Corinna Reinecke, Angelika Kelsch, Michael Werner (erste Reihe) sowie Vizelandrat Jörg Hartmann und Petra Helmchen, Fachdienstleiterin Jugend und Bildung, stellen den neuen Bericht zur Kinder- und Jugendhilfe vor. Foto: Wolfgang Gorsboth

Corinna Reinecke, Angelika Kelsch, Michael Werner (erste Reihe) sowie Vizelandrat Jörg Hartmann und Petra Helmchen, Fachdienstleiterin Jugend und Bildung, stellen den neuen Bericht zur Kinder- und Jugendhilfe vor. Foto: Wolfgang Gorsboth

06.07.2019

Bericht der Kreisverwaltung als Wegweiser in die Zukunft

Jugendhilfe: Prävention spart Folgekosten

Wittenberg (wg). Weil sich Familienstrukturen ändern können und das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen einem Wandel unterliegt, soll ein Leitfaden die Grundsätze in der Kinder- und Jugendarbeit definieren. Dazu dient der Bericht zur Kinder- und Jugendhilfe 2018, den die Kreisverwaltung vorgestellt hat: Eine Analyse der Jahre 2014 bis Mitte 2019 sowie ein Ausblick für den Zeitraum Juli 2019 bis Juni 2024. 

„Wir sind stolz auf diesen Bericht, der die intensive Arbeit der Kreisverwaltung und des Jugendhilfeausschusses ebenso widerspiegelt wie zahlreiche politische Debatten und ist außerdem eine lesenswerte Lektüre für den neu gewählten Kreistag“, erklärte Vizelandrat Jörg Hartmann (CDU). 

Ausschussvorsitzende Corinna Reinecke (SPD) unterstrich den empfehlenden Charakter des 86-seitigen Berichtes und die Notwendigkeit, mehr in Prävention zu investieren: Rechtzeitiges Handeln im Sinne von Prävention spare höhere Folgekosten ein. 

„Jugendhilfe bedeutet Kärnerarbeit, sie ist der Reparaturbetrieb der Gesellschaft“, betonte Michael Werner, beratendes Mitglied des Jugendhilfeausschusses und Vorsitzender des Unterausschusses Jugendhilfeplanung. Ein Beispiel sei der Eingriff in die elterliche Erziehungsverantwortung bei Gefahr für das Kindeswohl, die Fallzahlen seien deutlich gestiegen. „Wir haben deshalb die finanziellen Bedingungen für Pflegeeltern deutlich verbessert“, berichtete Werner. Wenn Kinder in Pflegefamilien untergebracht werden können, entfalle die wesentlich teurere und aus pädagogischer Sicht schlechtere Unterbringung im Heim. „Mit der fachlich besseren Variante sparen wir langfristig sogar Geld“, betonte Werner und dies träfe auch auf die Schulsozialarbeit zu, die kurzfristig wie eine „Feuerwehr" wirke und langfristig helfe, Schulabbrüche und Schulverweigerung zu reduzieren.

„Wichtiges Thema ist Mobbing und soziale Medien“, ergänzte Reinecke und verwies auf die neue Bertelsmann-Studie, nach der sich Schüler in der Schule nicht mehr sicher fühlen würden: Nur 21,6 Prozent der Grundschüler hätten keine gewaltsamen Übergriffe erlebt. „Immer mehr Jugendlichen verlieren ihr Vertrauens in die Demokratie“, warnte Reinecke, „Kinder und Jugendliche brauchen mehr Möglichkeiten der Partizipation.“ 

Das von Verwaltung, Ausschuss und freien Träger erarbeitete neue Leitbild bezeichnete Michael Werner als „gemeinsamen Wegweiser mit Blick in die Zukunft, denn Jugendhilfe muss über Wahlperioden hinaus denken.“ Leider gebe es bei manchen Eltern die Auffassung, Erziehung sei eine Dienstleistung von Kita, Schule und Hort. 

„Oft müssen wir uns in den politischen Gremien rechtfertigen, wenn wir Geld für Maßnahmen der Jugendhilfe benötigen“, bedauerte Angelika Kelsch (Linke). Die stellvertretende Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses und Vorsitzende des Unterausschusses Kinderförderungsgesetz betonte, im Kita-Bereich habe man mit der Leistungs- Entgelt- und Qualitätsvereinbarung neue Parameter für Kinderschutz, Partizipation der Kinder und Zusammenarbeit mit Eltern entwickelt. Außerdem habe man den von Amtsarzt Michael Hable vorgelegten Bericht zur Kindergesundheit aufgegriffen und Maßnahmen vorgeschlagen, um Defizite etwa in der Sprachentwicklung zu beheben.

Hintergrund

Die Grundlage der Kinder- und Jugendhilfe ist der Artikel sechs des Grundgesetzes: Die staatliche Gemeinschaft – dazu gehört auch das Jugendamt – wacht über die Einhaltung der Pflichten der Eltern bei der Pflege und Erziehung ihrer Kinder. Das Jugendamt bietet in Absprache mit dem Fachausschuss verschiedene Formen der Hilfen zur Erziehung an, organisiert Schulsozialarbeit und definiert Standards für die Arbeit in Kitas.





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