11.07.2020

Wittenberger Sonntag liest die Badische Zeitung

Rechte Netzwerke bei der Polizei wurden zu lange bagatellisiert

Freiburg (ots) Wieder rechte Drohmails, wieder Hessen, wieder führt eine Spur zur Polizei. Dass Hessens Innenminister einen Sonderermittler dem Verdacht eines rechten Netzwerks nachzugehen, ist überfällig. 

Nun soll es also ein Sonderermittler richten und Klarheit schaffen, wer hinter den rechtsradikalen Drohmails gegen die Linken-Politikerin Janine Wissler steckt. Selbst Hessens CDU-Innenminister Peter Beuth schließt nicht mehr aus, dass es in der hessischen Polizei ein rechtes Netzwerk geben könnte. Ob das tatsächlich so ist, lässt sich derzeit nicht einschätzen. Sicher ist nur, um einen Einzelfall handelt es sich nicht. 

Die Drohungen in Hessen hatten einen Vorlauf, und auch in anderen Bundesländern werden immer wieder rechtsextreme Vorfälle in der Polizei bekannt. Dabei wird deutlich, wie schwer sich die betroffenen Stellen damit tun, in den eigenen Reihen für Aufklärung zu sorgen. 

Nun ist in den vergangenen Wochen viel über Rassismus und Extremismus in der Polizei diskutiert worden. Stets wurde betont, man dürfe niemanden unter Generalverdacht stellen. Erst kürzlich erteilte Innenminister Horst Seehofer einer Studie zum Thema Racial Profiling eine Abfuhr. Es ist genau jene Haltung, die in der Vergangenheit dazu geführt hat, dass zu oft weggesehen und bagatellisiert wurde. Damit aber muss Schluss sein. Nicht zuletzt der Mord an Walter Lübcke hat gezeigt, wie groß die Gefahr ist, die von Rechts ausgeht. Auch dieser Fall ereignete sich in Hessen. Gerade dort sollten Polizei und Sicherheitsbehörden besonders hellhörig sein.




Video


Videos


Videos



FIW mbH & Co. KG, Wittenberger Sonntag/Freizeit Magazin, 06886 Lutherstadt Wittenberg, Coswiger Straße 30 A, E-Mail: