Sie organisieren in diesem Jahr zum 28. Mal die Internationale Musikalische Jugendbegegnung: DRG-Projektleiter Heinz Wehmeier (m.), Markus Biedermann (r.), Direktor der Kreismusikschule Wittenberg und Michael Marinov, künstlerischer Leiter des Paul-Gerhardt-Orchesters. Foto: Wolfgang Gorsboth

Sie organisieren in diesem Jahr zum 28. Mal die Internationale Musikalische Jugendbegegnung: DRG-Projektleiter Heinz Wehmeier (m.), Markus Biedermann (r.), Direktor der Kreismusikschule Wittenberg und Michael Marinov, künstlerischer Leiter des Paul-Gerhardt-Orchesters. Foto: Wolfgang Gorsboth

21.02.2020

DRG-Projektleiter Heinz Wehmeier stellt das Jahresprogramm 2020 vor

75 Jahre nach Kriegsende: Erinnern und Brücken bauen

Wittenberg (wg). „75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges wollen wir an eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte der Menschheit erinnern und Brücken bauen“, berichtet Dr. Heinz Wehmeier, Projektleiter der Deutsch-Russländischen Gesellschaft (DRG), im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag. Im Januar war Wehmeier eine Woche lang in der weißrussischen Stadt Mogiljow, um die Projekte für 2020 abzusprechen - nach vielen Jahren intensiv gelebter Projektpartnerschaft hat Mogiljow jetzt auch offiziell den Status Partnerstadt.

„Städtepartnerschaften sollten sich aus den Dissonanzen der großen Politik heraushalten“, rät Wehmeier, „und lieber in angespannten Zeiten Zeichen der Verständigung setzen.“ Außer Mogiljow besuchte Wehmeier auch Mozyr und in Minsk Manfred Huterer, seit Juli 2019 Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Weißrussland. Huterer, betont Wehmeier, spreche sich für langfristige und nachhaltige Beziehungen zwischen beiden Staaten aus und plädiere für Geduld im Transformationsprozess, der in Weißrussland unter viel schwierigeren Rahmenbedingungen als in Ostdeutschland ablaufe. 

„Es gibt viele diplomatische Fortschritte im Verhältnis beider Staaten, außerdem wurden die EU-Sanktionen mit Ausnahme des militärischen Bereichs auf Betreiben Deutschlands aufgehoben“, erklärt Wehmeier, auch sei es der Bundesrepublik zu verdanken, dass die Visum-Gebühren nicht von 60 Euro auf 80 Euro (ein Drittel des weißrussischen Monatslohnes) angehoben, sondern auf 30 Euro gesenkt werden konnten: „Nur so sind Bürger-Begegnungen möglich!“ Auch der Fachkräfte-Austausch werde künftig eine größere Rolle spielen, vor allem in Medizin und Pflege sowie im Handwerk biete Weißrussland gut ausgebildete Arbeitskräfte.

Höhepunkt ist in diesem Jahr die 28. Internationale Musikalische Jugendbegegnung mit Teilnehmern aus Weißrussland, Russland, Bulgarien und Wittenberg. „Wir werden am 7. Mai dem Kriegsende vor 75 Jahren auf dem Ehrenfriedhof gedenken, dazu werden Vertreter der Botschaften Russlands, Weißrusslands und der Ukraine erwartet“, sagt Wehmeier. Am 8. Mai besuche man mit den jugendlichen Gästen die Gedenkstätten in Berlin, vor allem das Brandenburger Tor und den Treptower Park, auch eine Führung im Bundestag sei geplant. 

Alle Jugendlichen werden gemeinsam unter der Leitung von Michael Marinov musizieren, Konzerte sind im Eisenmoorbad (4. Mai), in der Mehrzweckhalle der Sekundarschule Jessen-Nord (5. Mai), in der Evangelischen Kirche Pretzsch (6. Mai) und in der Sparkasse Wittenberg (7. Mai) vorgesehen. Der Gegenbesuch erfolgt vom 13. bis 20. Mai mit Schülern des Lucas-Cranach-Gymnasiums. 

Zum Stadtfest „Luthers Hochzeit“ wird eine Delegation aus Mogiljow erwartet sowie eine Gruppe Mediziner, die an den beiden hiesigen Kliniken hospitieren wird. Für den Besuch des Mogiljower Stadtfestes vom 26. bis 28. Juni können sich interessierte Bürger bei der DRG melden. Im April und Oktober treffen sich Mitarbeiter kommunalwirtschaftlicher Betriebe aus Wittenberg und Mogiljow zum Erfahrungsaustausch und 20 Mitarbeiter aus Kultur und Kunst wollen im Oktober in der Lutherstadt Praktika absolvieren. 

Vertreter aus Wittenberg nehmen vom 27. bis 29. März an der Städtepartnerschaftskonferenz in Brest teil, darunter auch drei Schüler vom Lucas-Cranach-Gymnasium, welche die Jugendforen besuchen werden. Vom 20. bis 27. März ist der beliebte Moskauer Männerchor zu Besuch in der Region und gibt 16 Konzerte, Auftakt ist am 20. März um 21 Uhr in der Schlosskirche im Rahmen der Tagung „Konflikte und Friedenswege in Osteuropa“ in der Evangelischen Akademie. 

Noch Plätze für Reisen 

Die DRG bietet zwei attraktive Russlandreisen an: Die „Samlandreise“ führt vom 2. bis 9. August nach Kaliningrad und Litauen auf den Spuren der Geschichte und bietet außer kulturellen Höhepunkten die einzigartige Natur der Kurischen Nehrung. 

Auf dem Programm der zweiten Reise vom 6. bis 10. September stehen die Sehenswürdigkeiten von St. Petersburg, außerdem sind eine Schiffspassage auf dem Ladogasee sowie ein Besuch des orthodoxen Männerklosters Walaam mit seiner denkwürdigen Geschichte und einer malerischen Umgebung vorgesehen. „Das Kloster zählt zu den bedeutsamsten Heiligtümern der Russisch-Orthodoxen Kirche“, erläutert Wehmeier. „Nach den Jahren des roten Terrors und des Verfalls ist das Kloster wieder zur alten Würde zurückgekehrt, inzwischen leben dort mehr als 200 Mönche.“ 

Hinweis 

Anmeldung und weitere Infos bei der Deutsch-Russländischen Gesellschaft, Tel.: 0349140 63 18, E-Mail: . Die nächste Mitgliederversammlung ist am 13. März um 17.30 Uhr im Malsaal der Cranach-Stiftung, anschließend geben Schülerinnen und Schüler der Kreismusikschule ein Konzert.




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