Uwe Branschke, Sachgebietsleiter Tiefbau, erläutert an Hand der Planungsunterlagen die Gründe für den Baustopp. Foto: Wolfgang Gorsboth

Uwe Branschke, Sachgebietsleiter Tiefbau, erläutert an Hand der Planungsunterlagen die Gründe für den Baustopp. Foto: Wolfgang Gorsboth

22.11.2019

Standsicherheit gefährdet: Grundwasser fehlt und keiner weiß warum

Baustopp für Tunnelverlängerung am Hauptbahnhof

Wittenberg (wg). Für die Tunnelverlängerung am Hauptbahnhof musste Baustopp erlassen werden, weil die Standsicherheit gefährdet ist. Über das weitere Verfahren können derzeit nach Auskunft von Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) keine belastbaren Aussagen getroffen werden. Ursache der Misere ist Ausnahmsweise nicht einsickerndes Grund- bzw. Schichtenwasser, sondern fehlendes Wasser zum Druckausgleich. 

„Wir haben 12 Meter tiefe Spundwände im nördlichen Bereich der Baustelle eingerammt und Erde ausgehoben“, berichtet Uwe Branschke, Sachgebietsleiter Tiefbau, „anschließend sollte eine 1,40 Meter mächtige Schicht Unterwasserbeton eingebaut werden.“ Von außen sorgen Erdreich und Wasser für Druck auf den geplanten Fußgängertunnel, das im Inneren aufsteigende Grundwasser sollte für den erforderlichen Druckausgleich sorgen. 

„Wasser ist da, aber es dringt nicht, wie geplant, in die Baugrube ein und wir kennen die Ursachen nicht“, so Branschke. Die Folgen sind extrem: Wegen der Einsturzgefahr musste unverzüglich das ausgebrachte Erdreich wieder verfüllt werden, seit drei Wochen dreht sich auf der Baustelle nichts mehr, zeitweilig mussten sogar die in Baubereich liegenden Gleise 6, 7 und 9 gesperrt werden. Die für Februar 2020 beantragte und von der Bahn genehmigte Sperrpause für die erforderlichen Brückenarbeiten muss vermutlich verschoben werden, die Bahn hat bereits Zustimmung signalisiert, ein neuer Termin steht nicht fest. 

Bei vorab durchgeführten Baugrunduntersuchungen wurde sehr wohl Grund- als auch Schichtenwasser festgestellt. „Das Baugrundrisiko liegt grundsätzlich beim Auftraggeber“, betont Branschke, „derzeit erarbeiten wir Lösungen. An dem Ziel, die Baumaßnahme im Herbst 2020 fertig zu stellen, halten wir fest, die Investition in Höhe von rund vier Millionen Euro wird sich aber verteuern.“ 

Derzeit werden alternative Varianten geprüft: So könnte vom benachbarten Bahnseitengraben Wasser in die Baugrube geleitet werden, allerdings führt dieser Graben aufgrund der Witterungslage nur wenig Wasser. In der Nähe der Baustelle befinden sich mehrere Hydranten, von denen aus Wasser zugeleitet werden könnte. Eine weitere Variante, die ohne Wasser auskommt, wären zusätzliche Aussteifungen, die allerdings neue statische Berechnungen erfordern. 

„Bei dem Personaltunnel handelt es sich um eine Gemeinschaftsbaumaßnahme von Stadt, Land und Bahn, es ist die abschließende Realisierung des Schnittstellenprojekts Hauptbahnhof, dessen Anfänge bis in die 1990er Jahre zurückreichen“, erklärt Bürgermeister Jochen Kirchner. Zwar sei dieser letzte Tunnelabschnitt nur 40,5 Meter lang, habe aber seine Tücken. Anfang August 2019 wurde mit den Tiefbauarbeiten begonnen, aktuell befindet man sich in der zweiten von insgesamt drei Bauphasen.




Video

Oberbürgermeister Zugehör

mehr Videos

Videos Stimmen aus der Region

Oberbürgermeister Zugehör
Keine Angst – uns geht es gut
Kommunaler Bildungsbericht im Kreistag vorgestellt
Kreistag beschließt mehr Geld für die Sporthalle im Volkspark

Videos Politik

Bürgerforum Coswig
Sepp Müller stellt sich! GroKo und was nun? Teil 1
Sepp Müller stellt sich! GroKo und was nun? Teil 2

Videos Kultur

Neue Liedertour mit Karl Neukauf
75 Jahre Saxophone Joe
Alaris Schmetterlingspark.m4v
Dicke Luft und kein Verkehr - Der Zoff geht weiter
Jukebox im Clack Theater Wittenberg

Videos Auto

Volvo XC40 Winter-Testfahrten


FIW mbH & Co. KG, Wittenberger Sonntag/Freizeit Magazin, 06886 Lutherstadt Wittenberg, Coswiger Straße 30 A, E-Mail: