Die Mehrheit der Pkw-Pendler sieht keine Möglichkeit oder Veranlassung, die Trennung von Wohn- und Arbeitsort aufzulösen. Foto: ADAC

Die Mehrheit der Pkw-Pendler sieht keine Möglichkeit oder Veranlassung, die Trennung von Wohn- und Arbeitsort aufzulösen. Foto: ADAC

19.12.2019

ADAC: Pendeln mit dem Auto ist oft noch alternativlos

Wittenberg/München (WiSo) Pendler mit dem Auto nehmen häufig auch längere Fahrten auf sich, um die Distanz zwischen Wohnort und Arbeitsstätte zu überwinden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des ADAC unter Auto-Pendlern, die sich mit Fragen der Dimension und Akzeptanz des Pendelns sowie mit Ursachen für und Alternativen zum Pkw-Pendeln auseinandersetzt. 

Fast die Hälfte der befragten Berufspendler überwindet demnach Strecken von 20 Kilometern oder mehr. Dieser Teil der Pendler könnte von der höheren Pendlerpauschale profitieren, mit der steigende Kraftstoffpreise kompensiert werden sollen. Im Umkehrschluss muss jedoch über die Hälfte der Auto-Pendler ohne den finanziellen Ausgleich auskommen. 

Auffällig ist, dass der überwiegende Teil der Pkw-Pendler keine Möglichkeit oder Veranlassung sieht, die Trennung von Wohn- und Arbeitsort aufzulösen. 60 Prozent der Befragten geben an, dass sie keinen gleichwertigen Arbeitsplatz finden würden, der dem Wohnort näher liegt. 54 Prozent fühlen sich ihrem Wohnort emotional verbunden und nehmen das Pendeln dafür in Kauf. 

Schnelligkeit, Flexibilität und Komfort der Autofahrt werden überwiegend als Vorteil gegenüber anderen Verkehrsmitteln genannt. Als nachteilig werden verkehrliche Aspekte wie Stau, rote Wellen und aggressive Verkehrsteilnehmer sowie Umweltbedenken empfunden. Dabei führt allerdings nur knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) Nachteile für das Klima als kritischen Gesichtspunkt der Auto-Nutzung an – gegenüber 57 Prozent, die sich über den Verkehr ärgern. 

Hauptgrund für die Wahl des Autos ist ein fehlendes ÖPNV-Angebot – für eine Mehrheit der Pendler ist das Angebot an Bus und Bahn nicht ausreichend. Auch perspektivisch wird offenbar nicht davon ausgegangen, dass mittelfristig ein ÖPNV Angebot bestehen wird: Auto-Pendler können sich am ehesten vorstellen, eine Mitfahrgemeinschaft zu bilden. Die Verteuerung der Kraftstoffpreise auf bis zu 18 Cent in 2026 wird für die überwiegende Mehrheit der Befragten Auto-Pendler (70 Prozent) als nicht akzeptabel empfunden. Im Rahmen des Vermittlungsverfahrens von Bundestag und Bundesrat wurde die CO2-Bepreisung inzwischen noch angehoben. 

Vor diesem Hintergrund warnt der ADAC davor, bedeutende Teile der Bevölkerung beim Klimaschutz zu überfordern. Dies sollte bei der noch anstehenden Neugestaltung der Kraftfahrzeugsteuer beachtet werden. ADAC Vizepräsident für Verkehr Gerhard Hillebrand: „Pendeln mit dem eigenen Pkw entspricht der Lebenswirklichkeit vieler Menschen in Deutschland. Oft besteht auch keine echte Alternative.“ 

Aus Sicht des ADAC wird Pendeln mit dem Auto auch langfristig notwendig bleiben, zumal es in vielen ländlichen Regionen kein ausreichendes ÖPNV-Angebot geben kann und wird. Hillebrand dazu: „Wir brauchen für echte Fortschritte beim Klimaschutz mehr grüne Auto-Mobilität. Gerade in der Fläche müssen wir die Antriebswende voranbringen, um bezahlbare und saubere Mobilität für jeden zu gewährleisten.“ 

Informationen zur Umfrage: 

Erhebungszeitraum: 22. bis 28. November 2019 Grundgesamtheit: Auto-Pendler in Deutschland (definiert als Personen ab 18 Jahren, deren Arbeits-/Ausbildungsplatz außerhalb ihrer Wohngemeinde bzw. innerhalb einer Großstadt mehr als 20 km vom Wohnort entfernt liegt, und die in der Regel an (fast) jedem Arbeitstag selbst als Fahrer mit dem Pkw dorthin pendeln.

Stichprobe: 998 Personen Methode: CAWI (Computer-Aided-Web-Interviewing) 





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