11.09.2019

Staatssekretär Gunnar Schellenberger übergab den Zuwendungsbescheid

Geld für die Notsicherung des Barockflügels am Selfisch-Haus

Wittenberg (wg). „Bei alten Baudenkmälern drängt oft die Zeit und im Fall des zum Selfisch-Haus gehörenden Barockseitenflügels ganz besonders“, erklärte Kultusstaatssekretär Gunnar Schellenberger am Mittwoch, 11. September, aus Anlass der Übergabe des Zuwendungsbescheides in Höhe von 200.000 Euro an den Bevollmächtigten des Objektes, Thomas Ulrich Bolbrock. 

Mit dem Geld kann der Seitenflügel direkt neben dem Cranachhaus baulich gesichert werden als Voraussetzung für die später geplante Sanierung und Restaurierung. Ohne die Fördermittel hätte Bolbrock im Auftrag der Eigentümer die Genehmigung auf Abriss stellen müssen.

„Wir in Sachsen-Anhalt sind Vorreiter beim Denkmalschutz“, betonte Schellenberger, der auch Vizepräsident des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutzes ist. Für Sofortmaßnahmen wie am Selfisch-Haus sei im Landeshaushalt nur ein kleines Budget vorgesehen, dennoch sei es gelungen, in kurzer Zeit die Summe von 200.000 Euro aufzuwenden.

Die Sicherung der historischen Substanz sei wichtig, so Schellenberger, denn dem Haus komme eine besondere Bedeutung zu. Mit dem Bund sei man in Verhandlungen, damit das Objekt den Status „National bedeutsames Denkmal“ erhalte, was wiederum künftig eine Förderung durch den Bund ermögliche. Für die Absicherung der Sofortmaßnahme hätte es aber zu viel Zeit in Anspruch genommen, das Verfahren abzuwarten. 

In 2008/09 habe man eine Studie erarbeitet, wie das Objekt privat genutzt werden könne, informierte Bolbrock. Es seien Kosten in Höhe von 6,5 Millionen Euro kalkuliert worden, dies habe der Eigentümer deshalb nicht stemmen können, weil sich damals keine Interessenten für die Nutzung der Geschäftsräume im Erdgeschoss gefunden hätten, dort befand sich bis vor etlichen Jahren ein Kaufhaus. 

Für eine Nutzung zu Wohnzwecken kommt das Gebäude ohnehin nicht infrage: So wurden Wandmalereien aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entdeckt, dabei sind auch Inschriften und Wappen, die nicht einfach mit Mobiliar zugestellt werden können. Eine Nutzung durch öffentliche Einrichtungen oder gar ein Museum wären indes möglich.

Benannt ist das Haus am Markt 3 nach Samuel Selfisch, seit 1560 Besitzer des Objekts, mehrfacher Bürgermeister und Kämmerer der Stadt sowie ein erfolgreicher Verleger, Buchdrucker und Papierhändler. Gemeinsam mit dem ebenfalls im Buchhandel tätigen Conrad Rühel finanzierte er von 1569 bis 1571 den letzten größeren Umbau der Stadtkirche. 

„Selfisch hat uns ein echtes Schmuckstück hinterlassen“, urteilte Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos), der wie auch die Vertreter von vier Stadtratsfraktionen zur Übergabe des Zuwendungsbescheides erschienen war. Wenn im Dezember des Jahres die Rüstung am Vorderhaus falle, könne sich der Betrachter auf eine sehr eindrucksvolle Dacheindeckung mit besonderen Ziegeln freuen, kündigte Bolbrock an. Beim rückwärtigen Barockflügel müssen unter anderem morsche Dachbalken ergänzt und das Fachwerk erneuert werden.




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