So sieht das Corina-Virus aus, wenn es in der virtuellen Minetest-Welt nachgebaut wird. Foto: Junge Akademie Wittenberg

So sieht das Corina-Virus aus, wenn es in der virtuellen Minetest-Welt nachgebaut wird. Foto: Junge Akademie Wittenberg

30.05.2020

Pandemie als Weckruf für mehr Digitalisierung in der schulischen Bildung

Digitales Lernen gegen Corona: 1. Preis für die Junge Akademie

Wittenberg (wg). Die Junge Akademie Wittenberg hat mit ihrem Projekt „Minetest-Corona-Bildungsserver“ den ersten Preis beim Landeswettbewerb #digitalgegencorona in der Kategorie „Bildung und Arbeit“ gewonnen. „Die Pandemie wird die Entwicklung digitalen Lernens, Arbeitens und Kommunizierens enorm beschleunigen“, ist Mitinitiator Tobias Thiel im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag überzeugt. 

Als im März ein Bundesland nach dem anderen Schulschließungen anordnete, offenbarte sich auch, dass viele Schulen beim E-Learning schlecht aufgestellt waren und den durch den Unterrichtsausfall verursachten Schaden kaum begrenzen konnten – weil es an der erforderlichen Hard- und Software fehlte und viele Lehrer nicht entsprechend ausgebildet sind. 

„Es ist nicht damit getan, Hausaufgaben per E-Mail zu verschicken, sondern es muss endlich das Potenzial digitalen Lernens erkannt werden, auch für die Zeit nach Corona“, sagt Tobias Thiel, Studienleiter der Evangelischen Akademie. E-Learning sei keine Notlösung, sondern müsse zum Schulalltag gehören: „Digitale Medien sind für Kinder und Jugendliche etwas ganz Normales, sie intensiver zu nutzen, würde viele Schüler in ihrem Lernerfolg stärken.“ 

Schon vor den Schulschließungen hatte sich ein Regionalteam gebildet, um eine Handreichung zum Game-based-Learning (spielerisches Lernen) in der politischen Bildung zu erstellen. „Dann spitzte sich die Corona-Krise zu und wir haben beschlossen, weiter zu machen und aufbauend auf unseren Erfahrungen ein Corona-Bildungsprojekt auf den Weg zu bringen“, berichtet Thiel, „schon wenige Tage nach Schließung der Schulen stand der Server zur freien Nutzung zur Verfügung.“ Bis jetzt werde dieser Server von Kindern und Jugendlichen genutzt sowie von Pädagogen, die damit virtuelle Begegnungsräume für ihre Bildungsarbeit gestalten. 

Die Projektgruppe habe sich für Minetest entschieden, weil es sich um die kostenlose Alternative zu Minecraft handelt und bei jungen Leuten sehr populär sei. In einem offenen, digitalen Raum können die Teilnehmer allein oder mit anderen mit Hilfe quadratischer Blöcke virtuelle Welten nachbauen: „Im Kreativmodus ist es ein Online-Lego mit unbegrenzt vielen Steinen, es kann gleichzeitig im Unterricht zur Vermittlung von Kompetenzen eingesetzt werden.“ 

Minetest und Discord-Channel 

Der Minetest-Bildungsserver steht rund um die Uhr zur Verfügung und wird mehrere Stunden am Tag pädagogisch betreut. Pro Woche finden mindestens vier Live-Events statt, an denen Kinder und Jugendliche teilnehmen können und die den Pädagogen als Beispiele dienen. „Wir haben das Angebot um einen Discord-Channel ergänzt, so dass Inputs, Diskussionen und Reflexionen der Teilnehmer möglich sind“, erläutert Thiel. Server und Channel würden inzwischen von einem Team junger Menschen gewartet und aktualisiert, auch ein Beispiel, wie man die Kompetenzen Jugendlicher nutzen und fördern könne. 

Hinweis: 

Auf der Website des Minetest-Corona-Bildungsservers j-a-w.de/corona findet der Teilnehmer eine Einführung, eine Übersicht über aktuelle Beiträge, Live-Events, Videos, Texte und weitere Infos. Im Block rechts neben dem Hauptbereich stehen die Hinweise zum Kinder- und Datenschutz sowie die Zugangsdaten. Unter j-a-w.de/minetest/vlog finden sich Video-Anleitungen, wie man mit Minetest arbeitet sowie Beispiele für den Einsatz in der schulischen und außerschulischen Bildung.




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