Ministerpräsident Reiner Haseloff richtet das Grußwort der Landesregierung an die Gäste des Neujahrsempfangs der Lutherstadt Wittenberg. Foto: Oleg Alimov

Ministerpräsident Reiner Haseloff richtet das Grußwort der Landesregierung an die Gäste des Neujahrsempfangs der Lutherstadt Wittenberg. Foto: Oleg Alimov

18.01.2020

Den Herausforderungen durch Digitalisierung und Kohleausstieg stellen

MP Haseloff: Die Zivilgesellschaft muss Rückgrat zeigen

Wittenberg (wg). Das Bauhausjubiläum und die wirtschaftliche Entwicklung stehen für eine positive Entwicklung des Jahres 2019 in Sachsen-Anhalt, blickt Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff jedoch auf den feigen Anschlag in Halle zurück, so sei er immer noch zutiefst erschüttert: „Wir tragen die Opfer in unserem Herzen.“ Extremismus und Gewalt dürften sich nicht ausbreiten, die Zivilgesellschaft sei gefordert, Rückgrat zu zeigen. 

„Wir stehen in der Verantwortung, der Gesellschaft Orientierung zu geben“, sagte der MP und appellierte an die Bürgerinnen und Bürger, tolerant und verständnisvoll miteinander umzugehen. Im 20. Jahrhundert habe es zwei brutale Weltkriege geben, in denen Deutschland zutiefst schuldhaft verstrickt gewesen sei sowie zwei Diktaturen: „Das 20. Jahrhundert hat Lehren entwickelt, aus denen wir gelernt haben sollten, was wir im 21. Jahrhundert auf keinen Fall tun dürfen.“ Die derzeit lebende Generation sei die erste, die keinen Krieg miterleben musste. 

Ausdrücklich begrüßte der MP ihre Exzellenz Florencia Eugenia Vilanova de von Oehsen, Botschafterin der Republik El Salvador, und warb dafür, internationale Kontakte zu nutzen, damit die Welt friedlich bleibe. Man werde diese Kontakte auch benötigen, um den Fachkräftemangel im Land zu begegnen, dazu müsse sich Sachsen-Anhalt aber weltoffen und tolerant präsentieren.  

Nach Luther und Reformation 2017 und dem Bauhaus-Jubiläum stehe 2020 kein großes Jubiläum an, nun gehe es darum, die großen Ereignisse nach 1517 aufzugreifen und die Geschichte der Reformation in der Gegenwart fortzuschreiben wie mit Luthers Bibelübersetzung. Dass nach 2017 die Tourismuszahlen eingebrochen seien, sei erwartbar gewesen, in Kürze werde es in großer Runde eine Beratung mit allen Tourismus-Akteuren geben, um neue Impulse zu entwickeln. 

„Wir haben in einigen Regionen wie in Wittenberg fast Vollbeschäftigung und bessere Zahlen erreicht, als etliche Städte in Nordrhein-Westfalen“, erklärte Haseloff. „Aber das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich und wir stehen mit Blick auf die digitale Transformation und anderen Herausforderungen wie den Kohleausstieg vor starken Umbrüchen und damit verbundenen Herausforderungen, um das erreichte Beschäftigungs-Niveau zu erhalten.“




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