Stadt unterstützt das Vorhaben und wird darauf drängen, dass diese Verbindung im neuen Landesradwegeplan mit Priorität versehen wird.“ Der Plan sei in Arbeit und soll noch in der zweiten Jahreshälfte vorgelegt werden. Der Radweg sei dringend vonnöten, damit unmotorisierte Bürger Versorgungseinrichtungen, Ärzte und Schulen ohne Gefahren erreichen könnten. Kritik gab es auch am schlechten Zustand des Europaradweges R 1, der durch die Straacher Ortsteile Berkau und Grabo führt und Radtouristen eher abschreckt. 

Dafür tut sich endlich was an der L 123 in Straach: Hier wird nach zehn Jahren der Planungen und vergeblichen Beantragungen von Fördermitteln ein barrierefreier Gehweg als Lückenschluss zwischen Dorfplatz und dem Straacher Schulweg gebaut, 98.000 Euro investiert die Lutherstadt, Fördermittel gibt es keine. Der Ausbau ist zwingend notwendig, um Kita- und Schulkindern einen sicheren Weg anzubieten. Die Fertigstellung ist für den 28. August 2020 vorgesehen. 

Gute soziale Infrastruktur 

Bürgermeister Kirchner lobte das hohe Engagement, mit dem sich die Ortschaft Straach im neuen Stadtentwicklungskonzept und dem neuen Flächennutzungsplan (FNP) eingebracht habe. Kirchner lobte zudem die gute soziale Infrastruktur, die das Verdienst der Freiwilligen Feuerwehr und der vielen Vereine sei. Mit Kita, Jugendraum, Bäcker, Einzelhändler, Arzt und Physiotherapie verfüge Straach mit seinen 741 Einwohnern über eine gute Versorgungslage. 

Auf Wunsch Straachs wurden im FNP 26 Parzellen zur Bebauung ausgewiesen, unter anderem auf der kommunalen Fläche hinter der alten Schule. Stadtentwicklerin Janine Stiller hob als besondere Stärken Straachs die attraktive landschaftliche Lage hervor sowie Industrie, Handwerk und Gewerbe, die sich in der Ortschaft gut entwickelt hätten.

Ortsbürgermeister Eckert benannte auch Probleme, wie die Umnutzung und Revitalisierung der leerstehenden ehemaligen Sekundarschule und des Gasthofes „Zur Linde“, zumal Straach kein Dorfgemeinschaftshaus besitzt, auch das langsame Internet sei ein Ärgernis. 

Die 630 Jahrfeier fiel im Sommer wegen Corona aus und wird in 2021 vor den Sommerferien nachgeholt. Damit sollen auch die Traditionen und Eigenheiten der Ortschaft gepflegt werden, betonte Eckert.





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