Sibylle und Jürgen Krause mit einem Schweizer Sennenhund auf dem Hundeübungsplatz: Das anfangs verängstigte Tier ist im Tierheim wieder aufgeblüht. Foto: Wolfgang Gorsboth

Sibylle und Jürgen Krause mit einem Schweizer Sennenhund auf dem Hundeübungsplatz: Das anfangs verängstigte Tier ist im Tierheim wieder aufgeblüht.  Foto: Wolfgang Gorsboth

15.05.2020

Tierfreunde können für die Kastration frei lebender Katzen spenden

Auch das Tierheim hat wegen der Corona-Krise weniger Einnahmen

Wittenberg (wg). Das Wittenberger Tierheim bleibt trotz der jüngsten Lockerungen in der Corona-Pandemie zum Schutz von Tier und Mensch weiterhin geschlossen. Die Versorgung der Tiere wird von den fünf Mitarbeitern gewährleistet, Tiervermittlungen sind auf telefonische Anfrage ebenfalls möglich, doch Gruppenbesuche von Schulklassen, Tierschützern und anderen Interessenten können derzeit noch nicht genehmigt werden.

Jürgen Krause, Vorsitzender des Tierheimvereins, blickt im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag mit Sorge auf die Folgen der Corona-Krise: „Erstmals in 22 Jahren mussten wir unser beliebtes Tierheimfest absagen, damit sind uns erhebliche Erlöse und Spenden verloren gegangen.“ Weitere Einnahmen bleiben aus, weil Reisen coronabedingt verboten sind und deshalb in der Tierheim-Pension die 18 vorhandenen Plätze für Hunde und Katzen leer sind, in der Vergangenheit waren die Pensionsplätze zu Ostern voll belegt. Nun hofft der Vereinsvorsitzende, dass nach den ersten Lockerungen weitere folgen und wenigstens der Deutschland-Tourismus wieder in Gang kommt. 

Um das Ansteckungsrisiko für die Mitarbeiter zu senken, gibt es keine gemeinsamen Pausen mehr und das Tierheim wurde für das Publikum geschlossen: „Leider kann jeder Besucher ein Virus-Träger sein, falls nur einer von unseren Kollegen angesteckt werden würde, müssten alle in Quarantäne“, begründet Krause, „so etwas darf nicht passieren, denn die Tiere müssen auch in Krisenzeiten fachgerecht und mit der nötigen Zuwendung versorgt werden.“ 

Als Pflichtaufgabe im Auftrag der Städte Wittenberg, Coswig, Gräfenhainichen und Kemberg würden Fundtiere weiterhin angenommen, trotz Corona konnten neun Hunde und sieben Katzen vermittelt werden. 

Mit Hilfe von Lotto-Fördermitteln investiert der Tierheim-Verein weiter in Verbesserungen: Ab nächster Woche bekommt die Notaufnahmestation für Hunde neue verzinkte Gitter und zwei neue Boxen, die mit Schleusen versehen werden: „Wir bekommen auch Hunde, die wegen der Brutalität ihrer Halter traumatisiert sind und zunächst keinen Menschen an sich heranlassen“, erläutert Krause, die Boxen dienten der Sicherheit der Mitarbeiter bei den ersten Kontaktaufnahmen zu diesen Hunden. 

Im Hundehaus wurden bereits neue Fenster eingebaut, außerdem auf dem großen Hundeübungsplatz alle Geräte generalüberholt, einige Bereiche auf dem großen Gelände neu gepflastert „und wir konnten die Rasenflächen auf Vordermann bringen“, freut sich Krause. 

Frei lebende Katzen kastrieren 

„Bis jetzt fehlen als Folge der Corona-Krise etwa 35.000 Euro“, erläutert Krause, „deshalb haben wir als wirtschaftlicher Zweckbetrieb beim Land Soforthilfe beantragt und 9.000 Euro bewilligt bekommen.“ Auch wenn das Geld knapp sei, wolle man im Interesse des aktiven Tierschutzes frei lebende Katzen weiterhin sterilisieren, der Deutsche Tierschutzbund übernehme die Hälfte der Kosten, die andere Hälfte hoffe man durch Spenden decken zu können. 

Viele der Freileber befänden sich in einem jämmerlichen Zustand, seien verwahrlost, manche krank oder von Flöhen und Würmern befallen. „In unserer Katzenauffangstation werden die Tiere nicht nur kastriert oder sterilisiert", berichtet Krause, „sondern auch tierärztlich versorgt, entwurmt und geimpft und dann wieder am Fundort ausgesetzt.“ 

Der Vorsitzende des Tierheimvereins bittet: „Wer kleine, vermeintlich verwaiste Maikitten sieht, sollte sie nicht mitnehmen und zu uns bringen. Die Mutter ist meist in der Nähe.“ Kitten, die erst drei oder vier Wochen alt seien, hätten auch bei bester Pflege kaum eine Überlebenschance. 

Hinweis 

Wer mit den Tierheimhunden Gassi gehen möchte oder Interesse an einem Tier hat, ist willkommen, muss sich aber vorher anmelden unter Tel.: 03491/794 92 32 (täglich von 10 bis 16 Uhr). Fundtiere können nur in Abstimmung mit den zuständigen Ordnungsämtern aufgenommen werden.

Anfragen für die Tierheim-Pension werden gerne entgegengenommen. Wer die Kastration frei lebender Katzen unterstützen und dem Tierheim in seiner schwierigen Lage helfen will, kann spenden: Sparkasse Wittenberg, IBAN: DE20 8055 0101 0000 3017 44, Commerzbank Wittenberg, IBAN: DE28 8104 0000 0554 4440 00.





Videos Stimmen aus der Region

Oberbürgermeister Zugehör

Videos Kultur

Schlosskirche Wittenberg Sarah Herzer an der Orgel
Schlosskirche
Alaris Schmetterlingspark
Kommunaler Bildungsbericht im Kreistag vorgestellt
Kreistag beschließt mehr Geld für die Sporthalle im Volkspark


FIW mbH & Co. KG, Wittenberger Sonntag/Freizeit Magazin, 06886 Lutherstadt Wittenberg, Coswiger Straße 30 A, E-Mail: