Landrat Jürgen Dannenberg hat die Stadtteile Jessen und Schweinitz aufgrund der kritischen Entwicklung per Allgemeinverfügung unter Quarantäne gestellt. Foto: Archiv

Landrat Jürgen Dannenberg hat die Stadtteile Jessen und Schweinitz aufgrund der kritischen Entwicklung per Allgemeinverfügung unter Quarantäne gestellt. Foto: Archiv

26.03.2020

Die Stadtteile Jessen und Schweinitz stehen unter Quarantäne

Coronavirus-Pandemie: Jessen hat sich zum Hotspot entwickelt

Jessen (WiSo). Innerhalb weniger Tage sind ungewöhnlich viele Menschen in einem Pflegeheim in Jessen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Deshalb hat Landrat Jürgen Dannenberg noch am Mittwochabend eine Allgemeinverfügung erlassen, die am Donnerstag, 7 Uhr, in Kraft trat und bis zum 10. April gilt: Die Stadtteile Jessen und Schweinitz der Stadt Jessen stehen unter Quarantäne, davon sind circa 8.000 Einwohner betroffen. In beiden Ortsteilen gibt es bislang 41 Corona-Infizierte von insgesamt 53 Fällen im Landkreis. 

Trotz der umfangreichen Schutzmaßnahmen hat sich der Erreger Sars-CoV-2 in dem Pflegeheim in Jessen ausgebreitet. Seit Anfang der Woche seien elf Bewohner und fünf Mitarbeiter des Seniorenheims positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden, sagte der Sprecher des Landkreises, Ronald Gauert. Drei infizierte Bewohner mussten demnach ins Krankenhaus. 

Laut Gauert wurde die Krankheit Covid-19 Anfang der Woche bei einem Bewohner zufällig festgestellt, als er aus einem anderen Grund in ein Krankenhaus gebracht wurde. Als der Test bei dem Senior positiv ausfiel, wurden seine Kontaktpersonen in der Belegschaft und unter den Bewohnern ebenfalls getestet.  

Nicht bei allen Bewohnern gebe es einen so schweren Verlauf wie bei den drei im Krankenhaus aufgenommenen Senioren, so Gauert. Der Landkreis unternehme alles, damit die restlichen Bewohner des Pflegeheims dort bleiben können. Im Heim wurde für die Infizierten mit leichteren Verläufen ein Quarantäne-Bereich eingerichtet, der nur von Personal in Schutzkleidung betreten werden darf. 

Polizei und Feuerwehr kontrollieren die Zufahrtstraßen nach Jessen und Schweinitz, rund 100 Einsatzkräfte sind vor Ort. „Das Haus verlassen darf man nur, um sich auf kürzestem Wege etwas zu Essen zu holen oder in die Apotheke zu gehen“, erklärt Gauert. Laut der Verfügung ist der Zutritt bzw. die Zufahrt zu den gesperrten Ortsteilen nur noch Personen gestattet, die dort ihren Haupt- oder Nebenwohnsitz haben und sich unverzüglich in die häusliche Quarantäne begeben. 

Ausgenommen hiervon sind nur Personen die Maßnahmen der medizinisch indizierten Pflege wahrnehmen, Rettungsdienste, ärztliche Hausbesuche und Maßnahmen vergleichbarer Organisation und Tätigkeiten sowie Tätigkeiten für die Bayrische Milchindustrie e.G., MEG Jessen GmbH, Jütro Tiefkühlkost GmbH & Co. KG, Feintool System Parts Jessen GmbH, Jessener Personennahverkehrsgesellschaft mbH, Blech- und Technologiezentrum Linda GmbH verrichten. 

Wer in den vergangenen zwei Wochen Erkältungssymptome aufwies, wie trockener Husten, Fieber, Schnupfen, Abgeschlagenheit und Atemprobleme, ist verpflichtet, unverzüglich telefonisch den Hausarzt oder den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 zu kontaktieren. Alle Personen aus Jessen und Schweinitz, die aus anderen Gründen einer medizinischen Behandlung bedürfen, sind verpflichtet, sowohl Rettungsdienst, Ärzte oder Klinik vorab telefonisch zu informieren, dass sie wegen Corona unter Quarantäne stehen. 

Wer sich den Anordnungen widersetzt, muss damit rechnen, strafrechtlich verfolgt zu werden.





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