Bevor das Baustellenschild enthüllt wurde, gab es unterhaltsame Einlagen der Schüler des Luther-Melanchthon-Gymnasiums. Foto: Wolfgang Gorsboth

Bevor das Baustellenschild enthüllt wurde, gab es unterhaltsame Einlagen der Schüler des Luther-Melanchthon-Gymnasiums. Foto: Wolfgang Gorsboth

23.05.2019

Baustellenschild am Donnerstag feierlich enthüllt

„Haus Melanchthon“ und Turnhalle werden saniert

Wittenberg (wg). „Ich bin sehr erfreut, dass wir heute endlich diesen Schritt vollziehen können“, erklärte Landrat Jürgen Dannenberg (Linke) am Donnerstagnachmittag aus Anlass der feierlichen Enthüllung des Baustellenschildes am Schulgebäude „Haus Melanchthon“. Viele Jahre musste um die Fördermittel gekämpft werden, bis dann im Juni 2018 Ministerpräsident Reiner Haseloff und Finanzminister André Schröder (beide CDU) die Bescheide in der Aula des traditionsreichen Hauses übergeben konnten. 

Außer dem Schulgebäude werden auch die Turnhalle und die parkähnliche Außenanlage saniert, der Kreis investiert insgesamt 8,56 Millionen Euro, davon werden 3,7 Millionen Euro über STARK III vom Land sowie über EFRE von der EU gefördert. „Zur Finanzierung des Vorhabens muss der Kreis einen Kredit aufnehmen“, sagte Dannenberg.

Das Luther-Melanchthon-Gymnasium (LMG) benötige dieses Haus sehr dringend“, betonte Schulleiterin Anja Aichinger, für die mehr als 1.000 Schüler sei die Hundertwasserschule, die dieser Tage ihren 20. Geburtstag feiert (der Wittenberger Sonntag berichtete) viel zu beengt. „Wir leisten kompetenzorientierte Bildungsarbeit und dafür benötigt man im Unterschied zum Frontalunterricht ausreichend Platz“, so Aichinger. Auch die Ergebnisse der vielen Schulprojekte müssten angemessen untergebracht werden.

„Heute ist ein guter Tag für uns alle“, fand Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) und erinnerte daran, wie Stadt und Kreis gemeinsam um die Schulsanierung gekämpft hätten, das harte Ringen um die Fördermittel habe sich letztlich gelohnt. Es sei schön, dass das zentrale Bildungsgebäude der Stadt, zudem ein prägendes Einzeldenkmal, bald wieder genutzt werde. 

Ab Januar 2021 werden hier circa 300 Schüler der Klassen 11 und 12 unterrichtet, für sie und ihrer Lehrer werden 14 moderne Fach- und allgemeine Unterrichtsräume geschaffen, ebenso Lehrerzimmer, Büros und WC-Anlagen. Zwecks barrierefreier Erschließung sind der Einbau eines Aufzuges sowie ein Behinderten-WC geplant. 

Das historische Schulgebäude, von 1886 bis 1888 nach dem Entwurf des bekannten Berliner Architekten Franz Schwechten errichtet, wird behutsam und denkmalgerecht saniert, das heißt, die Außenfassade erhält keine Dämmung, die Klinker werden saniert, gereinigt und neu verfugt. Aufgrund des sehr hohen Fensteranteils an der Fassade wird eine energetische Verbesserung durch den Einbau von dreifachverglasten Fenstern erreicht. 

Die Bodenplatte muss komplett erneuert werden und erhält einen neuen Aufbau mit Dämmung. Das Dach bekommt wieder eine Schieferdeckung, zusätzlich werden zwei Gauben ergänzt, um die notwendigen Öffnungen für die neue Lüftungsanlage zu erhalten. Die Flurbereiche bleiben in ihrer Form und Originalgröße erhalten, für den Brandschutz werden die Innentüren aufgearbeitet sowie moderne Ganzglaselemente eingebaut.

Die Aula, in der sich das bekannte Wandbild von Woldemar Friedrich befindet, welches Luther auf dem Reichstag zu Worms zeigt, wird in ihrer Bestandsstruktur belassen, hier sollen die sichtbaren Holzkonstruktionen, die durch Schädlinge in Mitleidenschaft gezogen wurden, aufgearbeitet werden. 

Auch die eingeschossige Turnhalle wird grundhaft und energetisch saniert, hier wird zudem die neue Heizzentrale ihren Platz finden. Die Außenanlagen sollen ihren ursprünglichen Charakter erhalten. 

Franz Schwechten war einer der bekanntesten Architekten in der Kaiserzeit, er hatte außer dem Melanchthon-Gymnasium auch das Kreishaus, das ehemalige Empfangsgebäude des Wittenberger Hauptbahnhofs, das Mausoleum der Herzöge von Anhalt in Dessau sowie die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin geplant.




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