Mit Hilfe von Imker Bernd Neubert holen die Schüler die Waben aus den Bienenstöcken. Foto: Wolfgang Gorsboth

Mit Hilfe von Imker Bernd Neubert holen die Schüler die Waben aus den Bienenstöcken. Foto: Wolfgang Gorsboth

23.06.2019

Evangelische Gesamtschule betreut fünf Bienenvölker

Imker-AG: Bienen machen Schule

Wittenberg (wg). Summend lernen können Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 8 in der Imker-AG an der Evangelischen Gesamtschule „Philipp Melanchthon“. Jetzt wurde zum zweiten Mal Honig geerntet: Behutsam transportierten die Jugendlichen in den Schutzanzügen mit den typischen Hauben die Honigwaben ins Hauswirtschaftskabinett zur Weiterverarbeitung. 

„Als erster Schritt erfolgt das Entdeckeln der Honigwaben“, berichtet Clara im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag, „dabei wird die feine Wachsschicht entfernt.“ Schon beim Entdeckeln läuft der Honig aus den Waben heraus und wird aufgefangen. Anschließend werden die Waben von Hand geschleudert, wobei sie einmal gewendet werden müssen. Ob der Honig dann noch einmal gesiebt wird oder nicht – er ist jetzt schon genießbar. Je nach Sorte hat er nach ein bis zwei Wochen die ideale Konsistenz erreicht und kann dann in Gläser abgefüllt werden. 

„Wir haben mit der Imker-AG nach dem Einzug in das neue Schulgebäude im Oktober 2018 begonnen“, berichtet Silke Woitschig, die pädagogische Mitarbeiterin hat die AG von der erkrankten Lehrerin Angelika Jakobsche übernommen, die selber Imkerin ist. Nach der Vorbereitungsphase fanden im April fünf Bienenvölker ihren Standort im großen Schulgarten, hier absolvierten sie ihre ersten Flüge nach dem Winter und sammelten bereits fleißig Honig – bis jetzt vier halbe 25-Liter-Eimer. 

Die Bienen stammen von Bernd Neubert, der die Imkerei im Jahr 2000 zu seinem Hobby machte, als er in den Ruhestand wechselte: „Als Imker braucht man Zeit, denn man muss sich nach den Bienen richten, und als Rentner hat man viel Zeit.“ Neubert stellte nicht nur die Bienenvölker zur Verfügung, er berät und betreut auch die 15 bis 20 Kinder und Jugendlichen der Imker-AG. Denn Bienenhaltung ist nicht im Internet erlernbar, sondern bedarf einer fachlichen Anleitung, zumal Honigbienen rechtlich als Nutztiere eingestuft sind und Honig ein hochwertiges Lebensmittel ist. Die Bienen und das Equipment wurden von der Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt gefördert.

Über den Umgang mit den gelbschwarz gestreiften Hautflüglern lernen die Schüler, dass Bienen aufgrund ihrer Bestäubungsleistung große Bedeutung für die Natur haben und für den Menschen lebenswichtig sind. „Seit dem Insektensterben ist das Interesse insbesondere an Bienen gewachsen“, sagt Woitschig. „Wir wollen mit der Imker-AG Interesse für Umwelt- und Naturthemen wecken und einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten.“ Als christlich orientierte Schule wolle man für die Bewahrung der Schöpfung sensibilisieren. 

Im Umgang mit den Bienen lernen die Schüler nicht nur viel Wissenswertes, sondern auch Respekt im Umgang mit Tieren, Verantwortung, Durchhaltevermögen und soziale Kompetenzen. Weil Bienen in einem strengen Jahresrhythmus leben, erleben die Schüler die Jahreszeiten mit Wetter und Pflanzenwelt intensiv mit. 

Außer Biologie lassen sich weitere Fächer einbinden wie Mathematik (Flächenberechnung der Waben), Chemie (Zusammensetzung von Honig und Pollen), Gesellschaftskunde (Aufbau des Bienenvolkes/Rollenverteilung), Werken (Beuten bauen, Kerzen selber herstellen) und Kunst: Logo und Etiketten für die Honiggläser wurden bereits entworfen.

Im großen Schul- und Projektgarten, wo derzeit Wasserleitungen verlegt werden, finden die Bienen optimale Bedingungen vor. Es gibt dort einen Gemüsegarten und ein Kräuterbeet, die Ernte wird wie der Honig im Hauswirtschaftskabinett verarbeitet. Außerdem wurden bienenfreundliche Pflanzen ausgesät, um den Bienen ein zusätzliches Nahrungsangebot zur Verfügung zu stellen. Einige Nachbarn haben mitgezogen und freuen sich über die Bienen, weil ihre Obstbäume künftig mehr Früchte tragen werden. 

Perspektivisch wird im Schulgarten ein grünes Klassenzimmer errichtet und einige Kinder haben den Wunsch geäußert, Hasen zu züchten. Um auch den Wildbienen zu helfen, wurde ein Insektenhotel angelegt. Ihren Honig will die Imker-AG auf dem Weihnachtsmarkt der Vereine verkaufen, zusammen mit den Marmeladen, die die Schüler aus den im Luther-Garten geernteten Früchten herstellen. 

 Pilgern mit Schülern 

Im Mai pilgerten die Klassen 7a und 7b je drei Tage auf dem Lutherweg, eine Tradition, die seit vier Jahren an der Evangelischen Gesamtschule gepflegt wird. „Das Handy bleibt zu Hause, wir konzentrieren uns auf das Wesentliche“, betont Woitschig, „die Kinder sollen die Natur erleben, zur Ruhe kommen und Zeit für Gespräche finden.“ 

Gewandert wird zünftig mit Rucksack, Schlafsack und Isomatte, übernachtet wird in den Kirchgemeinden. Die am Lutherweg liegenden Dorfkirchen werden besichtigt, Andachten besucht. Ganz nebenbei lernen die Schüler auch die Schönheit ihrer Heimat kennen. „Wir sind als Team unterwegs und unterstützen uns gegenseitig, wir gehen gemeinsam los und kommen gemeinsam an“, so Woitschig.





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