Bunte Blühwiesen locken auch Schmetterlinge und andere wichtige Insekten an und tragen damit zur Artenvielfalt bei. Foto: Archiv/Wolfgang Marchewka

Bunte Blühwiesen locken auch Schmetterlinge und andere wichtige Insekten an und tragen damit zur Artenvielfalt bei. Foto: Archiv/Wolfgang Marchewka

29.05.2020

Wittenberg beteiligt sich am Label „Stadtgrün naturnah“

Mehrwert für Mensch und Natur

Wittenberg (wg). „Die Corona-Pandemie lässt uns auch beim Labeling-Verfahren ‚Stadtgrün naturnah’ nicht in Ruhe“, erklärt Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos), „die Zeitschiene wird sich verschieben.“ Wittenberg wurde mit 15 weiteren Städten, darunter die Partnerstadt Göttingen, im Oktober 2019 für die vierte Runde des vom Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ organisierten Verfahren ausgewählt, 46 Kommunen hatten sich beworben. 

„87 Prozent des Stadtgebiets entfallen auf geschützte Landschaften“, berichtet Zugehör, man sei sich deshalb der besonderen Verantwortung für naturnahe Grünflächen im Siedlungsbereich bewusst. Mit Steinen, Kies oder Beton auf pflegeleicht getrimmte Vorgärten leisteten keinen Beitrag zur biologischen Vielfalt. Schottergarten-Verbote seien in Sachen-Anhalt nicht in Sicht, jedoch könnten die Städte entsprechende Festlegungen in der Bauleitplanung treffen. Wichtiger als Verbote seien Information und Aufklärung. 

Ende Dezember 2019 gründete sich im Rahmen des Verfahrens eine lokale Arbeitsgruppe mit Vertretern der Verwaltung, Unternehmen, Bürgerschaft und dem Nabu als Naturschutzverband und bereits Ende Januar 2020 konnte die gemeinsam erarbeitete Bestandserfassung an das Organisationsbüro gesendet werden. „Auf Basis dieser Erfassung werden dann ein Maßnahmeplan und eine Grünflächenstrategie erarbeitet“, erklärt Landschaftsplanerin Ulrike Beetz. 

Leider habe man alle Termine im Zeitraum März bis Mai wegen Corona absagen müssen, darunter auch Vor-Ort-Besuche des Organisationsbüros. Fragen zur Bestandserfassung naturnaher Grünflächen wolle man Mitte Juni bei einer Video-Konferenz klären. Derzeit gehe man davon aus, dass ab September wieder Vor-Ort-Termine möglich sein werden. 

Ein besonderer Schwerpunkt im Labeling-Verfahren sind Blühwiesen, für viele Tiere und Pflanzen ein wichtiger Lebensraum. „Bereits in 2015 und 2016 haben wir mit der Anlage von Blühwiesen begonnen“, sagt Götz Kleeblatt, Sachgebietsleiter Grünanlagen. In 2020 sollen weitere dazu kommen, so im Bereich der Adamswiese, im Bereich des Hauptbahnhofs und an der Hafenpromenade in Nähe des Obi-Baumarktes. 

Das Label wird in den Stufen Gold, Silber und Bronze vergeben, honoriert wird außer Blühwiesen auch die Verwendung heimischer Arten bei der Neupflanzung, die naturnahe Pflege von Grünflächen ohne Einsatz von Pestiziden und Dünger sowie die Reduzierung der Mahd. 

Stadt lobt Fotowettbewerb aus 

Unter dem Motto „Es grünt so grün, wenn Wittenbergs Blüten blühen“ lobt die Stadt einen neuen Fotowettbewerb aus. Gesucht werden aussagekräftige Bilder, welche die natürliche Vielfalt an Pflanzen und Tieren im Garten, auf der Terrasse, auf dem Balkon oder einem Wiesenstück zeigen. 

Mit dem Wettbewerb, der das aktuelle Labeling-Verfahren „Stadtgrün naturnah“ begleitet, will die Stadt ihre Bürger sensibilisieren, natürliche und nachhaltige Garten- und Lebensräume zu schaffen und den Verlust der Artenvielfalt aufzuhalten. 

Die Motivideen sind vielfältig: Heimische Sträucher, naturnahe Hecken, alte Obstgehölze oder bunte Blühwiesen tragen zum heimischen Grün ebenso bei wie wilde Ecken mit Totholzhaufen. An dem Wettbewerb können sich vom 2. Juni bis zum 31. Mai 2021 alle Hobby- und Profifotografen beteiligen. 

Hinweis 

Wer mitmachen möchte, muss seine Fotos über das Onlineformular unter www.wittenberg.de/fotowettbewerb hochladen. Dabei sind folgende Kriterien zu erfüllen – Bildformat: JPEG, Farbraum: sRGB, Bildauflösung: circa 5.600 x 7.100 Pixel. Die besten Motive werden prämiert und in einem Kalender veröffentlicht.




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