Amtsarzt Dr. Michael Hable rät zur Grippeschutzimpfung und Ellen Rinke befolgt den guten Rat. Foto: Wolfgang Marchewka

Amtsarzt Dr. Michael Hable rät zur Grippeschutzimpfung und Ellen Rinke befolgt den guten Rat. Foto: Wolfgang Marchewka

18.10.2019

Amtsarzt Hable: Keine andere Impfung rettet so viele Menschenleben

Das Wittenberger Gesundheitsamt impft gegen Grippe

Wittenberg (wg). „Die Monate Oktober und November sind optimal für eine Grippeimpfung, um in der anstehenden Saison gegen die Erreger gewappnet zu sein“, erklärt Amtsarzt Dr. Michael Hable im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag. Nach einer Impfung dauere es bis zu zwei Wochen, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut sei. Impfungen gibt es sim Gesundheitsamt kostenlos, 500 Impfdosen mit einem Vierfachimpfstoff stehen dort bereit. 

Experten seien sich einig, dass eine Influenza-Impfung nicht nur für Risiko-Gruppen sinnvoll sei, sondern für jeden, verweist Hable auf die Grippewelle 2017/18, die laut Auswertung des Robert-Koch-Instituts (RKI) mehr als 25.000 Menschen das Leben gekostet hat und damit die tödlichste in den vergangenen 30 Jahren war. Unter den Toten waren auch mehrere hundert Kinder, die vorher völlig gesund waren.

„Diese Zahlen sollten Impfgegnern zu denken geben“, sagt Amtsarzt Hable, „denn mit keiner anderen Impfung lassen sich mehr Menschenleben retten.“ Gegen Masern, woran in den vergangenen 12 Jahren 29 Menschen gestorben sind, werde eine allgemeine Impfpflicht diskutiert, gegen Influenza rate die Ständige Impfkommission (STIKO) beim RKI jedoch nur zur Impfung von Risikogruppen und suggeriere damit, dass die Infektion für jüngere und gesunde Menschen keine Gefahr darstelle. Dabei sei die Influenza hierzulande die gefährlichste Infektionskrankheit. 

„Die mit einer Influenza verbundenen Sekundärkomplikationen, die häufig zum Tode führen, werden unterschätzt“, warnt Hable, „an erster Stelle steht die bakterielle Lungenentzündung.“ Bei  Vorerkrankungen könne eine Virusgrippe auch zu Schlaganfällen, Herzinfarkten und Diabetesentgleisungen führen. 

„Erstmals müssen die Krankenkassen den Vierfachimpfstoff bezahlen, er deckt gegenüber dem bislang oft verwendeten Dreifachimpfstoff ein größeres Erregerspektrum ab“, erläutert Hable, damit erhöhe sich die Chance, keine Grippe zu bekommen. Das Paul-Ehrlich-Institut hat bis jetzt 15,7 Millionen Impfdosen frei gegeben, die in dieser Saison vor vier Virusvarianten schützen – enthalten sind je zwei Influenza A- und B-Virenkomponenten. 

Die Dauer der Schutzwirkung beträgt sechs bis 12 Monate, so dass pro Grippesaison eine einmalige Dosis genügt. In den vergangenen Jahren hatte die Grippewelle meist nach dem Jahreswechsel ihren Höhepunkt erreicht. Experten rechnen in diesem Jahr nicht mit einer Impfdosenknappheit.

 „Alle zugelassenen Impfstoffe sind in der Regel gut verträglich, auch für Schwangere und das ungeborene Kind konnte durch Studien die Sicherheit der Grippeimpfung nachgewissen werden“, so Hable. Für Kinder gibt es seit 2012 einen Impfstoff, der als Nasenspray verabreicht wird. Liegt eine akute behandlungsbedürftige Erkrankung mit Fieber über 38,5 Grad Celsius vor, sollte die Impfung verschoben werden. 

Die Impfung gegen Influenza wird von der STIKO vor allem Risikogruppen wie Menschen ab 60 Jahren, Schwangeren und chronisch Kranken empfohlen. Auch für medizinisches Personal und Betreuer von Pflegebedürftigen sei die Impfung ratsam. Wer direkten Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln hat, sollte sich den Fachleuten zufolge ebenfalls impfen lassen. Das schütze zwar nicht gegen die Vogelgrippe, beuge aber einer problematischen Doppelinfektion vor. 

Hinweis

Das Gesundheitsamt impft kostenlos und ohne Voranmeldung gegen Influenza, so lange der Vorrat an Impfdosen reicht: Dienstag von 8.30 bis 12 Uhr und von 13 bis 15 Uhr sowie Donnerstag von 8.30 bis 12 Uhr und von 13 bis 18 Uhr. Grippeimpfungen gibt es auch bei den niedergelassenen Ärzten.





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