Ministerpräsident Reiner Haseloff (r.), Oberbürgermeister Torsten Zugehör (l.)sowie die Tesvolt-Gründer Simon Schandert (2.v.l.) und Daniel Hannemann. Foto: Tesvolt

Ministerpräsident Reiner Haseloff (r.), Oberbürgermeister Torsten Zugehör (l.)sowie die Tesvolt-Gründer Simon Schandert (2.v.l.) und Daniel Hannemann. Foto: Tesvolt

19.06.2020

1. Platz im führenden Innovationswettbewerb des deutschen Mittelstands

Tesvolt aus Wittenberg ist Top-Innovator des Jahres

Wittenberg (wg). „Sachsen-Anhalt ist stolz auf Tesvolt“, überbrachte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Freitag die Glückwünsche der Landesregierung. Trotz der Corona-Pandemie wurde in der neuen Gigafactory des Wittenberger Unternehmens in kleiner analoger Runde die Auszeichnung des Batterie-Herstellers im Top 100-Wettbewerb als „Top-Innovator des Jahres“ gefeiert, digital waren die Dependancen unter anderem in den USA und Südkorea zugeschaltet. 

Die rasante Entwicklung des jungen Unternehmens, die agile Organisationsform ohne Hierarchien und die innovative Technologe des Stromspeichers hatten die 31-köpfige Jury des Top 100-Wettbewerbs überzeugt. Seit 1993 vergibt compamedia das Top 100-Siegel für besondere Innovationskraft und überdurchschnittliche Innovationserfolge an mittelständische Unternehmen, Tesvolt belegte den ersten Platz in seiner Größenklasse. 

Tesvolt sei längst kein unbekanntes Unternehmen mehr, seine Innovationskraft habe sich bis ins Bundeskanzleramt herumgesprochen, verwies der MP auf die Glückwünsche von Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung. Deutschland befinde sich immer noch in der akuten Pandemiephase, weshalb der Schutz von Leib und Leben hohe Priorität habe. Mit staatlichen Rettungsmaßnahmen versuchten Bund und Länder die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie zu mindern, Beschäftigung zu erhalten und neue Arbeitsplätze zu schaffen. 

„Das Geld muss nachhaltig angelegt werden, das heißt in zukunftsfähige Technologien, wie sie Tesvolt entwickelt“, betonte Haseloff. Auch wenn durch die Pandemie Themen wie Klimawandel und –politik in der öffentlichen Wahrnehmung an Bedeutung eingebüßt hätten, sei eines sicher: „Wir können nicht so weiter wirtschaften wie bisher, für die Energiewende braucht es Technologien zur Speicherung regenerativer Energien, wie sie in Wittenberg entwickelt und produziert werden. Und in einem Hochlohnland wie Deutschland benötigen wir Erfindungen, die nicht so schnell durch die Konkurrenz zu kopieren sind.“

Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos), der die Glückwünsche der Lutherstadt überbrachte, lobte Tesvolt als ein Unternehmen, welches rasant gewachsen sei und bei dem sich technischer und wirtschaftlicher Erfolg miteinander verbänden. Bei Führungskultur und Organisation folge man nicht alten Pfaden, sondern verzichte bewusst auf Hierarchien und treffe Entscheidungen im Team. 

„Für uns als Stadt ist es wichtig, dass sie dem Standort Wittenberg trotz aller Abwerbeversuche die Treue gehalten haben“, so Zugehör. Trotz des Erfolgs sei Tesvolt ein Familienunternehmen geblieben, das sich im Top 100-Wettbwerb gegen starke Konkurrenz durchgesetzt habe. „Die Batteriespeicherbranche entwickelt sich rasant, dank des Erfindungsgeistes seiner Mitarbeiter wird dieses Unternehmen auch in Zukunft ganz vorne dabei sein“, erklärte der OB. 

Gigafactory 

Die Feierlichkeit aus Anlass der Auszeichnung fand in der halbautomatisierten Fertigung in Europas erster Gigafactory für gewerbliche Batteriespeicher statt. Dank Innovationen im Produktionsprozess kann Tesvolt dort seine Lithium-Ionen-Speicher für Gewerbe und Industrie flexibel und effizient in Serie fertigen. „Wir haben während Corona mit Volllast produziert“, berichtete Daniel Hannemann, „auch ein neues Produkt kommt jetzt auf den Weltmarkt, das 30 Prozent weniger Speicherraum benötigt und damit effizienter und kostengünstiger ist.“ 

Auf 12.000 Quadratmetern Fläche produziert Tesvolt in der Gigafactory Stromspeichersysteme in verschiedenen Größenklassen. Das Werk ist so ausgelegt, dass die Produktionskapazität bis auf ein Gigawatt erweitert werden kann. Eine der wichtigsten Innovationen in der neuen Fertigung ist die teilautomatisierte Vollzyklisierung: Jedes Batteriemodul wird vollständig be- und entladen und auf Unregelmäßigkeiten bezüglich Temperatur, Spannung und Innenwiderständen geprüft. Für höchste Qualität sorgt im Anschluss die vollautomatisierte End of Line-Prüfung, hier wird jede Batteriezelle geprüft und weniger leistungsstarke Batteriemodule automatisch ausgeschleust. 

Über Tesvolt 

Tesvolt hat sich auf Batteriespeicher für Gewerbebetriebe spezialisiert. Das innovative Unternehme produziert Stromspeicher mit den modernsten Batteriezellen: prismatische Lithiumzellen von Samsung SDI auf Nickel-Mangan-Cobalt-Oxide-Basis. Tesvolt Speicher funktionieren mit Niederspannung ebenso wie mit Hochspannung und können an alle Energieerzeuger angeschlossen werden: Sonne, Wind, Wasser, Biogas und Blockheizkraft – On-Grid ebenso wie Off-Grid. Tesvolt wurde unter anderem mit dem Deutschen Gründerpreis in der Kategorie „Aufsteiger“ ausgezeichnet. Für die Off-Grid Stromversorgung einer Avocadofarm in Südwestaustralien erhielt Tesvolt den „The smarter E award“ in der Kategorie „Outstanding projects“ sowie den internationalen Award für ländliche Elektrifizierung (ARE). 

Über TOP 100 

Seit 1993 vergibt compamedia das TOP 100-Siegel für besondere Innovationskraft und überdurchschnittliche Innovationserfolge an mittelständische Unternehmen. Die wissenschaftliche Leitung liegt seit 2002 in den Händen von Prof. Dr. Nikolaus Franke. Franke ist Gründer und Vorstand des Instituts für Entrepreneurship und Innovation der Wirtschaftsuniversität Wien. Mentor von TOP 100 ist der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar. Projektpartner sind die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung und der BVMW.





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