Elke Witt, Geschäftsführerin des Verbandes Welterbe-Region Anhalt-Dessau-Wittenberg, vor der Thesentür der Schlosskirche: Eine Welterbe-Tour „Lutherstätten, Bauhaus und Gartenreich“ per Rad ist in Vorbereitung. Foto: Wolfgang Gorsboth

Elke Witt, Geschäftsführerin des Verbandes Welterbe-Region Anhalt-Dessau-Wittenberg, vor der Thesentür der Schlosskirche: Eine Welterbe-Tour „Lutherstätten, Bauhaus und Gartenreich“ per Rad ist in Vorbereitung. Foto: Wolfgang Gorsboth

06.05.2020

Trotz Corona: Wunsch nach Rückkehr in die touristische Normalität

Elke Witt plädiert für eine „Taskforce Tourismus“

Landkreis Wittenberg (wg). „Mit den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist auch die Vorsaison ist für die Tourismuswirtschaft gelaufen“, klagt Elke Witt, Geschäftsführerin des Verbandes Welterbe-Region Anhalt-Dessau-Wittenberg, „die Situation hat sich von Woche zu Woche verschlechtert, alle Partner hoffen nun auf die von Wirtschaftsminister Willingmann angekündigten Lockerungen.“ 

Die coronabedingten Schließtage ließen sich von den Tourismusdienstleistern finanziell auch nachträglich nicht einspielen, deshalb seien Kurzarbeitergeld und Soforthilfeprogramme eine wichtige Unterstützung. „Bei den Hilfen darf der Tourismus nicht schlechter gestellt werden als andere Wirtschaftszweige", meint Elke Witt. Steuererleichterungen und Liquiditätshilfen müssten noch ausgebaut werden, weil die Bewältigung der Krise längere Zeit in Anspruch nehmen werde. „Strukturelle Schäden mit Insolvenzen und Job-Verlusten würden zu Verwerfungen in der gesamten Wirtschaftsstruktur führen mit Konsequenzen auch für Einzelhandel, Verkehrswirtschaft und Kultur“, so Witt. 

Der Verband beteilige sich an der Werbekampagne der Investitions- und Marketinggesellschaft „Verschiebe deine Reise. Bis bald in Sachsen-Anhalt“ damit die Touristen Sachsen-Anhalt nicht als Reiseziel aus den Augen verlieren. „Wir brauchen Szenarien für eine Rückkehr in die touristische Normalität, die allen Beteiligten Sicherheit bietet,“ fordert Witt. Die Gäste müssten wissen, welchen Gesundheitsschutz ihre Urlaubsdestination bietet, die Dienstleister bräuchten Planungssicherheit. 

Sachsen-Anhalt habe die zweitniedrigste Infiziertenzahl aller Flächenbundesländer: „Ein günstiger Faktor, der die Entscheidungen des Landes für den Neustart positiv beeinflussen müsste.“ Eine Rückkehr in die Normalität müsse nicht nur schrittweise und differenziert, sondern auch so rasch wie möglich erfolgen. Den Betrieben müsse eine kostendeckende Arbeit ermöglicht werden. 

Witt spricht sich für die Einrichtung einer bei der Landesregierung angesiedelten „Taskforce Tourismus“ mit Vertretern aus Politik, Tourismus und Medizin aus. Die Lockerungen könnten wie von Willingmann vorgesehen in verschiedenen Phasen erfolgen, beginnend mit der Zulassung von Dauercampern und von Personen, die in Sachsen-Anhalt einen Zweitwohnsitz haben. Anschießend sollten Gastronomiebetriebe wieder öffnen dürfen, orientiert an den Empfehlungen des RKI, ebenso Tagesangebote unter Beachtung der Distanzregeln. 

„Anschließend könnte in den Übernachtungs-Tourismus eingestiegen werden, zunächst für Sachsen-Anhalter, dann für Gäste aus der gesamten Bundesrepublik“, meint Witt. In der letzten Phase dürften Gäste aus dem Ausland kommen - aber nicht aus Risikogebieten - und so werde der Tagestourismus inklusive der Kultur- und Freizeitangebote normalisiert. 

Füreinander und miteinander 

Auf der Vorstandssitzung unseres Verbandes werden wir auch über Ad-hoc-Maßnahmen zum Neustart beraten“, kündigt Witt an. Unter dem Motto „Füreinander. Miteinander“ habe der Verband Aktionen wie den Gutschein-Shop und Online-Shops in der Welterbe-Region ins Leben gerufen, außerdem könne man die Region jetzt auch virtuell auf der Verbands-Homepage erleben. 

Digitalisierung vorantreiben 

„Wir haben die Corona-Zwangspause genutzt, um alle bisherigen Konzepte zu evaluieren und neue zu entwickeln“, betont die Tourismusfachfrau. „Unsere starken Themen wie die Dachmarke Luther, Bauhaus, Gartenreich, den Radtourismus, Industriekultur, Naturschätze müssen den neuen Bedingungen angepasst werden.“ In der Krise sei deutlich geworden, wie wichtig das Internet sei, deshalb treibe man die Digitalisierung voran: „Wir entwickeln interaktive Apps zu den touristisch relevanten Themen und relaunchen alle unsere Webseiten.“ Für alle Radwege im Verbandsgebiet sei ein Online-Portal in Arbeit, und künftig werde es möglich sein, die WelterbeCard auch per PayPal zu erwerben. 

Welterbe-Tour mit dem Fahrrad 

„Die Unesco-Welterbestätten in unserer Region bleiben ein zentrales Thema“, sagt Witt, „ein neuer Reiseführer ist in Vorbereitung, ebenso eine neue Imagekampagne mit Schwerpunkt in den alten Bundesländern.“ Die stabilsten Zuwachsraten weise der Radtourismus aus, alle Highlights in der Region ließen sich mit dem Rad erkunden: „Deshalb arbeiten wir auch an der Verbesserung der Qualität der Wege und Ausschilderungen.“ Eine spezielle „Welterbe-Tour per Rad“ sei geplant und der Europaradweg R1 werde in Kürze als erster barrierefreier Radweg in Sachsen-Anhalt zertifiziert. 

Die beliebte Route „Kohle, Dampf, Licht, Seen“ werde erweitert, Themen wie Klimawandel und Energiewende stärker berücksichtigt. Neu erstellt wird eine Übersicht aller wassersportlichen Aktivitäten an Elbe, Saale und Mulde sowie an den neu entstandenen Bergbauseen. Ebenfalls in Vorbereitung ist eine Broschüre „Musikland Anhalt“, in der unter anderem Fasch (Zerbst), Bach (Köthen) und Weill (Dessau) gewürdigt werden.





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