Samstagnachmittag, 25. April 2020, auf dem Wittenberger Marktplatz: Circa 100 Bürgerinnen und Bürger sind dem Aufruf zur Mahnwache gegen die aus Sicht der Initiatoren überzogenen Maßnahmen zur Virus-Eindämmung gefolgt. Foto: Wolfgang Gorsboth

Samstagnachmittag, 25. April 2020, auf dem Wittenberger Marktplatz: Circa 100 Bürgerinnen und Bürger sind dem Aufruf zur Mahnwache gegen die aus Sicht der Initiatoren überzogenen Maßnahmen zur Virus-Eindämmung gefolgt. Foto: Wolfgang Gorsboth

25.04.2020

Für den Schutz der im Grundgesetz garantierten Grundrechte

Mahnwache gegen Corona-Maßnahmen auf dem Wittenberger Markt

Wittenberg (wg). Auf dem Wittenberger Marktplatz gab es am Samstagnachmittag eine von den Behörden genehmigte Mahnwache gegen die Beschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus, circa 100 Teilnehmer sind dem in den Sozialen Medien verbreiteten Aufruf gefolgt, am vergangenen Sonnabend waren es circa 35, weitere Aktionen sollen folgen. 

Initiator Holger List, Betreiber der Coco Bar am Markt, geht es um die Wahrung der Grundrechte, dazu zähle auch das Versammlungs- und Demonstrationsrecht. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie hält er für überzogen, die Maskenpflicht sei Willkür, denn Masken seien wirkungslos und für den Träger eher schädlich wegen der nach längerem Tragen erhöhten Kohlendioxid-Konzentration im Blut. 

„Für die Gastronomie bedeutet die Situation das Todesurteil, weil wirkliche Lockerungen nicht in Sicht sind“, kritisiert List, „die Soforthilfe ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, der die Einnahmeausfälle nicht ausgleicht, es geht längst um die Existenz.“ 

„Krank ist das System. Widerstand für unsere Grundrechte - Kein Bock auf Polizeistaat“ hat Laura Hanisch auf ihrem kleinen Pappschild geschrieben, sechs Jahre hat die junge Frau in der Pflege gearbeitet: „Dass Alte und Risikopersonen geschützt werden müssen, steht außer Frage, aber der Staat hat nicht das Recht, Menschen, für die das Virus mit einem hohen Maß an Wahrscheinlichkeit ungefährlich ist, derart zu gängeln.“ 

Reiseverbote, geschlossene Schulen und Ausgangssperren seien für sie unzumutbare Einschränkungen, die Maskenpflicht schlicht unsinnig: Im Lebensmittelladen müsse man Maske tragen, aber jeder könne das offen herumliegende Obst und Gemüse anfassen, das sei Unfug. Vor allem Kinder bräuchten soziale Kontakte, sie seien am wenigsten vom Virus betroffen und müssten aber infolge geschlossener Kitas, Grundschulen und Spielplätze die meisten Einschränkungen erdulden. 

„Die Mehrzahl der vermeintlichen Virus-Toten ist nicht an, sondern mit Covid-19 gestorben“, kritisiert Hanisch die offiziellen Statistiken, mit den Zahlen werde bei den Bürgern bewusst Panik erzeugt. Die Menschen seien mündig genug, um selbst zu entscheiden, welche Maßnahmen der Vorsicht und sozialen Distanz sie für richtig hielten.





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