Verkehrsminister Thomas Webel, Wittenbergs Oberbürgermeister Torsten Zugehör und Tilman Bracher (v.r.n.l.) vom Deutschen Institut für Urbanistik. Foto: Wolfgang Gorsboth

Verkehrsminister Thomas Webel, Wittenbergs Oberbürgermeister Torsten Zugehör und Tilman Bracher (v.r.n.l.) vom Deutschen Institut für Urbanistik. Foto: Wolfgang Gorsboth

12.11.2019

Die Rolle des Radverkehrs für die Mobilitätswende

13. Fahrradkommunalkonferenz und Gründung der AGFK

Wittenberg (wg). „Wir hätten gerne den Zuschlag für die Geschäftsstelle erhalten“, betonte Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos), allerdings hatten sich die Vertreter der 36 Städte, die am Montagabend im Stadthaus die „Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommune Sachsen-Anhalt“ (AGFK) gründeten, für Aken als Sitz entschieden. 

Den Vorsitz der AGFK übernimmt für die nächsten drei Jahre Wittenbergs OB Torsten Zugehör, seine beiden Stellvertreter sind Bert Knoblauch, OB von Schönebeck sowie Patrick Strüber vom Stadtplanungsamt Magdeburg. Das Land Sachsen-Anhalt unterstützt die Arbeitsgemeinschaft mit jährlich 150.000 Euro. Aus dem Landkreis sind nur Annaburg und Wittenberg Mitglieder. Aufgabe der AGFK ist die systematische Förderung des Radverkehrs, um den Radverkehrsanteil zur Förderung des Umweltschutzes zu erhöhen, die Verkehrssicherheit für Radler zu verbessern und den Fahrradtourismus als einen wichtigen Wirtschaftsfaktor zu stärken. 

Den würdigen Rahmen für die AGFK-Gründung bot die 13. Fahrradkommunalkonferenz, die am Montag im Wittenberger Stadthaus begann und dort heute fortgesetzt wird. 270 Expertinnen und Experten aus Kommunen, Landkreisen und Landesbehörden diskutieren, wie der Radverkehr zur Mobilitätswende beitragen kann, welche Chancen der Radverkehr für ländliche Räume, kleine und mittlere Städte bietet und wie erfolgreiche Projekte finanziert werden können. 

Die Entscheidung, die Fahrradkommunalkonferenz in Wittenberg durchzuführen, sei vor einem Jahr gefallen, erklärte Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU), der der Lutherstadt und dem Landkreis für die Organisation dankte. Man wolle gemeinsam mit den Kommunen das Radwegenetz verbessern, denn im Land gebe es großen Nachholbedarf: Nur 25 Prozent der Bundesstraßen und 15 Prozent der Landstraßen verfügen über begleitende Radwege. 

Man habe in den vergangenen Jahren im Durchschnitt nur eine Millionen Euro in den Radwegebau investiert, inzwischen seien es zwar sieben Millionen Euro, aber häufig bereite das aufwändige Planfeststellungsverfahren Probleme. Bei der 2020 anstehenden Fortschreibung des Landesradwegenetzes erhoffe man sich ebenfalls Unterstützung durch die Kommunen. 

„In Wittenberg gibt es ein Radwegenetz von 80 Kilometern, davon befinden sich 86 Prozent in einem guten Zustand“, erklärte OB Zugehör. Radverkehr sei in der Lutherstadt ein Kernthema der Stadtentwicklung und auch im neuen Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) fest verankert. Man verfüge über ein sehr gut ausgebautes touristisches Radwegesystem, aber es gehe auch um das Alltagsgeschäft. Den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr von derzeit 19 Prozent wolle man auf 30 Prozent erhöhen. 

Seit 2007 findet die Fahrradkommunalkonferenz an jährlich wechselnden Orten statt und hat sich mittlerweile zu einer der bedeutsamsten Veranstaltungen der Radverkehrsförderung für kommunale Vertreter entwickelt. Gefördert wird die Konferenz vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, konzipiert und durchgeführt von der Fahrradakademie am Deutschen Institut für Urbanistik (Difu). Der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund unterstützen die Veranstaltungen als Kooperationspartner. 

Mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen im Verkehrsbereich wird die Notwendigkeit für eine Mobilitätswende deutlich, das Fahrrad spielt dabei in all seinen Facetten eine wichtige Rolle. Auf der Konferenz wurden praxisnahe Konzepte aus dem Bereich Radverkehr vorgestellt, besondere Höhepunkte waren die erstmals durchgeführten „Walkshops“ – fachliche Spaziergänge durch die Stadt - sowie ein Planungs-Design Pich zwischen einem niederländischen und einem deutschen Studententeam zum Thema „Radverkehr im Straßenraum attraktiv gestalten“.




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