Auf der Bühne im MGH: Sozialministerin Petra Grimm-Benne und Kay Senius, Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt/Thüringen der Bundesagentur für Arbeit, sowie MGH-Chef Markus Schuliers (l.). Foto: Wolfgang Gorsboth

Auf der Bühne im MGH: Sozialministerin Petra Grimm-Benne und Kay Senius, Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt/Thüringen der Bundesagentur für Arbeit, sowie MGH-Chef Markus Schuliers (l.). Foto: Wolfgang Gorsboth

08.09.2019

Neue Projekte der Gesundheitsförderung für Langzeitarbeitslose

Erwerbslos, krank, isoliert: Raus aus dem Teufelskreislauf!

Wittenberg (wg). Ein in Sachsen-Anhalt bislang einmaliges Theaterprojekt für Langzeitarbeitslose, das als Teil eines bundesweiten Vorhabens im Mehr-Generationen-Haus (MGH) lief, hat den Teilnehmern sehr geholfen: „Man kommt aus einer Höhle heraus und man nimmt wieder am Leben teil“, freut sich Petra Stolzenburg. Die 63-Jährige war fast 20 Jahre arbeitslos, und auch ihre Tochter Susan machte mit: Nach einer gescheiterten Selbständigkeit hatte sie fast zehn Jahre keinen Job. Arbeitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) und der Leiter der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Kay Senuis, zeigten sich im MGH von den Schilderungen beeindruckt. 

Mutter und Tochter spielten Szenen aus dem Drama „Endstation Sehnsucht“ von Tennessee Williams. Das machte ihnen nicht nur Spaß, sondern regte Fantasie und Kreativität an und stärkte das Selbstbewusstsein. „Alle Teilnehmer sind freier und lebensbejahender geworden“, resümiert MGH-Leiter Markus Schuliers, der Szenen ausgewählt hatte, in denen sich die Situation der Betroffenen widerspiegeln: „Wenn ich eine Rolle spiele, bin ich jemand anderes und kann mich selbst neu entdecken. Wer den Mut hat, auf der Bühne zu agieren, hat auch den Mut, sich wieder der Gesellschaft zu öffnen und sich um Arbeit zu bewerben." 

Arbeitslosigkeit macht krank

Wesentliches Ziel des bundesweiten Modellprojekts ist die Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung. „Für Menschen in Arbeit gibt es eine Reihe von Präventions-Programmen zur Gesunderhaltung, diese sind auch auf Langzeitarbeitslose ausgeweitet Worten", berichtet Ministerin Grimm-Benne, denn: „Arbeitslosigkeit macht krank und umgekehrt, wie zahlreiche Studien bewiesen haben." 

Grimm-Benne und Senuis informieren sich regelmäßig den Erfolg der Modellprojekte: „Wir wollen sehen, wie sich die Vorhaben entwickeln, ob wir etwas besser machen können und wir wollen miteinander reden, nicht übereinander“, betont Grimm-Benne. 

„Bei viele Langzeitarbeitslosen, aber auch bei Jugendlichen mit Startschwierigkeiten in das Erwerbsleben kann der Weg in Arbeit lang sein, weil zunächst persönliche Probleme gelöst werden müssen“, erklärt Senius. Zwar gebe es aktuell 6.000 Langzeitarbeitslose weniger in Sachsen-Anhalt als vor einem Jahr, aber trotz dieser guten Entwicklung könne es immer schwieriger werden, diese Klienten in Arbeit zu bringen: „Nicht weil uns die Jobs fehlen, sondern weil zahlreiche langzeitarbeitslosen Menschen multiple Vermittlungshemmnisse aufweisen, gerade auch im Bereich der psychischen Gesundheit, deshalb reichen wirtschaftspolitische Maßnahmen allein nicht aus.“ 

Neue Perspektiven durch Prävention 

Um diese Probleme zu lösen, benötigen die Job-Center Partner, deshalb arbeiten die Bundesagentur für Arbeit, die gesetzlichen Krankenkassen, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städtetag zusammen, um die gesundheitliche Situation von Langzeitarbeitslosen und damit ihre Leistungs- und Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern. 

„Wir haben das Projekt auf bundesweit 129 Standorte erweitert“, berichtet Uwe Schröder, Vorstand der IKK plus, die seitens der Kassen federführend ist. Diesmal ist Sachsen-Anhalt mit acht Hauptstandorten und 22 Regionalstellen vertreten, Träger ist die Landesvereinigung für Gesundheit (LVG). „Die Finanzierung ist bis 2022 gesichert“, so Schröder. Pro Standort stünden 50.000 Euro im Jahr zur Verfügung. 

Für Sachsen-Anhalt wurden drei Maßnahmenpakete geschnürt: Das erste umfasst das klassische Kurssystem der Kassen wie Rückenschule, Wassergymnastik, Bewegung und Autogenes Training, das zweite betrifft zielgruppenspezifische Angebote wie Ernährungsberatung und das Theaterprojekt in Wittenberg und das dritte sieht individuelles Gesundheits-Coaching vor.





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