Der Westflügel im Cranach-Hof in der Schlossstraße soll für zwei Millionen Euro „revitalisiert“ werden. Foto: Wolfgang Gorsboth

Der Westflügel im Cranach-Hof in der Schlossstraße soll für zwei Millionen Euro „revitalisiert“ werden. Foto: Wolfgang Gorsboth

03.01.2020

Stadt will Fördermittel beim BBSR beantragen, Stadtrat gab den Weg frei

Wittenberg hat ehrgeizige Pläne in der Denkmalsanierung

Wittenberg (wg). Ohne Gegenstimmen hat der Wittenberger Stadtrat drei Beschlussvorlagen auf den Weg gebracht, um Bundesmittel aus dem Programm „Investitionen in nationale Projekte des Städtebaus“ in Höhe von insgesamt 9,7 Millionen Euro zu akquirieren. Ergänzt um zehn Prozent städtische Eigenmittel entsteht das stattliche Investitionsvolumen von 10,7 Millionen Euro. Mit der Prüfung der Anträge, die bis zum 21. Januar 2020 gestellt sein müssen, ist das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) beauftragt worden, antragsberechtigt sind ausschließlich Kommunen. 

Hofgestüt Bleesern 

Für das Hofgestüt Bleesern ist es bereits der dritte Anlauf, bestätigt Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos). Bereits in 2015 und in 2018 scheiterten zwei Anträge, weil das Förderprogramm hoffnungslos überzeichnet war. Bei den 1676 bis 1686 errichteten Gebäuden, so Kirchner, handele es sich um die ältesten Gestütsbauten Deutschlands, vermutlich sogar Europas. 1,2 Millionen Euro sollen zu „Herstellung und Errichtung eines Veranstaltungssaals im Ostflügel“ investiert werden, für den Eigenanteil von 120.000 Euro wird ein Kredit aufgenommen. 

Um die Gebäudesubstanz zu sichern, muss der Ostflügel ein neues Dach erhalten, im zweiten und dritten Bauabschnitt sollen die Außenmauern verputzt und das Gebäudeinnere zum multifunktionalen Veranstaltungsraum ausgebaut werden. Der Verein Hofgestüt Bleesern e.V. plant 20 Jahre nach der Jahrhundertflut im Ostflügelin Kooperation mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie sowie der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz für das Jahr 2022 eine Ausstellung zum Thema „Kulturlandschaft Elbaue“ .

Cranach-Hof 

Zwei Millionen Euro sind für die Revitalisierung des Westflügels im Cranach-Hof in der Schlossstraße vorgesehen, einem Einzeldenkmal von nationaler Bedeutung. Bis auf den westlichen, in seiner Statik gefährdeten Fachwerkflügel wurde das Ensemble vollständig restauriert. Als Eigentümerin habe die Stadt die Pflicht, dieses hochrangige Denkmal zu erhalten, so Kirchner. Der Eigenanteil von 200.000 Euro soll über die Verschiebung der Maßnahme Sanierung des Hausmeisterhäuschens der Friedrich-Engels-Schule aufgebracht werden. 

Das Objekt ist im Inneren durch Schädlinge und Braunfäule stark in Mitleidenschaft gezogen. Nach der Restaurierung möchte die Cranach-Stiftung dort den Kunstinstallations-Rundgang „Himmel und Hölle“ realisieren, basierend auf den Werken von Lucas Cranach d.Ä. und Hieronymus Bosch. Die Idee soll auch baulich umgesetzt werden durch Öffnungen des Mauerwerks im Dach- und Erdgeschoss. 

Lutherhaus 

Für die energetische Sanierung und Verbesserung der touristischen Erschließung des Lutherhauses sind 7,5 Millionen Euro veranschlagt, der Eigenanteil werde durch eine Umstellung gesichert, informiert Kirchner, jährlich zahlt die Stadt an die Stiftung einen Zuschuss von 186.000 Euro, der für die Jahre 2020 bis 2023 von einen „konsumtiven“ in einen „investiven“ Zuschuss umgewandelt wird. Vertragsrechtlich sei diese Konstruktion möglich. 

Das Lutherhaus, seit 1997 Unesco-Weltkulturerbe, hat trotz der schönen Außenhülle eine schlechte energetische Bilanz, schließlich geht es auch um einen nachhaltigen Kulturgutschutz des Baudenkmals sowie der ausgestellten Kunstgüter. Im Inneren soll flächendeckend auf energiesparende Gebäudetechnik umgestellt werden, dazu gehören eine effiziente und konservatorisch optimierte LED-Beleuchtung und eine bedarfsgerechte Wärmeversorgung. Die damit verbundene Optimierung der Betriebskosten ist Teil der Neugestaltung der Dauerausstellung.





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