Kundgebung gegen Corona-Maßnahmen: Ab 15.30 Uhr füllte sich am Sonnabend langsam der Marktplatz, am Ende waren es rund 350 Teilnehmer. Foto: Wolfgang Gorsboth

Kundgebung gegen Corona-Maßnahmen: Ab 15.30 Uhr füllte sich am Sonnabend langsam der Marktplatz, am Ende waren es rund 350 Teilnehmer. Foto: Wolfgang Gorsboth

02.05.2020

Kundgebung auf dem Markt gegen Corona-Maßnahmen

Sofortige Rückkehr zur Normalität gefordert

Wittenberg (wg). „Der Regen hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, bedauerte Holger List, Initiator der Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen, am Samstagnachmittag auf Wittenbergs Marktplatz. Gleichwohl füllte sich nach und nach der Markt, am Ende dürften es rund 350 Teilnehmer gewesen sein, einige führten Plakate mit Aufschriften mit wie „Vernunft statt Hysterie – Mittelstand ist systemrelevant“, „Sofortige Aufhebung aller Einschränkungen“ oder „Schutz des Grundgesetzes“. 

Nur wenige der Teilnehmer hielten sich auf der mit Bändern eingezäunten Kundgebungsfläche auf, diese war nur über eine Kontrolle erreichbar: Wer diesen Platz betreten wollte, musste Schutzmaske tragen und seine Personalien angeben, um im Infektionsfall Ansteckungsketten zurück verfolgen zu können. Die Teilnehmer außerhalb der Absperrung trugen in der Regel keine Masken, war doch die Abschaffung der Maskenpflicht am Samstagnachmittag eine der Forderungen. 

List forderte mit Verweis auf die durch die Corona-Maßnahmen verursachte Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und Firmeninsolvenzen die sofortige Abschaffung aller restriktiven Maßnahmen und die Rückkehr zur Normalität. Ohne Not würde die Politik Experten folgen, die sich selber widersprächen. Außerdem kritisierte List, dass erst am Donnerstag die Auflagen für die Genehmigung der Kundgebung wesentlich verschärft worden seien, dies empfinde er als „Schikane“. 

„Ich begrüße alle Wutbürger, Verschwörungstheoretiker und sozial Abgehängten“, so eröffnete Jörn Austinat von der Köhlerei am Eisenhammer unter viel Beifall seine Gastrede. Auch er kritisierte die Experten, deren Warnungen vor einem Zusammenbruch des Gesundheitssystems seien überzogen gewesen, gähnend leere Flure beherrschten heute das Bild in den Kliniken. 

Die Würde des Menschen sei der vom Grundgesetz definierte absolute Wert und diese Würde schließe nicht aus, dass Menschen sterben könnten. Das einzige, was in einer Demokratie wirklich „alternativlos“ sei, sei die kontroverse Debatte. Genau diese aber sei abgeschafft: In keinem Bundesland gebe es noch funktionierende Parlamente, vielmehr würden nur noch die Kabinette entscheiden.





Videos Stimmen aus der Region


Videos Kultur



FIW mbH & Co. KG, Wittenberger Sonntag/Freizeit Magazin, 06886 Lutherstadt Wittenberg, Coswiger Straße 30 A, E-Mail: