Amtsarzt Dr. Michael Hable und die beiden Schul- und Kinderärztinnen Beate Wetzel (m.) und Britt Bauspieß. Foto: Wolfgang Gorsboth

Amtsarzt Dr. Michael Hable und die beiden Schul- und Kinderärztinnen Beate Wetzel (m.) und Britt Bauspieß. Foto: Wolfgang Gorsboth

16.01.2020

Impflücken gefährden sowohl Betroffene als auch die Herdenimmunität

Amtsarzt Dr. Hable: Impfungen sind gut verträglich und wirksam

Wittenberg (wg). Noch bis Ende Februar überprüft der Gesundheitsdienst des Landkreises alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 sowie die Abgänger der Klassen 9 an weiterführenden Schulen auf Impfschutz: Jeder Jugendliche wird über die notwendigen Impfungen und ihre Bedeutung aufgeklärt, fehlende Impfungen können vor Ort nachgeholt werden. „Wir sind der einzige Landkreis in Sachsen-Anhalt mit einer solchen Impfaktion“, erklärt Amtsarzt Dr. Michael Hable, „wir machen dies bereits seit 2006 in den 10. Klassen an Sekundarschulen und Gymnasien und seit 2009 auch in den 9. Hauptschulklassen.“ 

 „Vorsorgeimpfungen sind der wirksamste Schutz vor Infektionskrankheiten, denn Impfungen machen sich das körpereigene Immunsystem zunutze“, erläutert die Schul- und Kinderärztin Beate Wetzel. Je mehr Menschen geimpft sind, desto unwahrscheinlicher werden Epidemien: Die sogenannte Herdenimmunität dämmt die Ausbreitung eines Virus ein und schützt so auch Menschen, die nicht geimpft werden können, weil sie zum Beispiel Immundefekte haben. Umgekehrt gilt, dass mit sinkender Impfquote fast ausgemerzte Krankheiten wieder aufflackern können wie Masern, weshalb der Gesetzgeber die Masern-Impfpflicht für Kinder eingeführt hat. 

Bei Schülern der Klassen 9 und 10 ist die Impflücke am größten, weil die zwischen dem neunten und 17. Lebensjahr empfohlenen Auffrischungsimpfungen nicht immer vorgenommen werden. „Für uns ist das die letzte Chance, diese Jugendlichen zu impfen, bevor sie ins Berufsleben oder Studium entlassen werden", sagt Dr. Hable. 

Die Impfaktion läuft bis Ende Februar flächendeckend im gesamten Landkreis. Geimpft wird kostenlos gegen Wundstarrkrampf, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Meningokokken C, Masern, Mumps, Röteln und Hepatitis B. Die Eltern und Schulleitungen wurden bereits über die Verfahrensweise informiert. Die Impfstoffe, die das Land bereitstellt, werden in der Regel als Kombinationsimpfstoffe verabreicht. 

„Die Impfaktion zählt zu den Erfolgsgeschichten unseres Fachdienstes“, resümiert Amtsarzt Dr. Hable. „Durch das Projekt konnte bei den Jugendlichen die Impfquote um bis zu 30 Prozent gesteigert werden.“ Wünschenswert wäre eine flächendeckende Umsetzung des kreislichen Projektes als Baustein eines nationalen Impfprogramms, um die Bevölkerung noch besser zu schützen. Die Zahl der Impfverweigerer sei im Kreis Wittenberg erfreulich gering. 

HPV-Impfung für Mädchen und Jungen 

Im Rahmen der Aktion wird auch über die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) informiert. Es sind die Erreger der häufigsten sexuell übertragbaren Viruserkrankungen bei Frauen und Männern. „Wir informieren über die Notwendigkeit, diese Impfung beim niedergelassenen Arzt machen zu lassen “, erklärt Beate Wetzel. Laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut sollen Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren und Jungen im Alter von 9 bis 17 Jahren geimpft werden. Ab dem neunten und vor dem achtzehnten Lebensjahr werden die Kosten von allen Krankenkassen erstattet. „Wir würden uns wünschen, dass die HPV-Immunisierung als Schulimpf-Programm etabliert wird“, betont Wetzel. 

Hinweis:

Da in Deutschland mit Ausnahme von Masern Impffreiwilligkeit besteht, wird im Rahmen der Aktion nur geimpft bei schriftlicher Einverständniserklärung der Eltern oder mündlicher Einverständniserklärung der über 16-jährigen Schüler. Jedoch sollen sich alle Schülerinnen und Schüler vorstellen, denn die Schulärztinnen beraten auf jeden Fall und geben einen schriftlichen Hinweis, wenn Impfungen fehlen sollten.




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