Agenturchefin Carina Knie-Nürnberg: „Die Agentur für Arbeit unterstützt Arbeitgeber bei der arbeitsplatzbezogenen Qualifizierung." Foto: Archiv

Agenturchefin Carina Knie-Nürnberg: „Die Agentur für Arbeit unterstützt Arbeitgeber bei der arbeitsplatzbezogenen Qualifizierung." Foto: Archiv

28.06.2019

Engpässe bieten Chancen für Beschäftigte und Schüler

Gute Lage in der Wirtschaft - aber Fachkräfte fehlen

Wittenberg/Dessau (WiSo). Die anhaltend stabile und gute wirtschaftliche Lage sorgt für einen Beschäftigungsrekord im Bezirk der Arbeitsagentur Dessau-Roßlau-Wittenberg. Bei vielen Arbeitgebern steigt aber mittlerweile die Anspannung, denn das Angebot an Arbeitskräften – ob Nachwuchs, Fachkräfte oder berufsfremde Einstiegsbewerber – wird zunehmend knapper.

„Die klassische Stellenbesetzung ist längst kein Routinefall mehr, denn gesucht werden in erster Linie beruflich qualifizierte Mitarbeiter“, erklärt Agenturchefin Carina Knie-Nürnberg. „Im Idealfall wird eine offene Stelle direkt und zeitnah besetzt, das gelingt heute nur noch selten.“ 

Die Gründe hierfür sind vielfältig. Im Wesentlichen führen der demografische Wandel und sinkende Arbeitslosenzahlen dazu, dass es für Unternehmen immer schwerer wird, ihre offenen Stellen zu besetzen. In jedem Jahr gehen weit mehr Arbeitnehmer in Rente, als junge Menschen ins Berufsleben einsteigen, somit wächst die Fachkräftelücke weiter. „Zwar sprechen wir noch nicht von einem flächendeckenden Fachkräftemangel, dennoch stellen wir in immer mehr Berufsgruppen größere Engpässe fest“, so Knie-Nürnberg. 

Aber auch wenn vermeintlich genügend Bewerber vorhanden sind, finden Unternehmen nicht immer gleich die passenden Bewerber. Denn außer der passenden Qualifikation müssen auch die Vorstellungen zur Arbeitszeit und Erreichbarkeit übereinstimmen. Zudem unterscheiden sich oftmals die Anforderungen innerhalb eines Berufes, so dass Qualifizierungs- oder zumindest Einarbeitungszeiten unumgänglich sind.

Die Dauer zwischen dem Termin, zu dem das Unternehmen eine Arbeitskraft einstellen will und der tatsächlichen Besetzung werden immer länger - im Agenturbezirk im Schnitt 109 Tage. Die Engpässe sind aktuell besonders gravierend in den Gesundheits- und Pflegeberufen, in den Fertigungs-, Mechatronik-, Energie- und Elektroberufen sowie in der Metallerzeugung, -bearbeitung und im Metallbau spürbar. Hier gibt es besonders wenige Arbeitslose im Verhältnis zu den gemeldeten Stellen.

Die Engpässe werden sich verschärfen 

Für die Zukunft gibt es keinen Grund zur Entwarnung, im Gegenteil: Bis 2030 wird sich die Fachkräftelücke nochmals spürbar erhöhen. „Jetzt kommt es darauf an, dass wir gemeinsam mit der Wirtschaft und den Schulen wirksame Gegenmaßnahmen ergreifen, damit die Fachkräftelücke nicht weiterwächst“, betont Knie-Nürnberg. Auch die Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland, die Ausbildung von geflüchteten Menschen, die Erhöhung von Teilzeitarbeit und die Qualifizierung in Beschäftigung könnten bei der Lösung von Engpässen helfen.

„Gerade für Quereinsteiger und Menschen, die sich beruflich verändern wollen, bieten Engpassberufe gute Chancen auf eine sichere Beschäftigung“, informiert Knie-Nürnberg. „Unsere individuellen Hilfen für arbeitsplatzbezogene Qualifizierung sind als Unterstützung bestens geeignet. Als Arbeitsagentur unterstützen wir konkret mit auf den regionalen Bedarf zugeschnittenen Angeboten.“ 

Hinweis

Im Rahmen des neuen Qualifizierungschancengesetzes unterstützt die Arbeitsagentur alle Unternehmen bei der Fachkräftesicherung und berät sie zu Alternativen bei Stellenbesetzungen. Kostenfreie Arbeitgeber-Hotline: 0800/4 5555 20, www.arbeitsagentur.de/dessau-rosslau-wittenberg





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