Der Vereinsvorsitzende Joachim Zander zeigt auf den Teil der ehemaligen Klinikambulanz, der wie das Pförtnerhaus langfristig und kostenfrei vom neuen Eigentümer gepachtet werden konnte. Foto: Wolfgang Gorsboth

Der Vereinsvorsitzende Joachim Zander zeigt auf den Teil der ehemaligen Klinikambulanz, der wie das Pförtnerhaus langfristig und kostenfrei vom neuen Eigentümer gepachtet werden konnte. Foto: Wolfgang Gorsboth

04.10.2019

Geschichtsverein will an seinen ehrgeizigen Zielen festhalten

WASAG-Projekt: Landesverwaltungsamt verzögert den Baustart

Wittenberg (wg). Der Geschichts- und Forschungsverein WASAG hat die Förderanträge für die bauliche Sanierung des Museums und für den touristischen Geschichtslehrpfad fristgerecht beim Landesverwaltungsamt Halle eingereicht, die Behörde ist verpflichtet, binnen vier Monaten zu entscheiden, doch der Vereinsvorsitzende Joachim Zander wartet vergeblich: „Die Behörde ließ unsere Anträge sechs Monate einfach liegen, um sie dann weiterzuleiten." Nun ruht das wichtige Papier beim Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Anhalt. 

Der Verein hat sich die ehrgeizigen Ziele gesetzt, sowohl die Chronik und Betriebsgeschichte des Rüstungsbetriebs, als auch die Entwicklung von der Lungenheilstätte Robert Koch zum Krankenhaus Apollensdorf-Nord auf wissenschaftlicher Basis zu erarbeiten und zu dokumentieren. In dem ehemaligen Pförtnerhaus der Klinik und einem Teil der sich anschließenden früheren Ambulanz soll dazu ein Informations- und Dokumentationszentrum/Museum entstehen (der Wittenberger Sonntag berichtete). Beide Vorhaben sind von der Arbeitsgruppe „Wittenberger Land“ befürwortet und in die Prioritätenliste für die Leader-Förderung 2019 aufgenommen wurden. 

„Wir haben mit dem neuen Eigentümer, der Wittenberger Gemüse GmbH, einen langfristigen Pachtvertrag abgeschlossen, die Räume werden uns kostenlos zur Verfügung gestellt, ebenso Gas, Strom und Wasser“, berichtet Zander. Bereite im Dezember 2018 sei eine Baugenehmigung erteilt worden: „Alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung unserer Pläne sind gegeben, aber das Landesverwaltungsamt hat unseren Antrag leider nicht bearbeitet“, kritisiert Zander. 

In den Bauantrag und ähnliche Leistungen sind bereits fast 17.000 Euro investiert worden, in die inhaltlichen Vorbereitungen flossen etwa 49.000 Euro - ohne jegliche Fremdmittel. „Mehrere Wittenberger Firmen unterstützen uns, mit dabei sind die Stadtwerke, Tesvolt, Bau-Consult und Feldbinder, außerdem Stiftungen und Privatpersonen, insgesamt mehr als 80 Unterstützer“ freut sich Zander, „auch das Interesse an unseren Vorträgen und Führungen ist sehr groß, wir organisieren Projekte mit den Gymnasien, und Anfragen kommen aus ganz Deutschland, das zeigt uns, wir sind auf dem richtigen Weg.“ 

Der Verein möchte die Geschichte der WASAG von ihrer Gründung bis zur Demontage dokumentieren und dabei auch die Rolle des Rüstungskomplexes und der Zwangsarbeit im Dritten Reich thematisieren: „Wir sehen uns in der Pflicht, an die verheerenden Folgen der Kriegstreiberei in der NS-Zeit zu erinnern, dabei gilt unser besonderes Gedenken den Menschen und Zwangsarbeitern, die unter unmenschlichen Bedingungen für die Kriegsführung missbraucht wurden, manche sind an den Folgen gestorben.“ Daher plant der Verein auch eine Neugestaltung des Ehrenfriedhofs. 

Außerdem soll die Geschichte des Krankenhauses Apollensdorf-Nord dokumentiert und die Fragen der Altlastensanierung und möglichen Nachnutzung des für die Öffentlichkeit gesperrten Areals geklärt werden. Der Verein prüft, welche Ruinen für die wissenschaftliche Aufarbeitung gesichert werden können und bietet regelmäßig Geländeführungen an.

Die WASAG Reinsdorf soll als Modell nachgebaut werden, dazu sind Vereinsmitglieder mit der Bergakademie Freiberg im Gespräch. „Ein ganz wichtiger Partner ist Prof. Dr. Johannes Preuss von der Gutenberg-Universität Mainz, der 1993 im Auftrag der Stadt das Rüstungsaltlasten-Gutachten erstellte und über einmalige Einblicke in die Archive der Alliierten verfügt“, sagt Zander, „er möchte uns sein umfangreiches WASAG-Archiv übereignen, das ist eine enorme Wertschätzung unserer Arbeit.“ 

Das neue Museum soll zudem ein Dorfbegegnungszentrum werden. Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wurde das Pförtnerhaus als Wahllokal genutzt, gefördert über „Demokratie leben“. Damit konnten die Einwohner von Apollensdorf-Nord zum ersten Mal seit 12 Jahren wieder direkt vor Ort wählen, die Resonanz war enorm.




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