Der 14-jährige Bayo lebt im SOS-Kinderdorf Natitingou, das im westafrikanischen Land Benin liegt. Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit

Der 14-jährige Bayo lebt im SOS-Kinderdorf Natitingou, das im westafrikanischen Land Benin liegt. Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit

24.12.2019

Bewohner aus den SOS-Kinderdörfern erzählen

So feiern Kinder Weihnachten in aller Welt

München (WiSo) Andere Länder, andere Sitten: Das gilt auch für das Weihnachtsfest und für solche Kinder, die heute in SOS-Kinderdörfern auf der ganzen Welt leben dürfen. 

Geschmückte Bananenstämme in Benin

Der 14-jährige Bayo hat seine neue Heimat im SOS-Kinderdorf Natitingou im westafrikanischen Land Benin gefunden. Dort herrschen an Weihnachten Temperaturen von mehr als 30 Grad und es gibt keine Nadelbäume - also auch keinen Tannenbaum. Dafür sind in Benin die Straßen schön geschmückt, sie hängen voller Girlanden. Manche stellen auch zwei Bananenstämme links und rechts vor die Haustür und schmücken diese.

Bayo freut sich besonders auf das Essen: "Meine SOS-Mama kocht mein Lieblingsessen und es gibt Limonade. Dann gehen wir nach draußen und machen für die Menschen im Dorf Musik. Wir tanzen und sind alle sehr glücklich an diesem Tag. Mein größter Wunsch: Dass alle Kinder auf der Welt so gesund und glücklich sind wie ich." 

Einen Weihnachtsmann gibt es in Benin übrigens auch: Er hat wie in Deutschland einen weißen Bart und helle Haut - den haben nämlich die Franzosen eingeführt.

In  Estland müssen die Besen ganz sauber sein  

Ganz andere Temperaturen kennt der 10-jährige Taavi aus dem SOS-Kinderdorf Kella in Estland. Dort ist es an Weihnachten meist deutlich unter null Grad kalt und es gibt häufig Schnee. Außerdem sind die Kinder in Estland für etwas ganz Besonderes zuständig: Alle Besen müssen zur Weihnachtszeit blitzblank sein. Denn in dieser Zeit sind verstärkt Hexen unterwegs, zumindest erzählen das die Omas und Opas gern. Und damit die Hexen keinen Unsinn anstellen und Geschenke stibitzen, müssen die Besen sauber sein, denn Estlands Hexen fliegen nur auf schmutzigen Besen.

Tannenbäume gibt es dort auch. Und die Familien singen gern "O Tannenbaum" - aber auf Estnisch. 

Auf den Philippinen wird am längsten gefeiert

Nirgendwo anders feiert man so lange und ausgiebig Weihnachten wie auf den Philippinen. Schon im September beginnen die Kinder Weihnachtslieder zu üben, im November schmückt man die Häuser mit Girlanden und immergrünen Laub und im Dezember gehen alle an jedem Sonntag in ihren besten Kleidern in die Kirche. Die 11-jährige Salita lebt im SOS-Kinderdorf in Tacloban. "An Weihnachten kocht meine SOS-Mutter Judith „Adobo" - würziges Fleisch mit Ananasstücken. Besonders liebe ich es, wenn wir uns um den Weihnachtsbaum versammeln und uns Glück für das nächste Jahr wünschen." Allerdings ist der Weihnachtsbaum aus Plastik. Und Schnee gibt nicht, denn auch dort hat es an Weihnachten um die 30 Grad. 

Schneemann und geschmückter Weihnachtsbaum in Armenien

Sofia (13) aus dem SOS-Kinderdorf Idjevan in Armenien feiert Weihnachten ein bisschen so wie wir in Deutschland: "Wir bauen am Weihnachtstag meistens einen Schneemann und singen Weihnachtslieder unter dem geschmückten Weihnachtsnbaum. Mein liebstes Lied: 'Shnorhavor Amanor yev Surb Tznund' - das ist die armenische Version von 'Last Christmas' von Wham." 

In Bolivien ist das Christuskind in der Krippe die Hauptperson

In Bolivien gibt es eine ganz besondere Hauptperson: das Christuskind in der Krippe. Wenn möglich kleiden die Bolivianer ihr Jesuskind im jedem Jahr neu ein - das soll Glück bringen. Für den 12-jährigen Dylan aus dem SOS-Kinderdorf Potosí war es deshalb auch eine besondere Ehre, als er sich um die Figur kümmern durfte: "Ich wurde von allen Kindern in meiner SOS-Familie ausgewählt, das Jesuskind in die Krippe zu legen. Später haben wir den kleinen Jesus dann noch in die Kirche getragen. Er wird dort jedes Weihnachten vom Pfarrer gesegnet." 

In Potosí ist der Dezember sogar der wärmste Monat im Jahr. Es wird aber meist nur um die 18 Grad, denn  die. Stadt liegt hoch auf den bolivianischen Bergen auf rund 4000 Metern Höhe. 

Langes Warten in Peru

Ziemlich lange auf die Bescherung müssen die Kinder in Peru warten - dort packt man erst um Mitternacht die Geschenke aus, denn die Geschäfte haben lange auf und viele kaufen ihre Geschenke erst spät ein. Deshalb sind an Heiligabend auch noch spätabends viele Menschen auf der Straße. 

Das kennt auch die 12-jährige Tamia, die in einem peruanischen SOS-Kinderdorf in Cusco wohnt. "Bis zur Bescherung vertreiben wir uns die Wartezeit mit Essen. Typisch ist Truthahn mit Reis und Apfelmus, und viele Desserts, wie ganz heißer Milchreis und Paneton, eine Art Christstollen. Er ist ganz groß und von außen mit Schokolade glasiert." Und noch etwas ist anders in Peru: Oft gibt es hier schon am Weihnachtsabend ein großes Feuerwerk - nicht erst an Silvester wie in Deutschland.




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