13.12.2019

Wittenberger Sonntag liest die Rheinische Post

Das Internet gewinnt die Champions League

Düsseldorf (ots) Die Champions League wird ein Fall fürs Internet. Zunächst verschwand der wichtigste europäische Fußball-Wettbewerb von den öffentlich-rechtlichen Bildschirmen, nach 20 Jahren verliert nun auch der Bezahlsender Sky zur Saison 2021/22 die Rechte an der Übertragung. Im Bieterverfahren setzte sich der Streamingdienst Dazn durch. Amazon Prime hatte bereits den Zuschlag für ein Topspiel der Meisterklasse am Dienstag erhalten. 

Wer sich als braver Gebührenzahler mit dem Konsum der öffentlich-rechtlichen Sender bescheidet, der bekommt ein Trostpflaster. Das ZDF wird ab 2021 wieder das Finale zeigen - sogar dann, wenn es ohne deutsche Beteiligung stattfindet. 

Die Kunden von Dazn sind zunächst mal die Gewinner. Schon jetzt bietet der Dienst Übertragungen von Spielen der Champions League an. Die Rolle des Platzhirschs in der Königsklasse des Fußballs ist allerdings neu. Ob das auf die monatlichen Gebühren Einfluss haben wird, ist nicht bekannt. 

Der Trend zur Übertragung großer Sportereignisse im Netz ist nicht neu. Er wird durch den Erfolg von Dazn bestätigt. Und die Internet-Konkurrenz kann Sky weiter attackieren. Im nächsten Jahr werden die Bundesliga-Rechte für die Jahre 2021 bis 2024 vergeben. Es wäre naiv zu glauben, dass Dazn oder Amazon nicht erneut mit den dicken Banknoten winken. 

Die Deutsche Fußball-Liga hat bislang lediglich erklärt, sie wolle verhindern, dass die Fans künftig drei verschiedene Dienste abonnieren müssen, um Bundesliga-Fußball zu sehen. Dass sie ein Abo brauchen, um live dabei zu sein, haben die Fußball-Anhänger bereits üben müssen. Diese Entwicklung wird niemand zurückdrehen - schon gar nicht die DFL, die 1,16 Milliarden Euro jährlich aus der Medienvermarktung schöpft. Mit weniger wird sie sich nicht zufrieden geben.





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