Sehr gut besucht war die Diskussion zum Thema „Coswig – eine Naturparkstadt?“ im Naturpark-Infozentrum am Donnerstagabend. Foto: Wolfgang Gorsboth

Sehr gut besucht war die Diskussion zum Thema „Coswig – eine Naturparkstadt?“ im Naturpark-Infozentrum am Donnerstagabend. Foto: Wolfgang Gorsboth

06.04.2019

Stadt und Naturpark Fläming wollen ihr Image aufbessern

Soll Coswig eine Naturparkstadt werden?

Coswig (wg). Die Schätze der Natur bewahren, mehr Natur in der Kernstadt Coswig, Aufwertung des Schillerparks, gelebte Umweltbildung für alle Alterstufen und vor allem die Beseitigung des Mülls in den diversen Dreckecken – das waren Vorschläge, die von Bürgerinnen und Bürgern im Naturpark-Infozentrum zum Thema „Coswig – eine Naturparkstadt?“ geäußert wurden. Erste Schritte in Richtung eines anspruchsvollen Ziels, mit dem sowohl die Stadt Coswig als auch der Naturpark Fläming ihre Außenwirkung verbessern wollen. 

„Wir sind als Stadt auf der Suche nach einem eigenen Charisma, nach einem positiven Image“, erklärte Bürgermeister Axel Clauß (parteilos). Die zentrale Lage zwischen den Welterbestätten in Dessau (Bauhaus), Wittenberg (Lutherstätten) sowie der Parkstadt Wörlitz könne man positiv sehen oder auch negativ: „Bei uns rollt der Verkehr nur durch – zu den anderen“, so Clauß. 

Die Idee, Coswig als Naturparkstadt zu entwickeln, trage er als Bürgermeister mit, politische Entscheidungen müsse jedoch der am 26. Mai neu zu wählende Stadtrat treffen. „Wenn eine Mehrheit der Coswiger Bürgerinnen und Bürger für eine Naturparkstadt ist, wird sich dafür auch eine politische Mehrheit finden“, betonte Clauß. Auf jeden Fall werde sich der Status „Naturparkstadt“ dann auf den Ortsschildern wiederfinden. 

Der Verein Naturpark Fläming e.V. verlegte im Herbst des vergangenen Jahres sein Domizil von Jeber-Bergfrieden nach Coswig, vis-à-vis vom Rathaus (der Wittenberger Sonntag berichtete). Mit dem Umzug ist der Verein näher an die Elbe gerückt, ein weiteres Pfund, mit dem Coswig wuchern kann und es ist in das Zentrum jener Stadt gezogen, deren Gebiet ein Drittel der Naturparkfläche in Sachsen-Anhalt ausmacht und genau diese Flächen könnten die Basis für eine Naturparkstadt bieten.

„Die Idee ist im Rahmen der Fortschreibung der Naturpark-Arbeit bis 2030 entstanden“, berichtete Elke-Andrea Ciciewski, Geschäftsführerin des Vereins Naturpark Fläming e.V. Die Chance, sich Naturparkstadt zu nennen, habe die Stadt Biesenthal in Barnim bereits 2004 genutzt, begründet wurde dies damals damit, dass die Stadt im Naturpark Barnim liege sowie ein besonderer Anziehungspunkt für Naturliebhaber und Touristen sei. „Den Vergleich mit Biesenthal braucht Coswig in keiner Weise zu scheuen“, betonte Ciciewski.

Kritisiert wurden sowohl die Pläne, die Schweinemastanlage in Düben auf bis zu 28.000 Tier zu erweitern, als auch die Absicht, in der Kliekener Aue (FFH-Schutzgebiet) eine Viehsammelstelle zu erreichten. Einhellige Auffassung: Dies passe weder zu einem Naturpark noch zum Titel „Naturparkstadt“. 

Mit Viviana Dorfmann und Jonathan Paul waren auch zwei Studenten der TU Berlin beim Gespräch dabei, die im Februar im Rathaus mit ihren Kommilitonen Visionen für die Zukunft Coswigs vorstellten (der Wittenberger Sonntag berichtete). Paul sprach sich dafür aus, die Stadt zu begrünen, dabei auch Hochbeete mit essbaren Pflanzen anzulegen, neue Aufenthalts– und Erlebnisorte (hinter dem Rathaus mit Elbeblick) zu schaffen, außerdem auch einen Natur-Lehrpfad in der Kernstadt anzulegen. 

Den Status „Naturparkstadt“ könne man nicht per Verwaltungsbeschluss verordnen, resümierte Ciciewski, dies müsse von der Bürgerschaft mitgetragen werden. Heute gehe es darum, sich auf den Weg zu machen, Stimmungsbilder zu erfassen und erste Ideen zu sammeln. Im Rahmen der Naturparktreffs, zu denen der Verein regelmäßig donnerstags einlädt, soll das Thema vertieft werden. 

Kampf dem Müll 

Ob Müll entlang der Straßen im Fläming, im Schillerpark oder anderen Stellen in der Stadt und einigen Ortsteilen: „Bevor wir uns ‚Naturparkstadt’ nennen können, müssen wir diese Dreckecken beseitigen und massiv gegen die Vermüllung vorgehen“, forderte Torsten Hammer und kündigte an, dass es am 13. April eine Aktion entlang der B 107 geben werde. 

Vielfach wurde von der Stadt gefordert, mehr gegen die Vermüllung zu unternehmen. „Wir können als Verwaltung dieses Problem nicht lösen“, erklärte Bürgermeister Clauß, „Eltern haben eine Vorbildwirkung, wir als Verwaltung aber eine Erziehungsfunktion.“ Er könne sich aber vorstellen, dass Aktionen wie in der Lutherstadt („Sei kein Saubär – mach mit sauber!“) künftig auch in Coswig veranstaltet werden. 

Der Schillerpark, der früher sehr gepflegt war, inzwischen aber häufig von Vandalismus heimgesucht wird, soll durch Blühwiesen und Baumpatenschaften aufgewertet werden, dabei soll mit der benachbarten Sekundarschule kooperiert, ebenso Jugendliche der Stadt in die Aktionen einbezogen werden. „der Schillerpark ist für uns als Stadt ein großes Problem“, bestätigte Clauß, man arbeite an einem Nutzungskonzept. 

Hinweis:

Torsten Hammer bittet alle, die sich über den Müll an den Straßenrändern und in den Wäldern ärgern, sich am 13. April an der Müllsammel-(Rad-)tour auf der B 107 von 10 bis 14 Uhr zu beteiligen. Treffpunkt ist um 9.45 Uhr auf dem Parkplatz am alten Edeka im Schwarzen Weg. Ob per Rad, zu Fuß oder mit dem Auto – jeder kann sich beteiligen.




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