Das Ende der Mauer in Berlin. Foto: Bundesregierung

Das Ende der Mauer in Berlin. Foto: Bundesregierung

29.10.2019

Im Cranach-Hof wird zu den „Posaunen von Jericho“ eine Mauer eingerissen

30 Jahre Mauerfall: Vielfältige Aktionen in Wittenberg

Wittenberg (wg). Am 9. November 1989 wurde, damals unerwartet, die Berliner Mauer geöffnet, ein entscheidendes Ereignis, welches die beiden deutschen Staaten, Europa und die Welt verändern sollte. 30 Jahre später soll diese Mauereröffnung fröhlich in Wittenberg gefeiert werden. Gefördert wird die Veranstaltung im Rahmen von „Demokratie leben!“

 
Mehrere Akteure - Wittenberg-Kultur e.V., die Cranach-Stiftung, die Stadtkirchengemeinde, die Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt und das Bündnis „Wittenberg Weltoffen“ - haben sich zusammengefunden. 

Auftakt ist am 9. November um 15 Uhr im Cranach-Hof in der Schlossstraße 1, dort müssen sich Besucher zunächst den Weg durch ein symbolisches Labyrinth aus Mauer suchen, um am Ende auf eine Mauer mit bunten Kartons zu stoßen, die gemeinsam eingerissen wird. Dazu spielt symbolträchtig eine Wittenberger Bläsergruppe – die „Posaunen von Jericho“ bringen Mauern zum Einstürzen. 

Begleitet wird diese Aktion von Musik und Filmen, außerdem diskutieren Jugendliche ihre Vorstellungen von der DDR und zeigen den von ihnen kreierten Trickfilm „Agentinnen und Spione“, den sie in einem von Tobias Thiel geleiteten Projekt der Evangelischen Akademie kreiert haben. An Computern können Besucherinnen und Besucher überdies im Videospiel Minecraft ausprobieren, auf welchen Wegen die Mauer am besten überwunden werden kann – oder 1989 nachspielen und die Mauer immer wieder und wieder neu einreißen. Es gibt Gesprächsrunden mit jungen Menschen und Zeitzeugen, Filme und Fotos aus der Wendezeit. 

Wohl kein anderes Datum in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts hat derart die Emotionen geschürt wie der 9. November: der Fall der Berliner Mauer 1989, die Reichspogromnacht 1939, der Hitlerputsch 1923 und die Novemberrevolution 1918. Kein anderes Datum symbolisiert so sehr die Hoffnungen der deutschen auf eine demokratische und bessere Zukunft, aber auch den Weg in die Barbarei des Dritten Reiches. 

Um 18 Uhr laden die Evangelischen Stadtkirchengemeinde und die Evangelische Akademie zum Gedenken an die antijüdischen Pogrome an das Mahnmal an der Stadtkirche ein. 

Possierliche Mauerhasen 

Im Anschluss daran wird das Mauerfall-Fest ab 19 Uhr im Malsaal des Cranach-Hofes weiter gefeiert mit dem ungewöhnlichen, weil satirischen Dokumentarfilm „Mauerhasen“ von Bartek Konopka und Piotr Rosolowski (Deutschland/Polen 2009). 

In dem mit mehreren (inter-)nationalen Preisen ausgezeichneten Streifen geht es um den Mauerfall aus der Perspektive der Wildkaninchen, die ohne Argwohn von einem paradiesischen Leben inmitten üppigen Grüns erzählen. Bewaffnete Wächter übernehmen persönlich die Verantwortung für die possierlichen Tiere, die enge Nachbarschaft von Grenzsoldaten und Hasen fördert ein geradezu inniges Verhältnis – bis die Mauer fällt: Nun müssen auch die Langohren lernen, mit der neugewonnenen Freiheit zurecht zu kommen, ein Schicksal, welches die Hasen mit vielen Menschen in ganz Osteuropa teilen... 

Wittenberger Zeitzeuge

Auch die Städtischen Sammlungen im Museum im Zeughaus beteiligen sich am 9. November in der Zeit von 10 bis 12 Uhr: So erinnert sich ein Wittenberger Zeitzeuge an die Ereignisse um den 9. November herum, aus dem Museumsdepot werden Objekte wie Protestschilder vom Herbst 1989 in Wittenberg gezeigt und es gibt eine Führung durch den Ausstellungsbereich „Friedliche Revolution“, dort sind auch Schwert und Pflugschar von der Veranstaltung im Lutherhof 1983 aus Anlass des Kirchentages zu sehen.





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