Das Erinnerungsmal an die Aktion „Schwerter zu Pflugscharen“ des in Halle lebenden Künstlers Michael Krenz auf dem Lutherhof in Wittenberg. Foto: Wolfgang Marchewka

Das Erinnerungsmal an die Aktion „Schwerter zu Pflugscharen“ des in Halle lebenden Künstlers Michael Krenz auf dem Lutherhof in Wittenberg. Foto: Wolfgang Marchewka

23.09.2019

Auf dem Radweg Berlin-Leipzig zu den Originalschauplätzen

Achter Radaktionstag: 30 Jahre Friedliche Revolution in der DDR

Wittenberg (WiSo). Zum achten Mal veranstaltet die WelterbeRegion Anhalt-Dessau-Wittenberg einen Aktionstag am Radweg Berlin-Leipzig zum Tag der Deutschen Einheit, der ganz im Zeichen von 30 Jahre Friedliche Revolution steht. „Zeitzeugen und interessierte Radler lernen in fünf Etappen an ehemals strategisch wichtigen Punkten die wechselvolle Geschichte kennen, die vor 30 Jahren die Welt veränderte“, berichtet Elke Witt, Geschäftsführerin der WelterbeRegion. 

Vom 3. bis zum 7. Oktober geht es auf speziellen Rad- und Wanderwegen sowie verkehrsarmen Landstraßen zu Orten von historischer Bedeutung. Die Route führt die auf einer Länge von etwa 250 Kilometern durch die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen, mit dem Brandenburger Tor in Berlin und dem Leipziger Hauptbahnhof verbindet die Strecke die beiden Hauptschauplätze der Wende. 

Von Bad Düben nach Leipzig 

Die erste Etappe am Donnerstag, dem 3. Oktober, führt über 42 Kilometer von Bad Düben nach Leipzig, Zwischenhalte sind um 10 Uhr in Wellaune am Denkmal der Gefallenen, um circa 10.40 Uhr, in Wölkau an der Ruine der Patronatskirche und um 11.40 Uhr in Plaußig an der Naturschutzstation. Um 13 Uhr wird das Museum an der „Runden Ecke“ in Leipzig erreicht, hier befand sich 40 Jahre der Sitz der Leipziger Bezirksverwaltung für Staatssicherheit. 

Heute informiert dort ein Museum zu Funktion, Arbeitsweise und Geschichte des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR in einem authentischen Umfeld. Die Führung beginnt um 14 Uhr und um 16 Uhr lädt Pfarrer i.R. Christian Wolf zum Friedensgebet in die Nikolaikirche ein, die Friedensgebete in der Leipziger Kirche waren im Herbst 1989 ein zentraler Ausgangspunkt der Friedlichen Revolution in der DDR.

An diesem Tag richtet die Heidebahn einen Sonderverkehr ein, die Hinfahrt erfolgt um 7.52 Uhr vom Hauptbahnhof Wittenberg, Ankunft in Bad Düben um 9.20 Uhr, die Rückfahrt um 18.58 Uhr vom Leipziger Hauptbahnhof. 

Von Leipzig nach Bad Düben 

Die zweite Etappe am 4. Oktober führt auf 42 Kilometern von Leipzig nach Bad Düben, Abfahrt ist um 10 Uhr am Museum in der „Runden Ecke“. Um 13.15 Uhr wird das Evangelische Schulzentrum in Bad Düben erreicht, dort begegnen sich um 15 Uhr „Fridays for Future“ und die „Friedliche Revolution“ – „Revolutionäre“ zweier verschiedener Generationen. Vorgestellt wird das Schulprojekt „Herbst 1989 und Herbst 2019“. Pfarrer Christoph Gramzow lädt um 17 Uhr zum Friedensgebet in die Stadtkirche Bad Düben ein, auch hier schöpfte man 1989 durch die Friedensgebete Hoffnung auf baldige Änderungen der festgefahrenen politischen Verhältnisse in der DDR. 

Von Bad Düben nach Wittenberg 

Die dritte Etappe am Samstag, dem 5. Oktober, führt auf 48 Kilometern von der Kurstadt in die Lutherstadt, Abfahrt ist um 10 Uhr am Naturparkhaus in der Neuhofstraße 3, Zwischenhalte sind um circa 12 Uhr in Bad Schmiedeberg am Denkmal des Bundes Deutscher Radfahrer im Kurpark, um 13 Uhr in Kemberg an der Postmeilen-Säule sowie um 13.20 Uhr am Netto in Bergwitz. Um 15 Uhr wird in Wittenberg die Evangelische Akademie erreicht, wo alle zum gemeinsamen Kaffeetrinken eingeladen sind. 

Um 16 Uhr schließt sich unter dem Motto „Schwerter zu Pflugscharen“ ein von Zeitzeugen geführter Rundgang zu den Original-Schauplätzen der Friedlichen Revolution in der Altstadt an. Am 24. September 1983 veranstaltete der Wittenberger Friedenskreis unter Leitung des Pfarrers Friedrich Schorlemmer in Wittenberg eine Protestaktion: In einer aus dem pazifistischen biblischen Gedanken kommenden Aktion wurde im Lutherhof ein Schwert zu einer Pflugschar umgeschmiedet. 

Diese Aktion wurde zu einem Symbol der Friedensbewegung von Ost und West und war ein starker Impuls für die Bürgerbewegung in der ganzen DDR. Um 18 Uhr beginnt das Friedensgebet in der Schlosskirche. In Wittenberg fanden im Rahmen der Friedlichen Revolution 1989 jeweils dienstags Friedensgebete in Stadt- und Schlosskirche statt, danach demonstrierten die Menschen auf dem Marktplatz. 

Von Wittenberg nach Jüterbog

Die vierte, circa 45 Kilometer lange Etappe führt am 6. Oktober von der Lutherstadt nach Jüterbog, Abfahrt ist um 10 Uhr vom historischen Marktplatz, Zwischenhalte sind um 11 Uhr am Rathaus in Zahna, um 11.30 Uhr in Naundorf an der Turmholländermühle und um 12.30 Uhr an der Hochzeitsmühle in Dennewitz. Um 14 Uhr wird das Mönchenkloster in Jüterbog erreicht, dort beginnt um 15 Uhr der Stadtrundgang zum Thema „30 Jahre Friedliche Revolution“. 

Von Jüterbog nach Lichtenrade

Die fünfte und letzte Etappe am 7. Oktober führt auf 90 Kilometern von Jüterbog nach Lichtenrade, Start ist um 9 Uhr am Mönchenkloster, Zwischenstopps um 9.15 Uhr am Kloster Zinna und um 10.45 Uhr an der Kirche in Schönefeld. Um 12 Uhr gibt es eine Führung im Museum „Roter Stern – Bücherstadt Wünsdorf“, hier befand sich von 1945 bis 1994 der Sitz des Oberkommandos der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland.

Von Wünsdorf aus wurde der sowjetische Panzerschutz für den Bau der Berliner Mauer organisiert. Zu Spitzenzeiten lebten in Wünsdorf bis zu 75.000 Männer, Frauen und Kinder aus der Sowjetunion. Der Abzug der Truppen erfolgte 1994, hinterlassen wurden eine menschenleere Garnisonsstadt und ein Areal von 260 Hektar munitionsverseuchter Fläche. Weiterhin wurden 47.000 sowjetische Kampfmittel, 29 Tonnen Munitionsschrott und weitere Bomben- und Waffenteile entsorgt. 1994 begann die Wiedernutzbarmachung des ehemaligen Militärgebietes für friedliche Zwecke. 

Um 16 Uhr ist Ankunft in der Kirchengemeinde Berlin-Lichtenrade mit dem ehemaligen Grenzübergang am Mauerweg. Zum Abschluss gibt es ein Gespräch zum Thema „Die Rolle des DDR- und sowjetischen Militärs bei der Friedlichen Revolution“, das Friedensgebet beginnt um 17 Uhr.

Hinweis:

Die tageweise Teilnahme an Einzeletappen ist möglich, eine vorherige Anmeldung unter Tel.: 03491/40 26 10, E-Mail: , ist erwünscht, aber nicht zwingend nötig. Die Teilnahme und Eintritte an den einzelnen Programmpunkten sind frei.





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