Blick auf den Bunkerberg: Hier ist eine artenreiche Blühwiese entstanden. Foto: Stadt Wittenberg

Blick auf den Bunkerberg: Hier ist eine artenreiche Blühwiese entstanden. Foto: Stadt Wittenberg

25.10.2019

Umweltbewusstes Flächenmanagement für mehr Stadtgrün

Wittenberg engagiert sich für biologische Vielfalt

Wittenberg (wg). „SatdtGrün – naturnah“ heißt ein vom Bundesamt für Naturschutz ins Leben gerufenes Label für Städte, die ein ökologisches Grünflächenmanagement umsetzen und damit die biologische Vielfalt und ein naturnahes Lebensumfeld ihrer Bewohner stärken. Pro Jahr werden unter den Bewerbern deutschlandweit 15 Kommunen ausgesucht, auch die Lutherstadt Wittenberg will sich am Labeling-Verfahren beteiligen, ebenso die Partnerstadt Göttingen. Das Label wird in den Stufen Gold, Silber und Bronze für die Dauer von drei Jahren vergeben und kann durch eine Rezertifizierung erneuert werden. 

„Die Stadt Wittenberg bekennt sich zu ihrer globalen Verantwortung“, erklärt Janine Stiller, Sachgebietsleiterin Stadtentwicklung, und verweist auf den im Januar 2018 vom Stadtrat gefassten Grundsatzbeschluss zur Anerkennung der Agenda 2030, in der 17 Nachhaltigkeitssziele definiert sind. Überdies hat der Stadtrat ein dreiteiliges Klimakonzept beschlossen, bestehend aus integrierter Wärmenutzung, erneuerbare Energien und klimafreundliche Mobilität. 

In den Städten bedroht die Flächenversiegelung das naturnahe Grün, deshalb muss eine vorausschauende Stadtplanung die Natur- und Grünflächenentwicklung mit einschließen. „Dies spiegelt das neue Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) in Form einer Selbstverpflichtung wider“, sagt Stiller. Aspekte wie die Reduzierung des Flächenverbrauchs, Erhalt und Pflege geschützter Biotope, Arten- und Klimaschutz werden sich künftig auch in den Flächennutzungsplänen der Stadt wiederfinden und Auswirkungen auf die verbindlichen Bauleitpläne in Form von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen haben. 

Als konkretes Beispiel benennt Stiller die Flächenerweiterungen von bestehenden Einkaufsmärkten, wobei die Investoren den Flächenverbrauch unter anderem mit Dachbegrünung zu kompensieren haben – im Fachjargon als „doppelte Innenentwicklung“ bezeichnet, ein weiteres Beispiel dafür ist der neue „grüne“ Hauptbahnhof. 

„In einer ersten Phase erfassen wir den Bestand an Grünflächen, verfügbaren Ressourcen und bereits umgesetzte Maßnahmen und Projekte“, erläutert Landschaftsplanern Ulrike Beetz. Das Verfahren habe am 1. Oktober begonnen und soll zum 31. Januar 2020 abgeschlossen sein, anschließend wird ein Maßnameplan erstellt, in dem Ziele und neue Maßnahmen definiert werden (bis 31. Mai 2020) und in der dritten Phase bis zum 30. September 2020 sind in Form einer Grünflächenstrategie alle Ziele, Grundsätze und Maßnahmen im Sinne eines übergeordneten Leitbildes zusammenzufassen. 

Stauden und Blühwiesen 

Zu den umgesetzten Maßnahmen gehören unter anderem die im Zuge der Neugestaltung der Erich-Mühsam-Straße in Wittenberg West entsiegelten Flächen sowie die Neuanlage von Pflanzflächen mit vielgestaltigen Staudenmischung auf einer Fläche von 350 Quadratmetern: Realisiert wurde ein ästhetisch und ökologisch ausbalanciertes, bewährtes Konzept für sonnige und trockene Standorte. 

In den Wallanlagen (Schlosswiese) wurden ebenfalls Staudenflächen geschaffen sowie unter Bäumen ein sogenannter Schattsaum als Wildblumenwiese mit rund 1.000 Quadratmetern Fläche angelegt. Auf dem Weg vom Hauptbahnhof Richtung Altstadt wurden dauerhafte und artenreiche Blüh- und Gräserstauden gepflanzt.  

Künftig will sich die Stadt im Rahmen ihrer Mitgliedschaft im Verein Naturpark Fläming an dem Projekt „Der Fläming blüht auf“ beteiligen. Das Engagement der Bürgerstiftung, die im September 12.000 Zwiebeln von Wildkrokussen gepflanzt hat und diese Aktion fortsetzen will (der Wittenberg Sonntag berichtete), wird ausdrücklich begrüßt und im Labeling-Verfahren erwähnt, denn auch bürgerschaftliches Engagement wird bewertet. 

Lokale Aktionsgruppe 

Mitglieder der neu gegründeten lokalen Aktionsgruppe (LAG) sind der NABU, der Verein Naturpark Fläming, die untere Naturschutzbehörde, die Evangelische Akademie, der Landschaftspflegeverband, der Imkereiverein Wittenberg sowie Firmen, Vereine, Bürgerstiftung und Privatpersonen. Die Idee vom Stadtgrün soll möglichst breit in der Bürgerschaft verankert werden. 

Die Bewohner sollen sensibilisiert werden, ihre Balkonkästen und Vorgärten ökologisch zu gestalten: Kies statt Grün ist zwar pflegeleicht, bietet Insekten aber keinerlei Nahrung. „Gleiches gilt für den gepflegten Rasen“, berichtet Beetz, „deshalb werden öffentliche Wiesen nicht mehr so oft und tief gemäht.“ Bei der Bepflanzung von Flächen müssen heimische Arten verwendet werden, dies schreibt das Naturschutzgesetzt ab 2020 zwingend vor, weil invasive Arten eine Verschiebung der Öko-Systeme verursachen. Auch die im Zuge der Nichtnutzung freiwerden Friedhofsflächen sollen für die ökologische Aufwertung des Naturraumes genutzt werden.





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