Ab August 2019 wird Renke Brahms hauptamtlich die Geschäfte der Evangelischen Wittenberg-Stiftung führen, außerdem ist er Friedensbeauftragter der EKD. Foto: Wolfgang Gorsboth

Ab August 2019 wird Renke Brahms hauptamtlich die Geschäfte der Evangelischen Wittenberg-Stiftung führen, außerdem ist er Friedensbeauftragter der EKD. Foto: Wolfgang Gorsboth

07.07.2019

Renke Brahms: „Eine Errungenschaft, die verteidigt werden muss.“

Menschenrechte-Ausstellung im Café des Asisi-Panoramas

Wittenberg (wg). „In weiten Teilen der Welt werden Menschenrechte mit Füßen getreten“, erklärte Renke Brahms, neuer theologischer Direktor der Evangelischen Wittenberg-Stiftung, zur Eröffnung der Wanderausstellung „Menschen. Rechte. Leben“ im Café des Asisi-Panoramas, wo die Exposition bis Mitte August zu sehen sein wird.

„Schon in unserer nächsten Umgebung werden Menschenrechte missachtet“, verwies Brahms auf Hass und Erniedrigung in den „sozialen“ Netzwerken, „dies setzt sich fort, wenn Menschen im Mittelmeer ertrinken, obwohl es ein Recht auf Asyl gibt und wenn jene, die Menschen vor dem Ertrinken retten, kriminalisiert werden.“

Nach der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges und den Verbrechen des Nationalsozialismus wurde am 10. Dezember 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von der UN-Generalversammlung verkündet. Den 70. Geburtstag im vergangenen Jahr nahm die Evangelische Kirche in Deutschland zum Anlass, um die Menschenrechtsinitiative #freiundgleich zu starten, seit Februar 2019 ist die Wanderausstellung auf Deutschlandtour.

„Menschenrechte sind nirgendwo selbstverständlich und immer noch eine Errungenschaft, die verteidigt werden muss“, betonte Brahms. Gerade heute werde der Grundkonsens über das gleiche Recht und die gleiche Würde aller Menschen vielerorts in Frage gestellt. „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“, heißt es in Artikel 1, die Wurzeln sieht Brahms in der jüdisch-christlichen Tradition verankert. Als Kirche werde man sich für die Menschenrechte einsetzen, damit alle Menschen als Gottes Geschöpfe und Ebenbilder in Freiheit und Würde miteinander leben könnten. 

Brahms dankte Camilo Seifert, dem Kaufmännischen Leiter der Luther 1517 gGmbH, dass die Wanderausstellung im Café des Asisi-Panoramas gezeigt werden könne. Hier verbinde sich die Geschichte des 16. Jahrhunderts mit der Gegenwart, außerdem garantiere das Panorama als Publikumsmagnet der Menschenrechts-Ausstellung eine große Resonanz. Wenn die von der Evangelischen Wittenberg-Stiftung organisierten Konfi-Camps zum Thema „Frieden leben“ beginnen, werden auch die Jugendlichen die Ausstellung besuchen.

Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) erinnerte daran, dass sich weltweit mehr als 70 Millionen Menschen auf der Flucht befinden. Zum Reformationsjubiläum 2017 habe der Torraum „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ am Schwanenteich diese Thematik unter anderem mit Hilfe eines Flüchtlingsbootes aufgegriffen, dieses Exponat habe die Stadt übernommen, um es als Mahnmal und Ort der Diskussion zu erhalten. Nach dem Brandanschlag in der Nacht des 9. November 2018 habe der Stadtrat ein klares Bekenntnis gegen den Hass gefasst.

Die für Jugendliche und Erwachsene konzipierte Ausstellung besteht aus drei begehbaren Menschenrechts-Boxen sowie einem großen Menschenrechte-Turm aus gestapelten Pappelementen sowie verschiedenen kleineren Objekten. Mit informativen und interaktiven Elementen wird das komplexe Thema anschaulich und erlebnisnah aufbereitet. 

Hintergrund:

In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte geht es um das Recht auf Leben und Freiheit, Verbot der Sklaverei und der Folter, Asylrecht, Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit, Meinungs- und Informationsfreiheit, allgemeines und gleiches Wahlrecht sowie das Recht auf Bildung. 48 Staaten hatten in der UN-Generalversammlung in Paris mit Ja gestimmt, acht Staaten enthielten sich, darunter die Sowjetunion, Südafrika und Saudi-Arabien. Staatliche Organe haben die Pflicht, Menschenrechte nicht zu verletzen und sie vor Einriffen durch Dritte zu schützen und sie müssen die aktive Wahrnehmung der Rechte ermöglichen.




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