Einen Spendenscheck für das „Grüne Klassenzimmer“ überreichten die beiden Geschäftsführer Helmut und Andreas Peter sowie Centerleiterin Christine Dost dem Wittenberger Oberbürgermeister Torsten Zugehör. Im Hintergrund ein Teil des alten „Schandflecks." Foto: Ellen Rinke

Einen Spendenscheck für das „Grüne Klassenzimmer“ überreichten die beiden Geschäftsführer Helmut und Andreas Peter sowie Centerleiterin Christine Dost dem Wittenberger Oberbürgermeister Torsten Zugehör. Im Hintergrund ein Teil des alten „Schandflecks." Foto: Ellen Rinke

06.07.2019

Autohaus-Peter-Gruppe investiert sieben Millionen Euro

Aus dem Schandfleck alter Mühlenbau wird ein moderner Standort

Wittenberg (wg). „Unser Anspruch lautet aus der Region, für die Region und mit der Region“, begründete Helmut Peter, der gemeinsam mit seinem Sohn Andreas als Geschäftsführer die Autohaus-Peter-Gruppe leitet, das anspruchsvolle Vorhaben, die Industriebrache des ehemaligen Mühlenbaus an der Dresdener Straße für sieben Millionen Euro zu einem hochmodernen Wirtschaftsstandort zu entwickeln. 

Der Einladung auf das 22.500 Quadratmeter großen Gelände, das sich erst seit einer Woche im Besitz der neuen Eigentümer befindet, waren am Freitagvormittag viele Vertreter aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft gefolgt. Am Nachmittag waren die Nachbarn eingeladen, um aus erster Hand Informationen für die künftige Nutzung des Areals zu erhalten. „Nicht nur das Regionalprinzip ist uns wichtig, ebenso setzen wir auf Transparenz und gute Nachbarschaft“, betonte Helmut Peter.

Zunächst erfolgen bis Ende September 2019 der Abriss der maroden Gebäude sowie die Beräumung des völlig verwahrlosten Grundstücks. Parallel laufen die Planungen für den Neubau, der im Frühjahr 2020 beginnen soll, die Fertigstellung ist für Ende 2020 angedacht. Entstehen wird eine technische Prüfstelle und eine hochmoderne Mercedes-Benz-Vertretung mit Verkauf und Service nach den Vorgaben der Daimler AG, dem „Markenauftritt Retail 2020“ (MAR 2020). Damit reagiert der Hersteller auf die Digitalisierung und veränderte Kundenbedürfnisse.

Wer künftig am Markt erfolgreich agieren will, brauche Größe: „1990 gab es noch 248 Mercedes-Benz-Betriebe in Deutschland, aktuell sind es 90 und in einigen Jahren werden es weniger als 60 sein“, sagte Helmut Peter. Es gehe nicht um Verdrängungswettbewerb, sondern darum, Marktpositionen auszubauen: „Nicht die Großen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen.“

„Neue Antriebe wie Elektromotoren, autonomes Fahren, Carsharing in größeren Städten sowie die Digitalisierung sind die großen Herausforderungen der Zukunft“, erklärte Andreas Peter. Der stationäre Handel werde gleichwohl an Bedeutung zunehmen, ebenso die Erwartungen der Kunden an Serviceleistungen. 

Großes Lob ging an Stadt und Kreis Wittenberg für die unbürokratische Zusammenarbeit. Am 17. Januar habe er zum ersten Mal Kontakt mit Stephan Heinrich von der städtischen Wirtschaftsförderung gehabt, berichtete Helmut Peter. Zuvor habe der langjährige Mercedes-Benz-Service-Partner in Wittenberg den Mietvertrag gekündigt, notdürftig sei man in der Gummiwerkstraße untergekommen, kein guter Standort für das Team und erst recht nicht vorzeigbar für Kunden. 

„Wir haben uns deshalb entschieden, in Wittenberg zu investieren, bei der Suche nach einem geeigneten Standort sind wir auf den alten Mühlenbau gestoßen“, so Helmut Peter. Verwirrung gab es wegen der Eigentumsverhältnisse: Weil der Alteigentümer verstarb und die Erben den Nachlass ausschlugen wurde das Land Hessen Eigentümer des Grundstücks, das mit der Grundschuld eines Aachener Projektentwicklers sowie weiteren Verbindlichkeiten gegenüber Stadt und Kreis belastet war. 

„Die von der Stadt vorangetriebene Versteigerung des Grundstücks wurde von Oberbürgermeister Torsten Zugehör unbürokratisch zurückgenommen“, bedankte sich Helmut Peter. „Wir sind sehr froh, dass eine weitere Brache von der Bildfläche verschwindet, für unsere Feuerwehr bedeutet dies einen Einsatzort weniger“, spielte der OB auf die häufigen Brandstiftungen auf dem Gelände an. 

Spende für das „Grüne Klassenzimmer“ 

Zum Regionalprinzip gehört es auch, für sinnvolle Projekte zu spenden, die Entscheidung fiel auf das „Grüne Klassenzimmer“. Der „Schweizer Pavillon“, der 2017 in den Wallanlagen stand und der Stadt als Geschenk übereignet wurde, wird seinen neuen Standort im Naturgarten „Vergissmeinnicht“ finden, dort sollen Kinder und Jugendliche eindrucksvolle Naturerfahrungen sammeln können. Das Peter-Duo spendete 1.000 Euro und ruft alle am Bau beteiligten Firmen auf, ebenfalls zu spenden. 

Autohaus-Peter-Gruppe: 24 Standorte, 800 Mitarbeiter

1990 wurde die Autohaus-Peter-Gruppe gegründet, sie verfügt über 24 Standorte in 15 Städten in den Bundesländern Thüringen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Acht Automarken sind im Vertrieb, weitere vier Marken im Service vertreten, die Hauptmarke ist Mercedes Benz. Das Unternehmen beschäftigt 800 Mitarbeiter, davon 130 Azubis, in Wittenberg entstehen 60 neue Arbeitsplätze. Im Oktober 2016 übernahm das Unternehmen die Mercedes-Benz-Vertretung von Beresa in Dessau, Bernburg und Zerbst sowie die Marktverantwortung im Vertrieb für die Marke Mercedes-Benz in Wittenberg.





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