17.09.2019

Unfälle vermeiden: Die Polizei gibt Hinweise

Der Herbst und seine Tücken für Verkehrsteilnehmer

Wittenberg (WiSo). An jedem Tag passieren Verkehrsunfälle, niemand kann sich vor einem Unglücksfall schützen. Aber es gibt ebenso einfache wie wichtige Verhaltensweisen, die jeder Verkehrsteilnehmer beachten sollte, um die Wahrscheinlichkeit, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden, zu verringern. „Dies gilt besonders in der jetzt beginnenden dunklen Jahreszeit“, macht Polizeihauptkommissarin Cornelia Dieke auf besondere Gefahrenquellen in der Herbstzeit aufmerksam. 

„Im Landkreis Wittenberg haben Wildunfälle einen hohen Anteil am gesamten Unfallgeschehen“, berichtet Dieke. Seit Januar 2019 bis Mitte September registrierte die Polizei 2839 Verkehrsunfälle, davon 892 mit Beteiligung von Wild. „Damit ist das über die Straßen wechselnde Wild bei uns die Hauptunfallursache“, so Dieke. 

Die meisten Wildunfälle würden sich in der Dämmerung und in der Nacht ereignen: „Das ist die Zeit, wo die Wildtiere besonders aktiv sind“, erläutert die Polizeihauptkommissarin, „und weil in der dunkleren Jahreszeit die Dämmerung oft mit dem morgendlichen oder abendlichen Berufsverkehr zusammenfällt, steigt das Unfallrisiko stark an.“ Besonders hoch sei es morgens zwischen 05.00 und 08.00 Uhr und abends zwischen 17.00 und 22.00 Uhr. Hinzu komme, dass im Herbst die Paarungszeit von Rot- und Schwarzwild ist. 

Autofahrer hätten eine Möglichkeit, den Zusammenstoß mit Wild zu vermeiden oder im Unglücksfall den Schaden möglichst gering zu halten: In den wildreichen Gegenden vorsichtig fahren. Konkret rät die Polizei: 

* Geschwindigkeit verringern und genügend Abstand zum Vordermann halten, 

* aufmerksam fahren und den Straßenrand beobachten, 

* kontrolliert bremsen, Wechsel von Fern- und Abblendlicht, hupen, 

* immer mit mehreren Tieren und mit eventuellem Umkehren von auf der Fahrbahn befindlichen Tieren rechnen. 

* Wenn ein Zusammenstoß nicht vermeidbar ist, das Lenkrad unbedingt gerade halten und keine Ausweichmanöver versuchen, da andernfalls ein Schaden - auch ein Personenschaden - meist nur noch größer wird.

„Sollte es zu einem Zusammenstoß gekommen sein, sichern Sie die Unfallstelle sofort, um weitere Unfälle zu verhindern“, rät Cornelia Dieke, „informieren Sie die Polizei und merken Sie sich gegebenenfalls die Fluchtrichtung des verletzten Tieres, damit es später gefunden werden kann. Beseitigen Sie wegen der Versicherung nicht die Spuren am Fahrzeug. Außerdem darf totes Wild nicht mitgenommen werden, da Sie sich sonst wegen Wilderei strafbar machen. Zudem könnte das Tier auch erkrankt sein.“ 

Mit dem Herbst kommen in jedem Jahr unangenehme Witterungsbedingungen. „Manche Verkehrsteilnehmer benötigen einige Zeit, bis sie sich darauf eingestellt haben, dass es morgens neblig ist oder aber durch Laub und Nässe rutschig sein kann“, weiß die Polizistin. Also: Vorsicht! 

Die Beleuchtung sei besonders wichtig: Nach dem Motto „Sehen und gesehen werden“ sei spätestens jetzt der Zeitpunkt gekommen, die Beleuchtungseinrichtung überprüfen zu lassen. „Viele Autohäuser bieten Lichttests kostenlos an. Die sollten genutzt werden, denn auch die Höheneinstellung ist von Bedeutung, um andere nicht zu blenden und selbst die optimale Ausleuchtung zu erhalten“, sagt Dieke.

Doch die besten technischen Voraussetzungen helfen wenig, wenn der Fahrer seine Fahrweise nicht den äußerlichen Bedingungen anpasst. Dazu gehört, die Geschwindigkeit zu verringern, denn „Bei Nebel, Laub und Regen verlängert sich der Bremsweg – deshalb runter vom Gas“ appelliert Dieke. Von scheinbar gutem Wetter sollten sich die Autofahrer nicht verleiten lassen: Im Herbst könnten sich die Witterungsbedingungen schnell ändern. 

Die Polizei spricht auch die Radfahrer an, denn sie sind nach den Fußgängern die schwächsten Verkehrsteilnehmer und daher besonders gefährdet. Jeder Radfahrer sollte darauf achten, dass seine Beleuchtung funktioniert und bei Dunkelheit auch benutzt wird. „Gerade in unserer Region sind viele Kinder mit dem Rad unterwegs“, weiß Dieke, „die Eltern sollten regelmäßig die Verkehrssicherheit des Fahrrades ihrer Schützlinge überprüfen. Besonders die Bremsen und das Licht müssen funktionstüchtig sowie Reflektoren vorhanden sein.“ Eine helle Kleidung mit weiteren Reflektoren in Form einer Weste oder von Bändern kann außerdem dazu beitragen, dass die Kleinen gut gesehen werden. Das erhöht die Sicherheit und minimiert das Unfallrisiko. Ein Helm sollte, auch wenn er gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, selbstverständlich sein. „Wünschenswert wäre, wenn die Eltern Vorbild sein könnten und auch einen Helm tragen“, sagt Dieke. 

Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr müssen auf dem Gehweg fahren, Kinder bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr dürfen noch auf dem Gehweg fahren. Danach müssen auch die Kinder den Radweg oder, wenn nicht vorhanden, die Fahrbahn benutzen. Der Radweg sollte in der richtigen Richtung befahren werden. Auch das kann Unfälle vermeiden. Schnell wird ein Radfahrer übersehen, der in die falsche Richtung fährt.

„Generell ist eine besondere Umsicht und Rücksichtnahme auf andere Verkehrsteilnehmer geboten, um nach Möglichkeit stets sicher ans Ziel zu kommen“, zieht Cornelia Dieke das Fazit.




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