Gute Vorbereitung ist wichtig: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitsagentur zeigen Wege auf, damit kein Ausbildungsplatz unbesetzt bleibt. Foto: Agentur

Gute Vorbereitung ist wichtig: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitsagentur zeigen Wege auf, damit kein Ausbildungsplatz unbesetzt bleibt. Foto: Agentur

01.07.2019

Im Kreis Wittenberg sind 378 Lehrstellen unbesetzt

Betriebe und Azubis finden sich nicht

Landkreis Wittenberg (WiSo). In einem Monat starten die ersten Auszubildenden in eine Berufsausbildung, damit bleibt jungen Leuten, die noch keinen Vertrag in der Tasche haben, nicht mehr viel Zeit, ebenso wird es für die Unternehmen ohne passenden Berufsnachwuchs eng. In den Branchen Handel und Metall zeichnet sich bereits jetzt ab, dass nicht alle Ausbildungsstellen besetzt werden können. 

„In den vergangenen Jahren hat sich die Situation am Ausbildungsmarkt komplett gedreht, demografisch bedingt gibt es heute für jeden Bewerber mindestens eine Ausbildungsstelle“, erklärt Carina Knie-Nürnberg, Chefin der Arbeitsagentur Dessau-Roßlau-Wittenberg. Standen früher die Jugendlichen bei den Firmen Schlange, sind es heute die Betriebe, die verzweifelt um Bewerber buhlen.

Dazu kommt, dass die Berufswünsche der Jugendlichen und das regionale Ausbildungsangebot nicht immer zusammenpassen. Derzeit laufen intensive Alternativberatungen bei Jugendlichen und Arbeitgebern, um die offenen Ausbildungsstellen noch zu besetzen. Den Jugendlichen rät Knie-Nürnberg, unbedingt den Zweit- oder Drittberufswunsch in Betracht ziehen, wenn es mit der Wunsch-Lehrstelle nicht geklappt hat.

„Gemeinsam mit den Bewerbern und den Unternehmen suchen wir nach Möglichkeiten, um Jugendliche auch weniger bekannte Ausbildungsberufe vorzustellen oder Arbeitgebern Möglichkeiten zur Unterstützung bei der Ausbildung oder andere Alternativen aufzuzeigen, wie eine Qualifizierung im Unternehmen“, berichtet die Agenturchefin.

Für die Unternehmen sei es wichtig, alle Möglichkeiten zu prüfen, um den passenden Berufsnachwuchs zu bekommen. Die „Verpackung“ sei nicht alles, was zähle. „Das richtige Talent findet man im praktischen Erleben“, so Knie-Nürnberg, „insofern ist ein Zeugnis zwar eine Leistungs-, aber keine Kompetenzfeststellung.“ 

Notwendig ist ein Werben für die duale Ausbildung, die in manchen Bereichen bessere Perspektiven als ein Studium bietet, obwohl immer noch mehr als jeder zweite Schulabgänger an die Hochschulen strebt. Betriebe mit Nachwuchsmangel sollten deshalb verstärkt Studienabbrecher ins Visier nehmen und auch denen eine Chance geben, die nicht mit Top-Noten von der Schule kommen. 

Ist ein potenzieller Auszubildender gefunden, so bietet ein mehrmonatiges Langzeitpraktikum (Einstiegsqualifizierung) im Vorfeld der Ausbildung die Möglichkeit, sich gegenseitig besser kennenzulernen. Auch die assistierte Ausbildung (der Wittenberger Sonntag berichtete) ist eine Option.





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