Die Folgen der zunehmenden Austrocknung in der Aue werden zwischen der Elbe und dem Bleddiner Riss deutlich sichtbar. Foto: Knut Jäger

Die Folgen der zunehmenden Austrocknung in der Aue werden zwischen der Elbe und dem Bleddiner Riss deutlich sichtbar. Foto: Knut Jäger

24.07.2020

Renaturierung von Teilbereichen an der mittleren Elbe beginnt

Naturschutzprojekt zum Schutz der Auen in der Planung

Wittenberg (wg). Seit zwei Jahren betreibt die Heinz Sielmann-Stiftung ein Projektbüro in der Schlossstraße, in dem die Vorarbeiten, Modellprojekte und die Antragstellung für das Naturschutzgroßprojekt „Mittelelbe – Schwarze Elster“ laufen. Durch die Verbesserung der Überflutungsdynamik sollen die typischen Lebensräume erhalten und aufgewertet werden. Das Bundesamt für Naturschutz und das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt fördern das Vorhaben im Unesco-Biosphärenreservat Mittelelbe mit Mitteln des Bundesumweltministeriums aus dem Programm „chance.natur – Bundesförderung Naturschutz“. 

In den nächsten drei Jahren werden die Maßnahmen zur Revitalisierung und zum Schutz der Flussauen im Landkreis Wittenberg zwischen Pretzsch, Jessen und Gallin im Sinne des Natur- und Hochwasserschutzes geplant. In den darauffolgenden zehn Jahren sollen die Maßnahmen in einem weiteren Projekt umgesetzt werden, mit dem Ziel, den ökologischen Zustand der Flussauen zu verbessern. 

Nach einer Planungsphase werden ab 2023 konkrete Maßnahmen umgesetzt: Stark verlandete Altgewässer werden entschlammt und besser an den Hauptstrom angebunden. Es wird nach Möglichkeiten gesucht, wie der Wasserrückhalt in der Aue und die Vernetzung der Aue mit dem Fluss wieder nachhaltig verbessert werden kann. Die momentan nur noch rudimentär vorhandenen Auenstrukturen sollen langfristig wiederhergestellt werden, um die vielfältigen ökologischen Funktionen der Gewässer und Auen zu erhalten. 

„Lebendige Flussauen sind Hotspots der biologischen Vielfalt“, betont Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, „sie mindern die Belastungen der Gewässer etwa durch Nährstoffeinträge, sie vermindern die Kohlenstofffreisetzung und bieten wirksame Hochwasservorsorge.“ Die naturnahe Entwicklung dieses Elbeabschnitts unter gleichzeitiger Aufrechterhaltung der schifffahrtlichen Nutzung sei eine besonders anspruchsvolle Aufgabe. Im Programm „chance.natur“ würden Projekte gefördert, die sich der Sicherung national bedeutsamer Naturräume annehmen. Die Mittelelbe mit ihren Auen sei ein Gebiet von ganz besonderem Wert – für die Natur und für die Menschen. 

Erosion des Flussbetts 

Seit mehr als 100 Jahren ist an der Mittelelbe zwischen Mühlberg und der Saalemündung eine verstärkte Erosion des Flussbetts zu beobachten: Im Zuge der Schiffbarmachung wurde der natürliche Flusslauf immer weiter begradigt und zum Schutz vor Hochwasser mit hohen Deichen gesäumt. Als Folge fließt die Elbe mit erhöhter Geschwindigkeit durch ein enges Flussbett, dabei reißt das Wasser mit seiner Kraft die Sedimente am Grund des Flusses mit und „gräbt“ sich immer tiefer in die Landschaft ein. 

Die gesamte Auenlandschaft, welche vom Hochwasser des Flusses natürlicherweise überflutet wird, wird dadurch immer trockener. Diese Entwicklung hat drastische Auswirkungen auf die typischen Lebensräume und Arten. Zurzeit begleiten noch Nebenarme wie die Alte Elbe Bösewig, der Bleddiner Riss und der Klödener Riss die Elbe an beiden Ufern, doch diese Ausläufer werden immer seltener vom Elbe-Hochwasser überflutet und verlanden: Das Ökosystem Elbaue gerät zunehmend aus dem Gleichgewicht.





Videos Stimmen aus der Region

Oberbürgermeister Zugehör

Videos Kultur

Schlosskirche Wittenberg Sarah Herzer an der Orgel
Schlosskirche
Alaris Schmetterlingspark
Kommunaler Bildungsbericht im Kreistag vorgestellt
Kreistag beschließt mehr Geld für die Sporthalle im Volkspark


FIW mbH & Co. KG, Wittenberger Sonntag/Freizeit Magazin, 06886 Lutherstadt Wittenberg, Coswiger Straße 30 A, E-Mail: