02.07.2020

Wittenberger Sonntag liest die Badische Zeitung

Gesetze allein schützen Kinder nicht vor Übergriffen

Freiburg (ots) Sexualisierte Gewalt gegen Kinder soll künftig härter bestraft werden. Noch wichtiger wäre aber die bessere technische und personelle Ausstattung von Ermittlungsbehörden und Jugendämtern. 

Es ist nicht lange her, da hat sich Justizministerin Christine Lambrecht noch gewehrt, die Strafen für sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Besitz von Kinderpornographie zu verschärfen. Aber spätestens seit Bergisch Gladbach ist die Situation eine andere. Rund 30.000 Spuren zu möglichen Tatverdächtigen werden dort verfolgt – in einem Tatkomplex.

Der Fall zeigt, wie weit pädophile Netzwerke verzweigt sind. Und wie gut es die Szene verstanden hat, sich im Internet festzusetzen und organisierte Strukturen auszubilden. Aber schrecken schärfere Strafen Täter tatsächlich ab? Erfahrungsgemäß ist das nicht so. Dennoch setzt die Ministerin ein wichtiges Zeichen. Solche Taten sind ein Verbrechen – in welcher Form auch immer. Und sie werden mit aller Härte bestraft.

Nur reichen wird das nicht. 

Man würde wollen, das "ohne Wenn und Aber" der Ministerin gelte auch für die technische und personelle Ausstattung von Ermittlungsbehörden und Jugendämtern. Oder wenn es darum geht, Anlaufstellen für Opfer zu schaffen und die Präventionsarbeit zu stärken. Damit Pädophile gar nicht zu Tätern werden. Und für die Aufklärungsarbeit in Schulen und Vereinen. 

Gesetze allein werden Kinder vor Übergriffen nicht schützen. Denn viele dieser Taten nehmen ihren Anfang dort, wo Ermittlungen besonders schwierig sind: im familiären Umfeld und im Bekanntenkreis.




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