Mandy Schleifer wartet im mobilen Bürgerbüro vergeblich auf Bürgerinnen und Bürger, die den Service der Stadt Wittenberg nutzen möchten. Foto: Wolfgang Gorsboth

Mandy Schleifer wartet im mobilen Bürgerbüro vergeblich auf Bürgerinnen und Bürger, die den Service der Stadt Wittenberg nutzen möchten. Foto: Wolfgang Gorsboth

28.06.2019

Wittenberger Pilotprojekt ist nach Testphase eingestellt worden

Bürger machten aus dem mobilen Bürgerbüro ein „Mecker-Mobil“

Wittenberg (wg). „Die von Februar bis Mai 2019 laufende viermonatige Testphase des mobilen Bürgerbüros stieß in den Ortschaften auf eine extrem geringe Nachfrage, so dass wir das Angebot eingestellt haben“, zog Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) am Freitag beim Pressegespräch ein aus Sicht der Verwaltung enttäuschendes Resümee.

Als Beispiel nennt der OB die Ortschaft Grabo, wo beim ersten Besuch des Bürgerbüros zweimal Personaldokumente beantragt, einmal Hundesteuer gezahlt und zwei Beschwerden geäußert wurden „und danach kam keiner mehr“, so Zugehör, „und nicht viel besser fallen die Ergebnisse in den anderen Ortschaften aus.“ Auch die in der Kernstadt eingerichteten Anlaufstellen wie in der Schulstraße, bei Intersport und bei Möbel Mit verzeichneten in vier Monaten zusammen nur drei Anfragen, eine Wohngeld-Angelegenheit und zwei Beschwerden.

„Statt die Angebote zu nutzen, hat sich das mobile Bürgerbüro zu einem ‚Mecker-Mobil’ entwickelt, in dem sich über Hundehaufen und defekte Straßenlaternen beschwert wurde“, berichtete Zugehör, „auch Beschwerden sind wichtig, aber nicht Aufgabe eines mobilen Bürgerbüros.“ Der Sachbearbeiter, der im Bus vor Ort sei, werde dringender im Rathaus benötigt. 

Die mangelnde Resonanz, betonte Mandy Schleifer, Sachgebietsleiterin Bürgerservice, könne nicht auf fehlende Informationen zurückgeführt werden, da in der Presse, im Amtsblatt und vor Ort ausreichend geworben worden sei, sogar einen regulären Fahrplan habe es für den Bus gegeben. 

„Wir haben im Vorfeld statistische Erhebungen in den Ortschaften zur Altersstruktur gesammelt, weil wir davon ausgingen, dass insbesondere ältere und in der Mobilität eingeschränkte Einwohner den Service des mobilen Bürgerbüros nutzen würden“, erklärte Schleifer. Offenbar seien viele Ältere dank der Hilfe von Verwandten, Nachbarn und Bekannten mobiler als angenommen und viele würden einen Besuch im Bürgerbüro des Neuen Rathauses mit einem Besuch des Wochenmarktes, des Einkaufszentrums und der Altstadt verbinden. 

Auch wenn das Pilotprojekt eingestellt worden ist, gibt es weiterhin einen Vor-Ort-Service: Bürgerinnen und Bürger, die aufgrund gesundheitlicher Probleme und eingeschränkter Mobilität nicht mehr in der Lage sind, nach Wittenberg zu kommen, können jederzeit die Mitarbeiter des Bürgerbüros um einen Hausbesuch unter Tel.: 03491/421 91 00 bitten. 

„Wir geben dafür keine knallharten Kriterien vor, sondern unsere Mitarbeiter werden jeden Einzelfall mit viel Fingerspitzengefühl entscheiden“, versicherte Zugehör, „kein Betroffener muss sich schämen, uns anzufordern.“ Für Schwerstbehinderte hat Mandy Schleifer noch eine wichtige Zusatzinformation: Sie können im Regelfall von der Ausweispflicht befreit werden, eine Verlängerung abgelaufener Dokumente ist dann nicht erforderlich.





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