Vortort-Termin an der neuen Drosselanlage in Reinsdorf am Ende der Nordstraße. Foto: Wolfgang Gorsboth

Vortort-Termin an der neuen Drosselanlage in Reinsdorf am Ende der Nordstraße. Foto: Wolfgang Gorsboth

26.07.2019

Neue Drosselanlage in der Reinsdorfer Nordstraße

Hochwasserschutz bei Starkregen am Rischebach

Wittenberg-Reinsdorf (wg). Drei Jahre nach dem verheerenden Starkregen am 27. Juli 2016 gab es am Freitag eine Vorort-Besichtigung am neuen Hochwasserschutzdamm, Ende der Reinsdorfer Nordstraße. Auch wenn bei der derzeitigen Hitze und Dürre niemand an Hochwasser denkt – beim nächsten Starkregen kann der Rischebach über die Ufer treten und die Grundstücke der Anwohner unter Wasser setzen, Experten sprechen hier von urbanen Fluten. 

„Die hier realisierte Schutzmaßnahme wirkt bis in die Kernstadt hinein“, erklärte Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos), „wenn es zu Starkregenfällen kommt, müssen die anfallenden Wassermassen gesteuert werden.“ Genau dies leistet die im Zeitraum von Mai bis Dezember 2018 errichtete Drosselanlage, knapp 1,1 Millionen Euro wurden investiert, die Hälfte davon Fördermittel. 

„Ausschlaggebend für das Vorhaben war bereits das Starkregenereignis im Jahr 2012“, erinnerte Peter Grasenack, Abteilungsleiter Kanalnetz beim Entwässerungsbetrieb. Auf der Grundlage einer Studie zum Rischebach, deren Kernvorhaben die Drosselanlage sei, habe man mehrere Schutzmaßnahme realisiert, welche den Bachverlauf von der Quelle in Straach bis zur Mündung in die Elbe berücksichtigten. 

Dass es in Folge von Starkregen immer wieder zu Schäden im Siedlungsraum kam, hat mit der Begradigung und Vertiefung des Gewässersystems zu tun, in deren Folge die ehemals natürlichen Retentionsräume nicht mehr wirksam werden konnten. 

Das neue Retentionsbecken wird von zwei Seiten durch errichtete Erddämme und von der östlichen Seite durch einen natürlichen Geländeanstieg begrenzt. Über die Drosselanlage aus Querwand mit Flügelwänden und Hakenschütz läuft das Wasser kontrolliert in die Verrohrung des Rischebachs auf dem Gelände der ehemaligen Fleischkonserven ab. 

Mit der Anlage, die ohne Strom und ständige Wartung auskommt, lassen sich mehr als 31.000 Kubikmeter Wasser zurückhalten. Maximal werden 1.300 Liter pro Sekunde durchgelassen, so viel kann laut Studie problemlos vom Unterlauf aufgenommen werden. 

„Während der Bauphase gab es einige Probleme“, sagte Grasenack. So musste der Staudenknöterich bekämpft werden, dazu wurden schwarze Folien eingesetzt, die bei Sonne die Erde „ausbrennen“. Die Pflanze wird wie Sondermüll behandelt, weil der unerwünschte Neophyt der Biodiversität erhebliche Schäden zufügt. Wegen der Roten Waldameise musste der Damm etwas verschoben werden und auch das Bachneunauge sorgte im Zuge des Genehmigungsverfahrens für Hürden. 

Wegen der Sorgen der Anwohner wurden während der Bauphase Schwingungsmessungen durchgeführt, deren Ergebnisse, so Grasenack, sehr minimal gewesen seien. Insgesamt wurden 5.000 Kubikmeter Erdstoffe eingebracht, 160 Kubikmeter Beton verbaut und 3.500 Quadratmeter Rollrasen verlegt. Zur Zeit laufen die Vermessungsarbeiten in Vorbereitung des Erwerbs der von der Hochwasserschutzmaßnahme betroffenen Grundstücke durch die Stadt, alle Eigentümer haben zu vernünftigen finanziellen Konditionen zugestimmt.




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