Blütenprinzessin Elisabeth mit Familie Zwicker: Sohn Marvin, Vater Oliver, Mutter Sylke und Tochter Theresa Zwicker, die amtierende 27. Jessener Weinprinzessin (v.l.n.r.). Foto: Wolfgang Gorsboth

Blütenprinzessin Elisabeth mit Familie Zwicker: Sohn Marvin, Vater Oliver, Mutter Sylke und Tochter Theresa Zwicker, die amtierende 27. Jessener Weinprinzessin (v.l.n.r.). Foto: Wolfgang Gorsboth

30.08.2019

Geringere Ernte und neue Herausforderungen für Obstbauern

Auf dem Obsthof Zwicker wurde die Apfelsaison 2019 eröffnet

Jessen (wg). Im Beisein der Blütenprinzessin Elisabeth eröffnete der Landesverband „Sächsisches Obst“ e.V. am Freitag die Apfelsaison 2019 in Sachsen-Anhalt auf dem Obsthof Zwicker in Jessen-Schweinitz. Dem 1990 gegründeten sächsischen Verband gehören seit 2012 auch Obstbauern aus Sachsen-Anhalt als Landesfachgruppe an. „Dass ein derartiger Verband in Deutschland zwei Bundesländer umfasst, ist eine Besonderheit, dadurch hat unsere Stimme in Berlin großes Gewicht“, erklärte Gerd Kalbitz, der den Verband seit 12 Jahren leitet und den Obsthof Zwicker als „fantastischen Betrieb“ lobte, „der mit seiner Direktvermarktung ganz nah am Kunden ist.“ 

Mit circa 10,55 Millionen Tonnen verzeichne man in diesem Jahr in Europa die kleinste Apfelernte seit zehn Jahren, in Sachsen-Anhalt erwarte man eine Ernte von 10.000 Tonnen, 30 Prozent weniger als im Vorjahr und 40 Prozent weniger im Vergleich zu einer Normalernte. Man habe, so Kalbitz, Qualitätseinbußen durch Frost und Hagel gehabt und durch den Sonnenbrand in Folge von Hitze und Trockenheit zusätzliche Ausfälle. Nach dem ruinösen Vorjahr erwarte man für 2019 einen Preisanstieg auf ein „normales Niveau.“ 

Ausdrücklich kritisierte der Verbandsvorsitzende den Fortbestand des Russland-Embargos angesichts fehlender neuer Exortmärkte. Eine weitere Herausforderung sei der Mindestlohn, der in Europa sehr unterschiedlich ausfalle und dazu führe, dass Deutschlands Obstbauern immer weniger wettbewerbsfähig seien, gleichzeitig sinke die Zahl der verfügbaren Saisonarbeitskräfte. Klimaanpassung mit Wetterschutz-Einrichtungen wie Hagel- und Regenschutz bezeichnete Kalbitz als eine der neuen Herausforderungen im Obstanbau. 

Neue Herausforderungen 

Damit Landwirte infolge von Hagel, Sturm, Frost, Starkregen, Hitze und Dürre –Wetterextremen, die infolge des Klimawandels weiter fortschreiten werden – nicht immer als Bittsteller für Ad-hoc-Hilfen auftreten müssen, forderte Kalbitz von der Politik staatliche Unterstützung für die Mehrgefahrenversicherung, damit die Prämien bezahlbar blieben sowie einen stark ermäßigten Versicherungssteuersatz für Elementargefahren auch für das Risiko „Trockenheit“, der derzeit 19 Prozent der Versicherungssumme beträgt.

Angesichts der geringer werdenden Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln müssten alternative Bekämpfungsmethoden erforscht werden und bei den Produktionsmethoden sei mit Blick auf Digitalisierung, autonomes Fahren und Mechanisierung Innovation gefragt. Mit dem Wettbewerb „Hofladen des Jahres“ wolle man die Direktvermarktung intensivieren und beim Verbraucher das Bewusstsein für regionale Produkte schärfen: Dort gibt es nicht nur die Standardsorten, die zum üblichen Supermarktrepertoire gehören, sondern auch alte Obstsorten mit besonderer Geschmacksqualität. 

Von der besonderen Qualität regionaler Produkte konnten sich auch die vielen Gäste überzeugen, die in der Obsthof-Lounge der Eröffnung der Apfelsaison bewohnten. Betriebsleiter Oliver Zwicker stellte den Betrieb vor: Auf circa 40 Hektar wird Obst nach biologischen Richtlinien angebaut, davon entfallen 15 Hektar auf Äpfel, die damit die Hauptkultur darstellen. 

Gesund und vielseitig

Im Landesverband „Sächsisches Obst“ e.V. sind 74 Obsterzeuger zusammengeschlossen, die auf einer Fläche von 4.270 Hektar Obstanbau betreiben, davon entfallen 2.726 Hektar auf den Apfel und davon wiederum werden 350 Hektar ökologisch bewirtschaftet. Circa 21 Kilogramm Äpfel isst der Sachsen-Anhalter pro Jahr, also 126 Stück. „Das ist alle drei Tage ein Apfel, da gibt es noch Luft nach oben“, meinte Kalbitz. 

Denn wie gesund der tägliche Apfelverzehr ist, darüber informierte Elisabeth: Die im Mai gekürte Blütenprinzessin ist 22 Jahre jung, stammt aus Schmölln in Thüringen und studiert Landwirtschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Ein Apfel enthalte bis zu 30 Vitamine und Spurenelemente, er sei dank der Sortenvielfalt und langen Haltbarkeit vielseitig einsetzbar und trage so zu einer gesunden Ernährung bei.





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