Seit 1987 mit einem Handwerksbetrieb selbständig, seit 1989 kommunalpolitisch aktiv, vor der Wende in „Demokratie Jetzt“, nach der Wende in der CDU, seit 2002 Landtagsabgeordneter: Der Vielarbeiter Frank Scheurell tritt bei den Kommunalwahlen nicht mehr an. Foto: Wolfgang Marchewka

Seit 1987 mit einem Handwerksbetrieb selbständig, seit 1989 kommunalpolitisch aktiv, vor der Wende in „Demokratie Jetzt“, nach der Wende in der CDU, seit 2002 Landtagsabgeordneter: Der Vielarbeiter Frank Scheurell tritt bei den Kommunalwahlen nicht mehr an.
Foto: Wolfgang Marchewka

24.04.2019

Zu viele Überschneidungen mit Landtagsterminen

Kommunalwahl: Frank Scheurell tritt nicht mehr an

Wittenberg (wm) Großer Verlust für die CDU-Fraktion im Wittenberger Stadtrat: Frank Scheurell, ein erfolgreicher Kommunalpolitiker der ersten Stunde, tritt bei den Kommunalwahlen am 26. Mai nicht mehr an. Der überaus engagierte Mann begründete seine Entscheidung im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag in erster Linie mit den ständig zunehmenden Terminüberschneidungen, die durch seine Arbeit als Abgeordneter im Landtag von Sachsen-Anhalt hervorgerufen werden.

 „Besonders in den vergangenen beiden Jahren ist die Zahl der Termine in Magdeburg stark angestiegen, dort gab es auch durch neue Untersuchungsausschüsse zusätzliche Sitzungen, während in Wittenberg der Stadtrat tagte und ich nicht dabei sein konnte. Dann habe ich gemerkt, dass ich kommunalpolitisch das nicht mehr erfüllen kann, was die Wittenberger Wählerinnen und Wähler zu Recht von mir erwarten – und deshalb muss ich loslassen können.“ 

Nach 30 Jahren der ehrenamtlichen kommunalpolitischen Arbeit – Frank Scheurell mischte bereits vor der Wende in der DDR-Bewegung „Demokratie Jetzt“ mit – sei es auch an der Zeit, dass neue, möglichst jüngere Leute antreten und neue Ideen in den Wittenberger Stadtrat bringen. 

Als Landtagsabgeordneter wird Frank Scheurell weiterhin zuständig sein für die wichtigen Themen Verkehr, Infrastruktur und Finanzen. Allein diese Arbeit fordere „den ganzen Mann“ – und dann komme noch hinzu, dass er bereits seit DDR-Zeiten selbständig ist mit einem Handwerksbetrieb und damit auch Verantwortung trage für das Wohl seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 

„Ich bin dankbar dafür, dass ich die Zeit nach der Wende in Wittenberg miterleben und mitgestalten durfte“, sagt Frank Scheurell, „wir waren euphorisch und voller Tatendrang.“ Heute sehe er zu viele Karrieristen, die nach oben krauchen wollen, dabei sehr viel meinen aber leider zu wenig wissen. 

Im Wittenberger Stadtrat habe er Positives wie Negatives erlebt: „Es gibt unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit Stadträte, die ich für ihre konstruktive Arbeit sehr schätze sodass ich bedaure, dass die Zusammenarbeit mit ihnen zu Ende geht, aber es gibt auch Leute, die mitreden wollen, obwohl sie sich thematisch nicht vorbereitet haben.“ Und dann gebe es zu wenig Menschen die „geradeaus reden“ können – was nicht nur für den Wittenberger Stadtrat gelte, sondern für diverse Berufspolitiker in Bund und Land. 

Als seine größte kommunalpolitische Niederlage bezeichnet Frank Scheurell den Verlust der Berufsfeuerwehr in Wittenberg: „Heute wird die gesamte Last auf die Ehrenamtlichen gedrückt, die Aufgaben für die hoch engagierten Feuerwehrleute sind ja eher mehr geworden.“ 

Als positiv bewertet er die Entwicklung der kommunalen Unternehmen wie Stadtwerke und WiWog samt Töchterfirmen. Scheurell arbeitet seit Jahren im Aufsichtsrat der WiWog mit und würde diese Tätigkeit auch nach seinem Ausscheiden aus dem Stadtrat fortsetzen wollen, denn: „Das ist Stadtentwicklung und -gestaltung. Ich bin dankbar dafür, dass es in diesen Unternehmen so gut läuft und dass richtige Entscheidungen getroffen worden sind.“ 

* Besonders dankbar ist er auch, weil ihm in den vergangenen Jahren so viele Bürgerinnen und Bürger das Vertrauen geschenkt haben.




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