Bild: Prof. Dr. Helmut Zühlke hat in mehr als 40 Berufsjahren die Chirurgie entscheidend geprägt. Foto: Wolfgang Gorsboth

Bild: Prof. Dr. Helmut Zühlke hat in mehr als 40 Berufsjahren die Chirurgie entscheidend geprägt. Foto: Wolfgang Gorsboth

16.05.2019

Infektionen stellen OP-Ergebnis in Frage und bedrohen das Leben der Patienten

Prof. Dr. Zühlke organisiert die zehnte Wittenberger Konferenz

Wittenberg (wg). „Ich wollte die Zehn vollmachen“, kurz und bündig beantwortet Prof. Dr. Helmut Zühlke, warum es am 24. Mai im Großen Hörsaal der Leucorea die zehnte Wittenberger Konferenz gibt zum Leitthema „Infektionen in der Gefäßmedizin“. Im Jahre 2000 hob Prof. Dr. Zühlke, 22 Jahre Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am Paul-Gerhardt-Stift, die Konferenz aus der Taufe, 2015 fand die bis dato letzte statt.

„Wittenberg hat als Konferenzstandort enormes Potenzial“, erklärt Prof. Dr. Zühlke im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag und wundert sich, warum die etablierte Konferenzreihe, die vor allem dem interdisziplinären und interkollegialen Dialog diente, nicht fortgeführt wurde, zumal sie auch eine gute Werbung für die Lutherstadt war.

Anlass der zehnten Konferenz ist die Neuauflage des 1988 von Zühlke und Harnoss publizierten Standardwerks zur „Septischen Gefäßchirurgie“, welches pünktlich zum Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie Ende März 2019 im Thieme Verlag unter dem Titel „Septische Gefäßmedizin“ erschienen ist: Eine grundlegende Überarbeitung, Aktualisierung und Erweiterung, an der außer Zühlke auch Prof. Dr. Zuhir Halloul, Leiter des Arbeitsbereichs Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Magdeburg sowie PD Dr. Roland Zippel, Chefarzt am Elbe-Elster-Klinikum Herzberg, als Herausgeber beteiligt sind. 

„Es gab in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte in der Gefäßchirurgie“, erläutert Zühlke, „das Fachwissen im Detail ist enorm, doch darf dabei die ganzheitliche Sicht auf den Menschen nicht verloren gehen, denn damit entzieht sich der Arzt seiner Verantwortung für den Patienten.“ Infolge der hochgradigen Spezialisierung sehe jeder Arzt nur den Teil der Erkrankung, den er behandelt. „Es erkrankt aber nicht nur ein Segment eines Gefäßes, sondern wir haben es mit einer generalisierten Erkrankung des Organsystems Gefäße zu tun und meist auch mit gravierenden Vorerkrankungen der Patienten“, so Zühlke. 

Trotz neu entwickelter Antibiotika und Minimierung des chirurgischen Eingriffs kommt es immer wieder zu Infektionen, die nicht nur das Ergebnis der OP in Frage stellen, sondern auch das Leben des Patienten bedrohen: „Die Häufigkeit postoperativer Infektionen ist geringer geworden, aber von den betroffenen Patienten sterben je nach Lokalisation der Infektion bis zu 30 Prozent, bei weiteren 30 Prozent ist eine Majoramputation erforderlich, diese Situation ist unbefriedigend.“

Deshalb werden auf der Konferenz die aktuellen Methoden zur Reduktion und Therapie von Infektionen, Pathophysiologie, Diagnostik und Behandlungsoptionen ausführlich dargestellt und diskutiert. In den Vorträgen werden auch praktische Tipps und aktuelle Handlungsleitlinien vorgestellt, auch zu multiresistenten Erregern wie MRSA oder ESBL. Für die Konferenz konnten mehr als 30 namhafte Referenten gewonnen werden, die meisten waren als Autoren am neuen Standardwerk beteiligt. 

Im Jahre 2000 gab es die erste Wittenberger Konferenz, die von Prof. Zühlke inaugurierte Reihe erlebte neun Auflagen zu innovativen Leitthemen mit dem Ziel, Medizin, Wissenschaft und Forschung mit der Weiterbildung von Chirurgen zu verknüpfen. Zugleich wurde mit der Konferenz bewusst an die Universitätstradition der Lutherstadt angeknüpft. 

Hinweis

Die Konferenz wird am 24. Mai um 10 Uhr im Großen Hörsaal der Leucorea von Prof. Dr. Helmut Zühlke eröffnet, Grußworte sprechen Oberbürgermeister Torsten Zugehör und Prof. Dr. Thomas Schmitz-Rixen aus Frankfurt, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, die zusammen mit weiteren namhaften Fachverbänden die Schirmherrschaft der zehnten Wittenberger Konferenz übernommen hat. Zur Konferenz gibt es eine Industrieausstellung.




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